Allgemeines

Österreichische Sortenliste, Beschreibende Sortenliste

Die Österreichische Sortenliste basiert auf § 65 (1, 2) Saatgutgesetz 1997 BGBl. I Nr. 72/1997 zgd BGBl.
I Nr. 83/2004 (SaatG). Sie wird vom Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) geführt und jährlich in
einer aktualisierten Ausgabe kundgemacht (Schriftenreihe 3/2022). Das BAES ist innerhalb der
Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) für die im § 6 (1)
Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz 2002 genannten hoheitlichen Aufgaben zuständig. Das
Bundesamt für Ernährungssicherheit ist Sortenzulassungsbehörde 1. Instanz (§ 3 (1) SaatG).
Bescheidbeschwerden werden seit dem 1. Jänner 2014 vom Bundesverwaltungsgericht behandelt. Die
Sortenliste informiert über synonyme Sortenbezeichnungen, das Zulassungsdatum, die Sortennummer, den
Antragsteller, Ursprungszüchter, Erhaltungszüchter u.a. mehr, jedoch nicht über die Werteigenschaften. Mit
Stand vom 1. April 2022 sind in Österreich 979 Sorten landwirtschaftlicher Pflanzenarten zugelassen. Keine
dieser Sorten ist gentechnisch verändert (transgen).

Davon entfallen auf:
Getreide i.e.S. ............................................................. 286
Mais und Hirsearten .................................................. 198
Mittel- und Großsamige Leguminosen ..................... 116
Öl-, Faser- und Handelspflanzen ............................... 114
Beta-Rüben ................................................................... 59
Kartoffel ........................................................................ 51
Kleinsamige Leguminosen .......................................... 62
Gräser ........................................................................... 86
Sonstige Futterpflanzen ................................................ 7
Umfang

Umfang des Sortiments: Bei vielen Arten ist eine Tendenz zur Erhöhung der Sortenzahl festzustellen.
Beispielsweise waren im Jahr 1960 bei Winterweizen 24 Sorten registriert, bei Mais 19, bei Kartoffel 31,
Sojabohne 1 und bei Ölkürbis sowie Raps jeweils 2. Derzeit zählt die österreichische Liste bei Winterweizen
80 Sorten, bei Mais 185, bei Kartoffel 51, bei Sojabohne 86, bei Ölkürbis 23 und bei Raps 41. Dies ist durch
intensive Züchtungstätigkeit und verstärkte Konkurrenz ausländischer Züchter, eine Verkürzung der
Prüfdauer, mit der größeren Bedeutung einiger Pflanzenarten (z.B. Mais, Sojabohne, Winterraps, Ölkürbis)
und dem rascheren Sortenwechsel begründbar. Weiters fördern die hohe standörtliche Diversität der
Ackerbaugebiete, verschiedene Produktionsweisen (z.B. intensiver Produktionsmitteleinsatz für
Hochertragsstrategien, mittelintensive und extensive Bewirtschaftungsformen, biologischer Landbau), die
spezifischen Ansprüche einzelner Verarbeitungszweige an die Rohstoffqualität (z.B. bei Kartoffel) sowie die
regionalisierte Interpretation des landeskulturellen Wertes beim Zulassungsentscheid den Sortimentsumfang.
Die Reduktion der Sortenzahl im Jahr 2002 ist durch das Ende der Übergangsregelung im Saatgutgesetz
1997 begründet.


Der Pflanzenbau zielt auf die Erzeugung von gesunden Nahrungsmitteln, Futtermitteln und
Industrierohstoffen
bei gleichzeitiger Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit ab und berücksichtigt ökologische,
ökonomische und soziale Gesichtspunkte. Der Anbau geeigneter Sorten ist eine wesentliche Voraussetzung
zur rentablen und umweltschonenden Landbewirtschaftung. Der Lebens- und Futtermittelwirtschaft sowie
den Exporteuren sind für unterschiedlichste Verwendungszwecke entsprechende Genotypen zur Verfügung
zu stellen. Der Anbau von Pflanzen zur Erzeugung von Stärke, Biotreibstoffen und Biogas hat eine erhöhte
Bedeutung erlangt. Auch für diese Verwertungsrichtungen bedarf es geeigneter Sorten.
Das Bundesamt für Ernährungssicherheit beauftragt die AGES, „die für den Anbau wesentlichen Merkmale
und Eigenschaften (der Sorten) sowie die Eignung für bestimmte Boden- und Klimaverhältnisse oder
Verwendungszwecke“ in der Österreichischen Beschreibenden Sortenliste zu veröffentlichen (§ 65 (3)
SaatG). Die Beschreibende Sortenliste stellt eine objektive Information für die Landwirtschaft, die
Fachberatung, den Agrarhandel, die Verarbeitungswirtschaft, die Industrie sowie Pflanzenzüchtung, Schulen
und Universitäten dar.


Die Sorten folgender Arten sind derzeit nicht im Ergebnisteil der Beschreibenden Sortenliste enthalten:
Sommerroggen, Reis, Rispenhirse, Westerwoldisches Raygras, Alexandrinerklee, Inkarnatklee, Persischer
Klee, Lein und Wurzelzichorie. Weiters sind Wies 371 (Ölkürbis), Red Mountain (Rotes Straußgras) sowie die
Erhaltungssorten (§ 46 (3) SaatG) Attergauer Bartweizen, Laufener Landweizen, Rinner Winterweizen,
Verbesserter St. Johanner, Verival Weiz (jeweils Winterweizen), Kaltenberger, Lindorfer Roggen, Pölstaler
Winterroggen, Urdroad (jeweils Winterroggen), Heines Haisa II, Sechszeilige Pumper (jeweils
Sommergerste), Obernberger Schwarzhafer, Attergauer Nackthafer, Ebners Nackthafer, Gleisdorfer
Edelmais, Knillis Landmais, Vorarlberger Riebelmais, Kornberger Körnersirk (Sorghum), Greenino 1
(Sonnenblume), Goldsegen, Linzer Rose, Mehlige Mühlviertler, Pinki (jeweils Kartoffel), Attergauer Rotklee,
Steirerklee (Rotklee), Tarko (Kohlrübe) und Kärntner Hadn (Buchweizen) mit ihren Eigenschaften nicht
beschrieben. Erhaltungssorten von denen Wertprüfungsdaten vorliegen, sind mit einer Fußnote
gekennzeichnet.

Sortenzulassung und Wertprüfung

Im Zulassungsverfahren ist zwischen Register- und Wertprüfung zu unterscheiden.
Jährlich wird für 280 bis 300 in- und ausländische Zuchtstämme und Sorten die Zulassungsprüfung
beantragt. Insgesamt werden 490 bis 520 Kandidaten und 240 bis 280 zugelassene Sorten von 19 bis 25
landwirtschaftlichen Pflanzenarten getestet. Etwa 20 bis 30 % der zur Prüfung angemeldeten Sorten werden
letztlich als landeskulturell wertvoll erachtet und registriert. Diese werden in die Österreichische Sortenliste
eingetragen, mit ihren Wertmerkmalen in der Beschreibenden Sortenliste veröffentlicht und im Sorten- und
Saatgutblatt sowie im Amtsblatt der Europäischen Union (Gemeinsamer Sortenkatalog für landwirtschaftliche
Pflanzenarten, Gemeinsamer Sortenkatalog für Gemüsearten) kundgemacht. Die Neuzulassungen dienen in
Kombination mit bewährten und marktbedeutenden Sorten als Vergleich für die nachrückenden Kandidaten.


„Die Sortenzulassungsbehörde hat eine Sorte zuzulassen, wenn sie
1) im Rahmen der Registerprüfung unterscheidbar, homogen und beständig ist,
2) im Rahmen der Wertprüfung landeskulturellen Wert hat (Ausnahme: Gemüse, Rasengräser,
Erbkomponenten, Erhaltungssorten) und
3) eine in die Sortenliste eintragbare Sortenbezeichnung bekannt gegeben wurde“ (§ 46 (1, 2) SaatG).

Die Registerprüfung (RP)
Die Registerprüfung dauert zwei Jahre und wird an ein bis zwei Orten durchgeführt. Sie erstreckt sich auf
zahlreiche botanisch-morphologische Pflanzen- und Kornmerkmale. Die zusammengefassten Ergebnisse
münden in einen Technischen Prüfbericht sowie in die UPOV-Sortenbeschreibung.

Eine Sorte ist unterscheidbar, wenn ihre Pflanzen sich in der Ausprägung wenigstens eines Merkmals von
Pflanzen jeder anderen Sorte eines Vertrags- oder Mitgliedstaates unterscheiden (§ 47 SaatG, vereinfacht).
Eine Sorte ist homogen, wenn ihre Pflanzen, von wenigen Abweichungen abgesehen, in der Ausprägung der
maßgebenden Merkmale hinreichend gleich sind (§ 48 SaatG, vereinfacht).
Eine Sorte ist beständig, wenn die Ausprägung ihrer maßgebenden Merkmale nach wiederholter Vermehrung
unverändert ist (§ 49 SaatG, vereinfacht).


Diese Kriterien der Unterscheidbarkeit, Homogenität und Beständigkeit sind Grundvoraussetzung für ein
funktionierendes Sorten- und Saatgutsystem und werden in den meisten europäischen und vielen
außereuropäischen Staaten in ähnlicher Weise überprüft. Durch eine systematische Erhaltungszüchtung
sorgt der Züchter dafür, dass die Sorte homogen und beständig bleibt.
Schematischer

Die Wertprüfung (WP)
Die Sortenwertprüfung dauert zwei bis drei Jahre und wird der Anbaubedeutung der Pflanzenart und den
sachlichen Erfordernissen entsprechend mehrortig durchgeführt, erst dann sind sichere Aussagen möglich.
Bei folgenden Pflanzenarten wurde die Prüfdauer von drei auf zwei Jahre verkürzt: Roggen, Triticale, Dinkel,
Wintergerste, Sommerweichweizen, Sommergerste, Hafer, Nackthafer, Mais, Sorghum, Sudangras,
Rispenhirse, Westerwoldisches Raygras, Erbse, Ackerbohne, Saatwicke, Sojabohne, Alexandrinerklee,
Inkarnatklee, Persischer Klee, Phazelie, Ölrettich, Winter- und Sommerfutterraps, Körnerraps (Sorten, die
einen Indexwert überschreiten), Rübsen, Ölkürbis, Mohn, Kümmel, Buchweizen, Sonnenblume, Gelbsenf und
Sareptasenf. Über Winterweizen, Winterdurum, Sommerdurum, Körnerraps (Sorten, die einen Indexwert
unterschreiten), Zuckerrübe, Kartoffel, kleinsamige Leguminosen und Futtergräser wird mit dreijährigen
Daten entschieden. Bei kleinsamigen Leguminosen und Futtergräsern (ausgenommen Rotklee und
Italienisches Raygras) verlängert zudem ein Anlagejahr die Prüfdauer.
Die zusammengefassten Ergebnisse bilden den Wertprüfungsbericht (WP-Bericht). Aufgrund dieses Berichts
schlägt die Sortenzulassungskommission (§ 66 (2) SaatG) der Behörde die Zulassung bzw. Nichtzulassung
von Sorten vor. Die Kommission besteht aus Pflanzenbaufachleuten der neun Landwirtschaftskammern,
Züchtungsexperten, Fachleuten des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus
(BMLRT) und des Bundesamtes für Ernährungssicherheit.


Der „landeskulturelle Wert“ als wichtiges Element des Sortenwesens
„Eine Sorte hat landeskulturellen Wert, wenn sie in der Gesamtheit ihrer wertbestimmenden Eigenschaften
gegenüber den vergleichbaren zugelassenen Sorten eine Verbesserung
1) für den Anbau, insbesondere auch unter Berücksichtigung der Widerstandsfähigkeit gegen
Schadorganismen,
2) für die Verwertung des Erntegutes oder
3) für die Verwertung aus dem Erntegut gewonnener Erzeugnisse erwarten lässt“ (§ 50 SaatG).
Der landeskulturelle Wert ist ein relativer Wert, relativ zum jeweiligen Sortenspektrum, und keine statische
Größe. Er basiert auf objektiven Wertprüfungsdaten und wird den sich ändernden wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und Preissituationen angepasst und inhaltlich ausgestaltet. Eine Verbesserung kann
gegeben sein, wenn die Prüfsorte in einer wichtigen Werteigenschaft wie einem agronomischen Kriterium, in
einem wesentlichen Resistenzmerkmal, im Ertrag oder in bestimmten Qualitätsparametern über der Leistung
der wertvollsten zugelassenen Sorte liegt, oder wenn die wertbestimmenden Merkmale günstiger kombiniert
sind. Zumindest in einer Anbauregion muss somit „die beste“ zugelassene Sorte übertroffen werden. Je nach
Pflanzenart sind die Anbauregionen unterschiedlich abgegrenzt. Einzelne negative Eigenschaften können
durch günstige andere Ausprägungen teilweise aufgewogen werden. Diese Art der Interpretation des
landeskulturellen Wertes fördert die Diversifizierung und Regionalisierung des Sortiments.


Technische Durchführung der Wertprüfungen
Der Exaktversuch mit Wiederholung der Prüfglieder und Zufallsanordnung der Parzellen ist eine wesentliche
Erkenntnisquelle für die landwirtschaftliche Produktion. Die Einflüsse der stets auftretenden
Bodenunterschiede werden einerseits durch die zufällige (randomisierte) Verteilung der Parzellen
ausgeglichen, andererseits rechnerisch korrigiert. Die Prüfglieder sind drei- bis vierfach wiederholt, bei
ertraglich auszuwertenden Versuchen differiert die Parzellenfläche je nach Pflanzenart und
Bodeneigenschaften von 7,9 bis 26,9 m2. Die Planung der Zulassungsprüfungen erfolgt zentral durch die
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES).
Das eigene Prüfstellennetz wird durch Standorte autorisierter Institutionen ergänzt:
1) Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein (HBLFA)
2) Landwirtschaftliche Koordinationsstelle Niederösterreich (LAKO)
3) Das Amt der Tiroler Landesregierung, Fachbereich Landwirtschaftliches Versuchswesen, Boden- und
Pflanzengesundheit (LVW Tirol) ist in die Prüfung von Futterpflanzen eingebunden.
4) Bei Zuckerrübe erfolgen die Prüfungen gemeinsam mit der Österreichischen Rübensamenzucht
Ges.m.b.H. (ÖRZG).
5) Aus Kosten- und Kapazitätsgründen sind bei einer Reihe von Pflanzenarten (Wintergerste, Wintertriticale,
Winterweizen, Dinkel, Sommergerste, Hafer, Mais, Rispenhirse, Sojabohne, Ölkürbis, Winterkörnerraps,
Zuckerrübe) auch Züchter und Antragsteller für Versuche autorisiert.


Die Durchführung erfolgt entsprechend den in den „Methoden für Saatgut und Sorten – Richtlinien für die
Sortenwertprüfung (2015)“ festgelegten Verfahren. Die Mehrzahl der Getreideversuche erhält keine
Wachstumsregler und Fungizide. Bei einigen Versuchen von Wintergerste, Winterroggen, Winterweizen,
Winterdurum, Sommerdurum und Sommerweichweizen werden zwei Intensitätsstufen (ohne Fungizid, mit
Fungizid) durchgeführt. In den konventionell durchgeführten Kartoffelversuchen kommen Fungizide gegen
Krautfäule zur Anwendung. Bei Zuckerrübe werden Mehltau und die Cercospora-Blattfleckenkrankheit
bekämpft. Ein Einsatz von Insektiziden erfolgt nach Überschreiten von Schadensschwellen. Bei Winterweizen
gibt es separate Bio-Zulassungsprüfungen. Dinkel wird seiner praktischen Verwendung entsprechend seit
1996/97 hauptsächlich auf Biobetrieben getestet. Ergänzende Versuche auf Biobetrieben gibt es auch bei
Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale, Winterweizen, Sommerweichweizen, Sommerhafer, Nackthafer,
Sojabohne, Kartoffel, Luzerne und Kleearten.

Ertrag, Anbaueigenschaften und Krankheiten
Die Ertragsleistungen der Sorten werden ausschließlich, die Anbaueigenschaften überwiegend unter
natürlichen Feldbedingungen erhoben
. Im Mühlviertel angelegte Registerparzellen liefern auch in manchen
schneearmen Wintern Erkenntnisse über die Anfälligkeit von Getreide für Schneeschimmel und Typhulafäule.
Mit der Weihenstephaner Kastenmethode wird die Frosthärte von Winterdurum abgetestet. Die Neigung zu
Auswuchs wird durch Benetzung gelbreifer Parzellen oder im Labor (Auswuchs intakter Ähren in der
Feuchtkammer) untersucht. In separaten Prüfparzellen wird die Anfälligkeit für DTR-Blattdürre (Drechslera
tritici-repentis) von Weich- und Durumweizen, für Mehltau bei Wintertriticale und Hafer sowie die Neigung zu
Halmknicken bei Hafer beurteilt. Für Gelbrost (Puccinia striiformis) und Schwarzrost (Puccinia graminis) von
Triticale, Weichweizen, Durumweizen und Dinkel werden auch Ergebnisse künstlicher Infektionen
herangezogen. Bei Weichweizen, Durumweizen sowie Triticale wird mittels der Maisstoppelmethode und
Befeuchtung zur Blütezeit Ährenfusarium provoziert. Bei Triticale sind die Symptome von Ährenfusarium
meist undeutlich. Der an Ernteproben festgestellte Gehalt an Deoxynivalenol (DON) bildet die Grundlage für
die Sortenbewertung. Seit 2014 wird die Empfindlichkeit von Winterroggen für den Mutterkornpilz (Claviceps
purpurea) durch Inokulation mit einer Konidiensuspension beurteilt. Im Rahmen der Bio-Zulassungsprüfung
wird Saatgut von Winterweizen mit Steinbrandsporen (Tilletia caries) inokuliert. Bei Mais erfolgt die
Einstufung bei Kolbenfusarium anhand der Symptome und Toxindaten von Versuchen mit natürlichem Befall.
Die Anfälligkeit für Kartoffelkrebs (Synchytrium endobioticum) wird im Labor durch künstliche Infektion
festgestellt. Für die Resistenzprüfung gegen zystenbildende Nematoden (Globodera rostochiensis, G. pallida)
werden Kartoffelpflanzen im Glashaus in infizierter Erde kultiviert. Zur Ermittlung der Anfälligkeit für die
Späte Rübenfäule (Rhizoctonia solani) wird mit dem Pilz inokuliertes Trägermaterial vor dem Anbau flach in
den Boden eingebracht. Wenn möglich werden die Beobachtungen mittels Mess- und Zählwerten erfasst. In
vielen Fällen wäre eine exakte Messung (z.B. der befallenen Blattfläche in cm2) zu aufwändig. Es werden die
Symptome bonitiert, d.h. durch Schätzung bewertet (Noten von 1-9; 1 = kein Auftreten, … 9 = sehr starkes
Auftreten). Zur Charakterisierung der Mehltauresistenzfaktoren von Sommergerste, der Resistenz gegen das
Gerstengelbmosaikvirus und der Nematoden-Resistenzen von Kartoffel werden auch ausländische Ergebnisse
sowie Züchterangaben genutzt.


Umfangreiche Qualitätsanalysen
Qualitätsaspekte sind ein integraler Bestandteil des Zulassungsverfahrens. Grundlage der Bewertung sind die
Ergebnisse sortenreiner Qualitätsproben
, zumeist werden die Kandidatensorten mit 4 bis 10 Referenzsorten
verglichen. Wesentliche Analysen betreffen bei Weichweizen und Dinkel die Mahl- und Backqualität, bei
Durumweizen die Eignung für die Teigwarenerzeugung, bei Roggen die Brotroggenqualität bzw. die
Brauchbarkeit zur Grünnutzung, bei Gerste den Brau- und Futterwert, bei Hafer den Futterwert, bei
Körnermais die Kornsortierung, bei Körnerleguminosen und Futterpflanzen den Rohproteingehalt, bei
Ölfrüchten den Ölgehalt sowie fallweise das Fettsäurespektrum und bei Körnerraps zusätzlich den
Glucosinolatgehalt. Bei Zuckerrübe werden der Zuckergehalt sowie die technologische Eignung und bei
Kartoffel die Eignung als Speise-, Verarbeitungs- oder Stärkekartoffel untersucht.
Die Analysen am Erntegut erfolgen durch die AGES und bei Futterpflanzen teilweise durch die HBLFA
Raumberg-Gumpenstein. Seit 2013 werden Winter- und Sommerbraugersten an der Versuchs- und
Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V. vermälzt. Die Qualität von Zuckerrüben wird von der Agrana
Research & Innovation Center GmbH (ARIC) und dem Rübenlabor der Zuckerfabrik Leopoldsdorf ermittelt.

Beratung, Anbau und Sortenempfehlung

Grundvoraussetzung einer qualifizierten Pflanzenbauberatung ist ein auf regionale Erfordernisse
ausgerichtetes Netz an Feldversuchen; dem Produktionsfaktor Sorte kommt dabei eine Schlüsselstellung zu.
Nach erfolgter Zulassung verbleiben die meisten Sorten noch mehrere Jahre in den Prüfungen. Diese
Ergebnisse, ergänzt durch Resultate produktionstechnischer Versuche (Prüffaktoren: Saatzeit, Saatstärke,
Stickstoffdüngung, Fungizide) und Versuche auf Biobetrieben geben verlässliche Auskunft über die Eignung
und Leistung der Sorten in den einzelnen Anbauregionen.


Für die Anbauwürdigkeit ist neben dem Ertragspotenzial eine Vielzahl anderer Werteigenschaften von
Bedeutung. Beispielsweise agronomisch relevante Merkmale wie Reifezeit, Neigung zu Lager, Stängelbruch
und Auswuchs, Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge und die Qualität bzw. der Verarbeitungswert des
Ernteproduktes. Bei vielen Pflanzenarten weisen die Sorten eine unterschiedliche Eignung für einzelne
Nutzungszwecke
auf. Bei Weichweizen wird hinsichtlich der Backqualität differenziert, die Winter- und
Sommergersten sind in Futter- und Braugersten unterschieden. Neben den Körnerroggen sind Sorten für
Grünnutzungszwecke registriert. Bei Mais wird die Körner- und Silomaiseignung angeführt, das
Kartoffelsortiment ist entsprechend den Kochtypen und sonstigen Qualitätseigenschaften stark differenziert.
Neben den Ölsonnenblumen sind Sorten mit hohem Ölsäuregehalt und solche für spezielle
Nutzungsrichtungen vorhanden. Es gibt Rapssorten zur Körner- und Grünnutzung. Bei manchen Grasarten
(Knaulgras, Wiesenrispe, Wiesenschweidel) ist die spezifische Eignung für den Feldfutterbau, für
Dauerwiesen- oder Weidemischungen festgehalten. Infolge unterschiedlicher Adaptation bei Getreide, den
Reifeansprüchen bei Mais-, Sonnenblumen- und Sojabohnensorten oder regionaler Konzentrationen im Frühbzw.
Stärkekartoffelanbau kann das Sortenspektrum im Bundesgebiet sehr variabel sein. Eine für sämtliche
Regionen und Nutzungszwecke ideale Sorte gibt es kaum oder nicht.


Es sind auch Sorten vertriebsfähig, welche nicht in der Österreichischen Sortenliste enthalten sind. Diese in
einem anderen Land der Europäischen Union registrierten Sorten (EU-Sorten) wurden vielfach unter
wesentlich abweichenden klimatischen, bodenkundlichen und epidemiologischen Bedingungen getestet. Ihre
Eignung für österreichische Anbaugebiete ist oftmals nicht gegeben.


Um bei wichtigen Kulturpflanzen die Ertragssicherheit zu verbessern und Anbaurisiken zu vermindern, ist
eine Sortenstreuung empfehlenswert. Bei Verwendung verschiedener Resistenzfaktoren kann das
Befallsrisiko von Pflanzenkrankheiten vermindert und die Ausbreitung neuer Pathotypen verzögert werden.
Der Einheitssortenanbau sollte auf das zur marktkonformen Aufbringung und Erfassung sortenreiner Partien
(z.B. bei Backweizen, Braugerste) erforderliche Ausmaß beschränkt bleiben.

Züchterischer Fortschritt und Nutzen neuer Sorten

Bei zahlreichen Eigenschaften können die Pflanzenzüchter Erfolge verzeichnen. Diese Fortschritte sind ein
entscheidender Erfolgsfaktor in der Produktionskette von der Landwirtschaft bis zum Konsumenten. Die
Schwierigkeit liegt darin, die Vielfalt der Merkmale in möglichst günstiger Ausprägung in einem Genotyp zu
vereinen.

Der Nutzen neuer wertvoller Sorten ist zu sehen:
1) Für die Landwirtschaft in einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Kostensenkung infolge
verbesserter Widerstandsfähigkeit gegen Lager, Krankheiten und Schädlinge. Weiters in einer
günstigeren Nährstoffausnutzung, einer besseren Qualität, einem höheren Ertrag oder mehr Sicherheit
bei der Erzeugung. So sind auch Beschränkungen beim Einsatz von Mineraldüngern, Wachstumsreglern
und Fungiziden möglich.
2) Für die Konsumenten in verbesserten ernährungsphysiologischen oder geschmacklichen Eigenschaften
des Endproduktes.
3) Für die Volkswirtschaft in einer rentableren Erzeugung und Verarbeitung durch höhere Ausbeute, sowie
in umweltschonender Landbewirtschaftung durch verminderten Einsatz an Düngemitteln, chemischen
Pflanzenschutzmitteln und Wachstumsreglern mittels Verwendung nährstoffeffizienter, krankheitsresistenter
und standfester Sorten.
4) Dem Vorsorgeprinzip folgend sollen Risiken durch ein Anmelde- und Prüfverfahren minimiert und
mögliche negative Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt vermieden werden.

Ertragspotenzial, Ertragssicherheit
Die Leistungsfähigkeit der angebauten Sorte nimmt wesentlichen Einfluss auf den Wirtschaftserfolg. Für viele
Pflanzenarten wird das Ertragspotenzial weiterhin ein erstrangiges Zuchtziel bleiben. Bei Getreide liegt der
jährliche züchtungsbedingte Ertragsanstieg zwischen 0,2 und 0,9 dt/ha (0,4 bis 1,2 %). Überwiegend wurde
dies durch eine Verlagerung der Trockensubstanz vom Stroh ins Korn (erhöhter Ernteindex) als Folge der
Wuchshöhenreduktion, eine günstigere Nährstoffverwertung und eine höhere Krankheitstoleranz erreicht.
Wegen verschiedener Ursachen lassen sich Zuchterfolge jedoch oft nicht in gleicher Weise in Praxiserträge
umsetzen. Ertragsschwankungen treten in einem ähnlichen Ausmaß wie früher auf.

Nährstoffeffizienz
Ebenfalls aufwandsmindernd – oder trotz höherer Leistung nicht aufwandssteigernd – wirken sich
züchterische Verbesserungen der Aufnahme- bzw. Verwertungseffizienz von Nährstoffen aus. Auch wenn bei
einigen Pflanzenarten (insbesondere bei Getreide) die Ausprägung des Rohproteingehaltes abgenommen
hat, zeigen die Berechnungen dennoch eine verbesserte Stickstoffeffizienz (beurteilt anhand des Korn-
Proteinertrags bzw. Korn-Stickstoffertrags) heutiger Sorten im Vergleich zu älteren Züchtungen.

Anbaueigenschaften, Resistenz gegen abiotische Schadfaktoren
Eine überdurchschnittliche Frosthärte verbessert die Ertragssicherheit von Wintergetreide und Winterraps.
Eine hohe Toleranz gegen abiotische Stressfaktoren wie Hitze oder Trockenheit wäre wünschenswert, ihr
sind jedoch aus biochemischen Gründen enge Grenzen gesetzt. Dank der Entwicklung frühreifer
Hybridsorten konnte der Maisanbau weit über das ursprüngliche Gebiet ausgedehnt werden. Mit mehr
Stickstoff versorgte und dichtere Weizen-, Gersten- und Roggenbestände erfordern eine erhöhte
Standfestigkeit. Abgesehen von traditionellen Dinkelsorten sind bei sämtlichen Getreidearten deutliche
Zuchtfortschritte in der Standfestigkeit nachgewiesen. Die Reduktion des Wachstumsreglereinsatzes bei
Getreide ist teilweise darin begründet. Im konventionellen Ackerbau haben Erbsen des Rankentyps aufgrund
der Standfestigkeit und verbesserter Druscheigenschaften die früher üblichen Blatttypen großteils abgelöst.
Auch die Strohstabilität (Halm- und Ährenknicken) des reifenden Getreides sowie die Widerstandsfähigkeit
gegen Stängelbruch bei Mais und Sonnenblume wurden verbessert. Bei Sojabohne ist eine hohe
Platzfestigkeit der Hülsen vorteilhaft. Gegen das Aufplatzen der Gerstenkörner hilft im Wesentlichen nur eine
widerstandsfähige Sorte. Der rationelle Zuckerrübenanbau ist ohne die Entwicklung genetisch monogermen
Saatgutes nicht vorstellbar. Die Schossresistenz der Zuckerrübe hat zu einer früheren Aussaat und
gesteigerten Zuckererträgen beigetragen.

Züchterische Entwicklung bei Winterweizen (ermittelt anhand langjähriger Wertprüfungsdaten)

 MerkmalPannonisches TrockengebietFeuchtgebiet
 QualitätsweizenMahlweizenQualitätsweizen Mahlweizen
 Auswinterung0-00
 Ährenschieben0+0+
AgronomischeGelbreife00++
EigenschaftenWuchshöhe++0++
 Lager++++++
 Auswuchs0000
 Mehltau+++++++++++
 Braunrost++++++++++
 Gelbrost+++0
KrankheitenSchwarzrost+0+0
Blattseptoria (Sept. nodorum)++++++
 Septoria tritici-Blattdürre0+0++
 DTR-Blattdürre0+0+
 Ährenfusarium0000
 Kornertrag++++++++++
Ertrags- undRohproteinertrag++++++++
QualitätsmerkmaleHektolitergewicht+0++
 Rohproteingehalt---- -

+++ = Sehr günstige züchterische Entwicklung (Verbesserte Winterfestigkeit, frühes Ährenschieben, frühe Reife, kürzerer Halm, geringere Lagerneigung, geringere Auswuchsneigung, geringere Anfälligkeit für Krankheiten, höheres Ertragspotenzial, höherer Rohproteinertrag, höheres Hektolitergewicht, höherer Rohproteingehalt)

0          = Kein eindeutiger Trend erkennbar

- - -     = Sehr ungünstige züchterische Entwicklung (Geringere Winterfestigkeit, spätes Ährenschieben, späteReife, längerer Halm, stärkere Lagerneigung, stärkere Auswuchsneigung, stärkere Anfälligkeit für Krankheiten, geringeres Ertragspotenzial, geringerer Rohproteinertrag, geringeres Hektolitergewicht, geringerer Rohproteingehalt)

Winterweizensorten im pannonischen Trockengebiet: Geringere Krankheitsanfälligkeit durch Züchtung (ermittelt anhand langjähriger Wertprüfungsdaten)

Resistenz gegen Schadorganismen
Grundsätzlich kann gegen eine Vielzahl von Schadorganismen eine Resistenzzüchtung betrieben werden. Die
Verfügbarkeit von Resistenzquellen, bestimmte Züchtungsmethoden und wirtschaftliche Zwänge wirken
allerdings einschränkend. Große praktische Bedeutung hat die Züchtung gegen Viruskrankheiten,
Pilzkrankheiten und Nematoden sowie zunehmend auch die Insektenresistenz
. Bei einer gegen Krankheiten
widerstandsfähigen Sorte ist der Befallsbeginn deutlich hinausgezögert und die Befallsstärke reduziert.
Mit der Stärke des Krankheitsbefalls geht das Ausmaß möglicher Ertrags- und Qualitätsverluste einher.
Neuere Gersten- und Weizensorten sind weniger krankheitsanfällig als die in den 1960er, 1970er und 1980er
Jahren gebräuchlichen Züchtungen.
Derzeit sind 24 der 34 gelisteten Sommergersten weitgehend
mehltauresistent (Ausprägungsstufe 2). Allerdings ist die Resistenzausprägung keine unveränderliche
Eigenschaft, sondern kann im Laufe der Jahre graduell abnehmen oder infolge einer Änderung des
Virulenzspektrums völlig „zusammenbrechen“. Auch gegen Zwergrost, Braunrost, Gelbrost, Rhynchosporium
und Netzflecken stehen gut widerstandsfähige Getreidesorten bereit. Wegen des teils höheren N-Angebotes,
dichterer Bestände und veränderter Wirtschaftsweisen (z.B. vereinfachte Fruchtfolgen, reduzierte
Bodenbearbeitung) hat der Befall auf den Praxisschlägen nicht im selben Ausmaß abgenommen, als es der
genotypische Fortschritt aufzeigt. Bei Weizen bereiten Gelbrost, Septoria tritici-Blattdürre, DTR-Blattdürre
und Ährenfusarium fallweise mehr Probleme als früher. In Feucht- und Übergangslagen sind Winter- und
Sommergerste oft massiv von der Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) betroffen. Die Tendenz zur
Vorverlegung der Saatzeit von Wintergetreide kann bei milder Spätsommer- und Herbstwitterung Probleme
durch viröse Verzwergung (Viröse Gelbverzwergung, Weizenverzwergung) verursachen. Die Weizen- und
Maiszüchter investieren erhebliche Mittel in die Erhöhung der Fusariumresistenz.
Zahlreiche Kartoffelsorten sind gegen eine oder mehrere Virosen sowie bestimmte Pathotypen von
Nematoden und Kartoffelkrebs resistent. In den vergangenen Jahren wurden ausschließlich gegen Rizomania
tolerante Zuckerrüben registriert. Mehrere Zuckerrübensorten sind gegen Cercospora, Rhizoctonia oder
Nematoden widerstandsfähig. Auch bei Körnerleguminosen, Körnerraps, Sonnenblume und weiteren
Pflanzenarten sind Sorten mit befriedigender bis guter Widerstandskraft gegen Schaderreger vorhanden.

Winterweizensorten im Feuchtgebiet: Geringere Krankheitsanfälligkeit durch Züchtung (ermittelt anhand langjähriger Wertprüfungsdaten)

Krankheitsanfälligkeitsindex: Der in den Parzellen ermittelte Krankheitsbefall (Boniturwerte) kann
entsprechend der ökonomischen Bedeutung (Einschätzung) der einzelnen Erreger mit einem Faktor versehen
zu einer dimensionslosen Zahl, dem Anfälligkeitsindex, verrechnet werden. Diese Indexwerte geben einen
allgemeinen Überblick vom Resistenzniveau der Sorten. Die kombinierte Darstellung von Indexwerten und
Zulassungsjahr zeigt in einprägsamer Weise die Erfolge der Resistenzzüchtung. Dank züchterischer
Bemühungen ist bei den meisten Pflanzenarten ein deutlicher Trend zu niedrigeren Indexzahlen (d.h.
geringere Anfälligkeit, höheres Resistenzniveau) erkennbar. Am günstigsten liegen bei Winterweizen die
Sorten Adamus, Advokat, Aloisius, Angelus, Arminius, Capo, Edda, Ellis, Emotion, Enrico, Frisky, LG Gelik,
Mandarin, Pankratz, Safran, Spontan, SU Habanero, SU Mangold, Thalamus, Tillsano und Tobias. Von den
registrierten Sommergersten zeigen Avus, Elektra, Elena, Elfriede, Ellinor, Escalena, Laureate, Mazarine,
Tasja und WPB Lipizza günstige Indexwerte.

Der Anbau von Sorten, welche gegen Krankheiten und Schädlinge widerstandsfähig sind, ist eine
kostengünstige und umweltschonende Maßnahme des Pflanzenschutzes. Die Einsparung an fungiziden
Wirkstoffen trägt wirkungsvoll zur Verminderung von Umweltbelastungen bei.

Sommergerstensorten im pannonischen Trockengebiet: Geringere Krankheitsanfälligkeit durch Züchtung (ermittelt anhand langjähriger Wertprüfungsdaten)

Qualität, Verwertungseignung
Die Qualitätsanforderungen des Marktes sind größer als zu Beginn der 1990er Jahre. Bei vielen
Verarbeitungsbetrieben (z.B. Mühlen, Mälzereien, Ethanolerzeugung, Kartoffelverwertung, Futtermittelwerke,
Zucker- und Stärkefabriken) hängt die Wirtschaftlichkeit der Produktion wesentlich von der Rohstoffqualität
ab. Manche Nutzungen wurden erst durch züchterisch geänderte Qualitätseigenschaften ermöglicht,
beispielsweise die Verwendung von erucasäure- und glucosinolatarmen Rapssorten (00-Sorten) für Speiseöl
oder Sonnenblumen mit gesteigertem Anteil an Ölsäure für technische Zwecke. Im Winterweizensortiment
des Alpenvorlandes zeigen die Hektolitergewichte in den letzten Jahrzehnten eine genotypisch bedingte
Zunahme von durchschnittlich 77 bis 78 kg (Mahlweizen) bzw. 79 bis 80 kg (Qualitätsweizen) auf 78 bis 80
kg (Mahlweizen) bzw. 80 bis 82 kg (Qualitätsweizen). Wegen der negativen intervarietalen
(zwischensortlichen) Korrelation zwischen Ertragspotenzial und Rohproteingehalt nahm letzterer in den
vergangenen vier Jahrzehnten im Mittel um 0,7 bis 1,5 % ab. Verarbeitungseignung und Backpotenzial der
Sorten haben dank günstigerer Proteinqualität aber nicht gelitten. Bei Roggen wurden durch Züchtung die
Fallzahl- und Amylogrammwerte tendenziell erhöht. Bei Wintergerste stiegen die Hektolitergewichte um 1 bis
3 kg und die Marktwarenanteile um 2 bis 6 % an. Der Futterwert (Metabolisierbare Energie) zeigt ebenfalls
eine leicht steigende Tendenz, obzwar der Rohproteingehalt rückläufig ist. Die heutigen Sommerbraugersten
weisen einen höheren Vollgerstenanteil auf, können in kürzerer Zeit vermälzt werden und liefern mehr
vergärbaren Extrakt. Bei Sommerdurum gab es bei der Ausprägung der Glasigkeit, der Grießausbeute, beim
Glutenindex und Gelbpigmentgehalt Fortschritte. Der Gesamtölgehalt neuerer Rapssorten liegt bei 43 bis 45
% (in TS.) gegenüber 42 bis 44 % bei den vor zwei Jahrzehnten registrierten Züchtungen. Neuere
Sonnenblumensorten weisen einen Ölgehalt von durchschnittlich 49 bis 53 % (in TS.) auf, bei den zwischen
1986 und 1990 registrierten Züchtungen variiert er zwischen 44 bis 51 %.

Geändertes Schema zur Sortenbeschreibung

Schema bis Oktober 2018
Sortenmerkmale werden meist mit Ausprägungsstufen von 1 bis 9 beschrieben. Von 1971
(Sortenbeschreibung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen) bzw. 1972 (Zusammenfassung mehrjähriger
Versuchsergebnisse) bis Oktober 2018 beschrieben niedrige Noten (etwa von 1 bis 3) im Allgemeinen eine
günstige, und hohe Noten (etwa von 7 bis 9) im Allgemeinen eine ungünstige Ausprägung der jeweiligen
Werteigenschaft. Für Merkmale wie Auswinterung, Lager, Halmknicken, Stängelbruch, Krankheiten, Ertrag,
Hektolitergewicht, Kornsortierung, Mehlausbeute usw. war dies problemlos möglich. In diesen Fällen besteht
kein Zweifel darüber was positiv oder negativ ist.
 

Grenzen des bis Oktober 2018 geltenden Notenschemas
Bei manchen Merkmalen traf dieses Schema allerdings weniger oder nur für bestimmte Nutzungsrichtungen
zu. Beispielsweise wurde ein kurzer Wuchs als „im Allgemeinen günstig“ bezeichnet. Bei Sojabohne kann ein
solcher allerdings zu mehr Kornverlusten führen. Für Bioflächen oder Betriebe mit erhöhtem Einstreubedarf
sind mittellang- oder langhalmige Getreidesorten oft geeigneter. Auch bei Silomais, Grünroggen oder
Triticale zur Biogasnutzung ist ein etwas längerer Wuchs günstig. Eine frühe Reife, bisher gekennzeichnet
durch eine niedrige Note, ist nicht in derselben Weise wertvoll wie eine geringe Krankheitsanfälligkeit. Denn
Mais, Sojabohne, Sonnenblume oder Kartoffeln lukrieren durch Ausnutzung der Vegetationszeit im Herbst
häufig einen Mehrertrag. Für ein sortentypisch hohes Tausendkorngewicht wurden Noten von 1 bis 3 (nach
dem früheren Schema als sehr günstig bis günstig bezeichnet) vergeben. Wegen der zunehmenden
Saatgutkosten hat die landwirtschaftliche Praxis diese Eigenschaft mitunter jedoch negativ gesehen. Ein
höherer Proteingehalt von Qualitätsweizen, Durumweizen, Futtergerste oder Futtertriticale ist vorteilhaft.
Braugetreide, Weizen zur Stärkegewinnung oder Keksweizen soll hingegen proteinärmer sein. Roggensorten
mit sehr hohen Fallzahl- und Amylogrammwerten bewahren bei Auswuchswetter meist länger die Qualität
und sind bei Landwirten begehrt. Als backtechnisch optimal gelten hingegen Fallzahlen von 150 bis 200 s
und ein Amylogramm-Viskositätsmaximum von 600 bis 800 AE. Teige von Backweizensorten sollten viel
Wasser binden und knetstabil sein. Im Gegensatz dazu verlangt man von einem Keksweizen eine niedrige
Wasseraufnahme und geringe Knetstabilität. Extremwerte beim Dehnwiderstand und der Dehnbarkeit eines
Backweizenteiges sind meist unerwünscht, es geht um ein optimales Verhältnis zueinander. Eine sehr starke
Eiweißlösung von Braugerste wurde bis 2018 mit der Note 1 (d.h. sehr günstig) dargestellt. Die Mehrzahl der
Braumeister wünscht aber einen mittelhohen Anteil von 39 bis 42 % des Malzstickstoffs in der Würze.
Kartoffelsorten für Speisezwecke sollen einen möglichst hohen Knollenanteil in der mittleren Größenfraktion
aufweisen, Stärkekartoffeln können hingegen auch großfallend sein. Einer frühen Speisekartoffel soll ein
niedriger Stärkegehalt nicht negativ angelastet werden.


Neues Schema seit November 2018
Diesen Schwierigkeiten weicht man aus, wenn bei der Sortenbeschreibung auf den Hinweis „im Allgemeinen
günstig“ bzw. „im Allgemeinen ungünstig“ verzichtet wird. Im November 2018 erfolgte deshalb ein Umstieg
auf die Regel „1 = sehr gering ausgeprägt, 9 = sehr stark ausgeprägt“. Je nach Merkmal oder Nutzungsform
kann eine geringe Ausprägung (niedrige Note) günstig oder ungünstig sein, dasselbe gilt für eine starke
Ausprägung (hohe Note). Bei der Jugendentwicklung, den Ertragseigenschaften, der Stickstoffeffizienz,
vielen Qualitätsmerkmalen usw. erforderte dies ein Umdrehen der Skalenrichtung. Bei Merkmalen wie
Auswinterung, Ährenschieben, Reifezeit, Wuchshöhe, Neigung zu Lager oder Auswuchs, Anfälligkeit für
Krankheiten usw. blieb die Laufrichtung der Skala gleich.
 

Geänderte Skalenrichtung bei zahlreichen Merkmalen
Im Folgenden sind jene Merkmale der einzelnen Pflanzenarten aufgezählt, bei denen die Skalenrichtung im
Vergleich zu 2018 oder früher geändert wurde.


Winterweichweizen: Kornertrag, N-Effizienz, Tausendkorngewicht, Hektolitergewicht, Mehlausbeute,
Kornhärte, Rohproteingehalt, Feuchtklebergehalt, Kleberquellzahl, Sedimentationswert, Fallzahl,
Wasseraufnahme, Teigstabilität, Teigqualitätszahl, Teigdehnbarkeit, Dehnwiderstand, Teigenergie, RMTBackvolumen,
Alveogramm-W-Wert, Alveogramm-G-Wert
Winterroggen: Kornertrag, Tausendkorngewicht, Hektolitergewicht, Rohproteingehalt, Fallzahl,
Amylogramm-Viskositätsmaximum, Amylogramm-Verkleisterungstemperatur
Triticale: Kornertrag, N-Effizienz, Tausendkorngewicht, Hektolitergewicht, Rohproteingehalt, Fallzahl
Winterdinkel: Vesenertrag, Kernertrag, Kernanteil, Tausendvesengewicht, Tausendkerngewicht,
Hektolitergewicht (Vesen, Korn), Korntyp, Mehlausbeute, Rohproteingehalt, Feuchtklebergehalt,
Kleberquellzahl, Sedimentationswert, Fallzahl, Wasseraufnahme, Teigstabilität, Teigqualitätszahl,
Teigdehnbarkeit, Dehnwiderstand, Teigenergie, RMT-Backvolumen
Wintergerste, Sommergerste: Kornertrag, N-Effizienz, Marktwarenanteil, Vollgerstenanteil,
Tausendkorngewicht, Hektolitergewicht, Rohproteingehalt, Malzextraktgehalt, Friabilimeterwert, Löslicher
Stickstoffgehalt, Kolbachzahl, Diastatische Kraft
Durumweizen: Kornertrag, N-Effizienz, Tausendkorngewicht, Hektolitergewicht, Rohproteingehalt,
Glutenindex, Fallzahl, Amylogramm-Viskositätsmaximum, Amylogramm-Verkleisterungstemperatur,
Ganzglasigkeit, Grießausbeute, Gelbpigmentgehalt
Sommerweichweizen: Kornertrag, N-Effizienz, Tausendkorngewicht, Hektolitergewicht, Mehlausbeute,
Kornhärte, Rohproteingehalt, Feuchtklebergehalt, Kleberquellzahl, Sedimentationswert, Fallzahl,
Wasseraufnahme, Teigstabilität, Teigqualitätszahl, Teigdehnbarkeit, Dehnwiderstand, Teigenergie, RMTBackvolumen
Hafer: Kornertrag, N-Effizienz, Tausendkorngewicht, Hektolitergewicht, Rohproteingehalt, Rohfettgehalt
Mais: Jugendentwicklung, Kornertrag, Trockenmasseertrag, Kolbenanteil
Körnersorghum: Jugendentwicklung, Druscheignung, Tausendkornmasse
Ackerbohne: Jugendentwicklung, Tausendkornmasse, Rohproteingehalt
Körnererbse: Jugendentwicklung, Tausendkornmasse, Rohproteingehalt
Sojabohne: Jugendentwicklung, Tausendkornmasse, Rohproteingehalt, Ölgehalt
Sonnenblume: Jugendentwicklung, Tausendkornmasse, Ölgehalt
Ölkürbis: Jugendentwicklung, Tausendkornmasse, Ölgehalt
Winterkörnerraps: Tausendkornmasse, Ölgehalt
Winterkümmel: Entwicklung vor Winter, Entwicklung nach Winter, Tausendkornmasse
Mohn: Tausendkornmasse
Zuckerrübe: Jugendentwicklung, Blattentwicklung
Futterrübe: Rübenertrag, Blattertrag, Trockenmasseertrag
Kartoffel: Knollenanzahl pro Pflanze, Knollenertrag, Stärkeertrag, Stärkegehalt
Luzerne, Weißklee, Rotklee, Hornklee: Narbendichte, Nachtriebsstärke
Gräser: Narbendichte, Nachtriebsstärke, Ausdauer
Sommerzwischenfrüchte: Jugendentwicklung, Trockenmasseertrag, Rohproteinertrag, Tausendkornmasse
Winterzwischenfrucht (Winterrübsen): Frühjahrsentwicklung, Trockenmasseertrag, Rohproteinertrag

Erläuterungen zu den Tabellen und Ausprägungsstufen

Transformation der Daten in Ausprägungsstufen (Sortenbeschreibung)
Um jahresspezifische Niveaus infolge unterschiedlicher Prüfzeiträume auszuschalten, sowie zur besseren
Lesbarkeit, werden die Mess-, Zähl- und Boniturdaten in Ausprägungsstufen (Noten von 1-9) transformiert.
Diese werden aus Mittelwerten orthogonaler Datensätze, aus Differenzen zu langjährig geprüften
Referenzsorten und aus adjustierten Mittelwerten berechnet. Die Einstufungen in das Schema von 1-9
werden laufend aktualisiert. Die hier vorgenommenen Beurteilungen können beispielsweise von den bei der
Zulassung vergebenen Noten wesentlich abweichen, wenn infolge einer Veränderung des
Pathotypenspektrums von Schaderregern eine Änderung des Resistenzverhaltens eingetreten ist.

Ausprägungsstufen (APS)

1 = sehr gering ausgeprägt, … 9 = sehr stark ausgeprägt

APSJugendentwicklungÄhrenschiebenWuchshöheNeigung zu:KornertragQualitätsmerkmale
 FrühjahrsentwicklungRispenschieben AuswinterungVesenertragGehalte
 NachtriebsstärkeBlühbeginn VerunkrautungTrockensubstanzertrag 
 NarbendichteReifezeit SchosserbildungRohproteinertrag 
 Blattabreife  LagerÖlertrag 
    AuswuchsKnollenertrag 
    HalmknickenStärkeertrag 
    ÄhrenknickenRübenertrag 
    StängelbruchZuckerertrag 
    Kornausfall usw.Blattertrag 
    /Anfälligkeit für:  
    Krankheiten  
    Schädlinge  
1sehr gering (sehr langsam)sehr frühsehr kurzfehlend oder sehr geringsehr niedrigsehr niedrig
2sehr gering bis geringsehr früh bis frühsehr kurz bis kurzsehr gering bis geringsehr niedrig bis niedrigsehr niedrig bis niedrig
3gering (langsam)frühkurzgeringniedrigniedrig
4gering bis mittelfrüh bis mittelkurz bis mittelgering bis mittelniedrig bis mittelniedrig bis mittel
5mittelmittelmittelmittelmittelmittel
6mittel bis starkmittel bis spätmittel bis langmittel bis starkmittel bis hochmittel bis hoch
7stark (rasch)spätlangstarkhochhoch
8stark bis sehr starkspät bis sehr spätlang bis sehr langstark bis sehr starkhoch bis sehr hochhoch bis sehr hoch
9sehr stark (sehr rasch)sehr spätsehr langsehr starksehr hochsehr hoch

Sortenbeschreibung, Ausprägungsstufen
· Das in den Tabellen genannte „Züchterland“ (Internationales KFZ-Unterscheidungskennzeichen) bezieht
sich auf den Firmensitz des Ursprungszüchters.
· Eine hohe Ausprägungsstufe bei Krankheiten (z.B. Note 7, 8 oder 9) bedeutet nicht, dass zwangsläufig
mit einem starken Befall zu rechnen ist. Denn in einigen Gebieten sind bestimmte Krankheiten generell
unbedeutend (z.B. Rhynchosporium der Gerste in Ostösterreich, Gerstenmehltau in Kärnten,
Roggenmehltau im Mühl- und Waldviertel). Weiters treten einige Krankheiten seltener auf (z.B.
Schwarzrost des Weizens) oder sind nur kleinflächig vertreten (z.B. Gelbmosaikvirus der Gerste).
· Ist die Datenbasis nicht ausreichend, wird die Sorte im betreffenden Merkmal nicht eingestuft. Die
Anfälligkeit für manche Krankheiten ist aufgrund einer zu geringen Zahl geeigneter Ergebnisse nicht (z.B.
Pseudocercosporella-Halmbruch und Schwarzbeinigkeit des Getreides, Zwergsteinbrand) oder nicht mehr
(z.B. Viröse Verzwergung bei Winterweizen, Wintertriticale und Wintergerste, Septoria-Spelzenbräune des
Weizens, Schwarzrost bei Triticale und Hafer) beschrieben.
· Die Einstufungen beziehen sich im strengen Sinne nur auf die jeweilige Pflanzenart. Bei einigen
Merkmalen (z.B. die Mehrzahl der Qualitätseigenschaften von Weichweizen, Durumweizen, Gerste,
Triticale und Hafer) wurden die Skalen so gelegt, dass näherungsweise auch ein Vergleich zwischen der
Winter- und Sommerform dieser Getreidearten möglich ist. Bei Mais und Kartoffel ist eine exakte
Vergleichbarkeit nur innerhalb der Reifegruppen gegeben.

Relativerträge, Relativqualitäten
· Die auf Einzelstandorten, in den Regionen oder im Gesamtdurchschnitt erzielten Sortenerträge (Korn-,
Trockenmasse-, Knollen-, Stärke-, Rüben-, Zucker-, Rohprotein-, Ölertrag) werden in Relativprozent
(Rel%) dargestellt. Dieser relative Durchschnittsertrag einer Sorte an einem Ort bzw. in einer Region
ergibt sich aus den auf ein Standardmittel (Durchschnitt von bis zu sechs Standardsorten) bezogenen
Erträgen.
· Mehrere Jahre nicht mehr geprüfte Sorten fehlen in diesen Tabellen und scheinen nur mehr in der
Sortenbeschreibung (Ausprägungsstufen von 1-9) auf.
· Liegen an einem Anbauort oder in einer Region zuwenig Resultate vor, wird dies durch ein „ – “
angezeigt.
· Bei Getreide wurden, sofern keine neueren Ergebnisse verfügbar waren, auch zurückliegende
Ertragszahlen einbezogen.
· Zur Einschätzung der standörtlichen Güte werden die Standardmittelerträge in absoluten Zahlen
angeführt. Dabei ist zu beachten, dass Erträge aus Parzellenprüfungen aufgrund von Randeffekten usw.
um etwa 12 bis 18 % über den Leistungen der entsprechenden Großflächen liegen. Für den Landwirt sind
die Relationen der Sorten zueinander entscheidend.
· Bei Zuckerrübe werden Qualitätsmerkmale wie der Zuckergehalt und der Standardmelasseverlust in der
oben beschriebenen Weise dargestellt.


Absolutdifferenzen, Absolutmittel
· Für einige Merkmale werden Absolutdifferenzen zum Standardmittel angeführt: z.B. bei Körnermais
(Kornfeuchte, Stängelbruch), bei Silomais (Kolbenanteil, Trockensubstanzgehalt), bei Sorghum
(Kornfeuchte), bei Ackerbohne und Körnererbse (Rohproteingehalt), bei Sojabohne (Rohproteingehalt,
Ölgehalt) und Ölpflanzen (Ölgehalt).
· Bei Winterweizen, Körnerroggen, Wintertriticale, Dinkel, Wintergerste, Durumweizen,
Sommerweichweizen, Sommergerste, Hafer und Kartoffel werden ausgewählte Qualitätsmerkmale mit
ihren Mittelwerten präsentiert.

Charakterisierung der Versuchsstandorte

Die Sortenwertprüfung erfolgt auf unterschiedlichen Versuchsstandorten entsprechend der regionalen
Anbaubedeutung der Pflanzenart. Einzelne Standorte werden bereits seit den 1950er Jahren für Versuche
genutzt. Sie werden charakterisiert über den politischen Bezirk und die Seehöhe in Metern über der Adria.
Weiters werden die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge in mm sowie die durchschnittliche
Jahresmitteltemperatur in Grad C angegeben. Diese entstammen einer 30-jährigen Auswertung der flächigen
Gitterdaten von SPARTACUS der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) von 1990 bis
2019.


Versuchsstationen der AGES


Fuchsenbigl, Bez. Gänserndorf, NÖ.; pannonisches Klima, 143 m / 577 mm / 11,3 °C.
Tschernosem aus lehmig schluffig bis schluffig lehmigen Schwemmmaterialien, die in 30 bis 100 cm Tiefe
auf Schotter aufliegen, lokal in alten Flussrinnen tiefgründige Feuchtschwarzerde, je nach Mächtigkeit der
Feinbodendecke trocken, zur Trockenheit neigend, gut durchfeuchtet bis mäßig feucht (in der Rinne),
durchgehend hoher Kalkgehalt, neutral bis schwach alkalisch, mittlerer Humusgehalt.


Großnondorf, Bez. Hollabrunn, NÖ.; pannonisches Klima, 264 m / 529 mm / 10,6 °C.
Tschernosem auf Löss, lehmiger Schluff bis schluffiger Lehm, Humustiefe stark reliefbedingt (40 bis 90
cm), in Mulden Feuchtschwarzerde, je nach Relief mäßig trocken bis trocken, in Mulden gut bis mäßig
feucht, mittlerer Kalkgehalt, neutrale Reaktion, mittlerer Humusgehalt.


Grabenegg, Bez. Melk, NÖ.; mitteleuropäisches Übergangsklima mit atlantischem Einfluss,
260 m / 704 mm / 10,3 °C.
Grabenegg: Pseudovergleyte Braunerde aus schluffreichem, entkalktem, umgelagertem
Kalkmergelverwitterungsmaterial, lehmiger Schluff, wechselfeucht, tiefgründig, carbonatfrei, schwach
sauer bis neutral, Ackerkrume schwach humos bis humos.
Zinsenhof: Vergleyte Braunerde aus feinem Schwemmmaterial, sandiger Lehm bis lehmiger Schluff, gut
mit Wasser versorgt, mittel- bis tiefgründig, carbonathaltig, schwach sauer bis neutral, humos.

Hagenberg im Mühlkreis, Bez. Freistadt, OÖ.; mitteleuropäisches Übergangsklima mit polarem und
subpolarem Einfluss, 463 m / 772 mm / 9,1 °C.
Felsbraunerde, westlich Lockersedimentbraunerde, gering- bis mittelwertige Böden, humoser sandiger
Lehm mit Findelsteinen, in tieferen Schichten sandiger Lehm, Ton und Findelsteine, Durchlässigkeit mäßig
bis hoch, seicht- bis mittelgründige Kuppenlage trocken, tiefgründige Stellen gut wasserversorgt, im
Bereich der Lockersedimentbraunerde wechselfeucht, kalkfrei, schwach sauer bis sauer, niedriger
Humusgehalt.

Schönfeld an der Wild, Bez. Zwettl, NÖ.; mitteleuropäisches Übergangsklima mit polarem und subpolarem
Einfluss, 560 m / 648 mm / 8,1 °C.
Reliktpseudogley (tertiäre Kristallinverwitterung), sandiger Lehm bis schluffiger Lehm, vorwiegend aus
Gneis und Granulit, wechselfeucht durch Staukörper in ca. 40 bis 60 cm (Eluvialhorizont), kalkfrei,
schwach sauer bis sauer, humos bis schwach humos.

Gleisdorf, Bez. Weiz, Steiermark; illyrisches Klima, 380 m / 825 mm / 10,4 °C.
Innenschlag: Typischer Pseudogley, lehmiger Schluff bis schluffiger Lehm, aus Decklehmen auf quartärer
Terrasse, durch leichte Dichtlagerung im Unterboden wechselnd feucht, kalkarm bis kalkfrei, neutral bis
schwach sauer.
Außenschlag: Gley, schluffiger Lehm bis Lehm aus feinem Schwemmmaterial, im etwas höher liegenden
Areal vergleyte Lockersedimentbraunerde, lehmiger Schluff aus feinem Schwemmmaterial als
Schwemmfächer, beide mäßig feucht (Überschwemmungsgefahr), kalkfrei bis kalkarm, neutral bis
schwach sauer.

Pitzelstätten, Bez. Klagenfurt-Wölfnitz, Kärnten; illyrisches Klima, 449 m / 925 mm / 9,8 °C.
Lockersedimentbraunerde, lehmiger Sand aus feinen kalkfreien spätglazialen Sedimenten über
verschieden hoch liegendem Schotter, je nach Mächtigkeit der Feinsedimentdecke trocken, mäßig trocken
bis gut wasserversorgt, kalkfrei bis kalkarm, schwach sauer, humos.

 

Sortenprüfstellen der AGES und autorisierter Institutionen
 

Burgenland
 

Albrechtsfeld bei Andau, Bez. Neusiedl am See; 121 m / 551 mm / 11,5 °C.
Tschernosem, Paratschernosem und Feuchtschwarzerde, leicht bis mittelschwer.

Andau, Bez. Neusiedl am See; 116 m / 552 mm / 11,5 °C.
Feuchtschwarzerde, mittel- bis tiefgründig, mittel bis schwer.

Deutsch Jahrndorf, Bez. Neusiedl am See; 140 m / 573 mm / 11,3 °C.
Tschernosem (in der Nähe der Leitha Feuchtschwarzerde) mit wechselnder Gründigkeit und
Bodenschwere.

Eltendorf, Bez. Jennersdorf; 229 m / 712 mm / 10,9 °C.
Kalkfreie pseudovergleyte Lockersedimentbraunerde und typischer Pseudogley, je nach Lage auf dem
Schwemmfächer des Limbaches.

Frauenkirchen, Bez. Neusiedl am See; 124 m / 567 mm / 11,7 °C.
Tschernosem auf Niederterrasse, leicht bis mittelschwer.

Jennersdorf, Bez. Jennersdorf; 240 m / 744 mm / 10,9 °C.
Gley, kalkfreie Lockersedimentbraunerde, entlang des Raabflusses Brauner Auboden, tiefgründig.

Mattersburg, Bez. Mattersburg; 256 m / 679 mm / 10,9 °C.
Tschernosem und Feuchtschwarzerde, tiefgründig, mittelschwer, mittelhumos.

Rotenturm an der Pinka, Bez. Oberwart; 284 m / 677 mm / 10,7 °C.
Lockersedimentbraunerde, tiefgründig, kalkfrei.

St. Andrä am Zicksee, Bez. Neusiedl am See; 117 m / 575 mm / 11,6 °C.
Tschernosem und Feuchtschwarzerde, leicht bis mittelschwer.

Wallern im Burgenland, Bez. Neusiedl am See; 117 m / 589 mm / 11,6 °C.
Feuchtschwarzerde, Anmoor, mittel- bis tiefgründig, mäßig bis stark kalkhaltig, mäßige Speicherkraft.

 

Niederösterreich

Absdorf, Bez. Tulln; 182 m / 607 mm / 10,9 °C.
Feuchtschwarzerde, Tschernosem, mittel- bis tiefgründig, stark kalkhaltig, mäßige Speicherkraft.

Angern an der March, Bez. Gänserndorf; 143 m / 550 mm / 11,0 °C.
Feuchtschwarzerde, tiefgründig, kalkhaltig, mittelhumos, trocken bis mäßig feucht.

Berg, Bez. Bruck an der Leitha; 136 m / 628 mm / 11,3 °C.
Grauer Auboden aus Schwemmmaterial, tiefgründig, mäßige bis hohe Durchlässigkeit, sandiger Schluff,
mittelhumos und stark kalkhaltig.

Breitenfeld, Bez. Zwettl, NÖ.; 569 m / 658 mm / 8,1 °C.
Braunerde, tiefgründig, wechselfeucht, mäßige bis geringe Durchlässigkeit, lehmiger Sand, mittelhumos,
kalkfrei.

Brunn an der Wild, Bez. Horn; 520 m / 612 mm / 8,4 °C.
Felsbraunerde, Lockersedimentbraunerde, tiefgründig, mittelhumos, kalkfrei.

Diendorf, Bez. St. Pölten-Land; 200 m / 605 mm / 10,9 °C.
Entkalkter Brauner Tschernosem aus Löss.

Eichhorn, Bez. Gänserndorf; 172 m / 547 mm / 10,5 °C.
Tschernosem und Kulturrohboden, tiefgründig, mittelschwer bis schwer.

Engelhartstetten, Bez. Gänserndorf; 144 m / 565 mm / 11,2 °C.
Kalkhaltige Feuchtschwarzerde aus Feinsedimenten, lehmiger Schluff, mittelhumos.

Erlauf, Bez. Melk; 215 m / 681 mm / 10,5 °C.
Tiefgründige Lockersedimentbraunerde oder Parabraunerde, mittelhumos.

Flinsbach, Bez. St. Pölten-Land; 312 m / 685 mm / 10,4 °C.
Braunerde, zum Teil vergleyt, tiefgründig, mittelschwer bis schwer.

Gerhaus, Bez. Bruck an der Leitha; 147 m / 587 mm / 11,3 °C.
Tschernosem, Feuchtschwarzerde, tiefgründig, mittelschwer bis schwer.

Ginzersdorf, Bez. Mistelbach; 178 m / 537 mm / 10,5 °C.
Tschernosem, mäßig trockene Schwarzerde, tiefgründig, mittelhumos.

Groß-Enzersdorf, Bez. Gänserndorf; 154 m / 569 mm / 11,2 °C.
Mittel- bis tiefgründiger Tschernosem, lehmiger Schluff, geringe bis mittlere Speicherkraft, mittelhumos,
stark kalkhaltig.

Großharras, Bez. Mistelbach; 188 m / 530 mm / 10,7 °C.
kalkhaltige Feuchtschwarzerde aus Feinsedimenten, mäßige Durchlässigkeit, lehmiger Sand, mittelhumos.

Guntersdorf, Bez. Hollabrunn; 247 m / 503 mm / 10,7 °C.
Tiefgründiger Tschernosem, mittelhumos.

Hohenau an der March, Bez. Gänserndorf; 160 m / 530 mm / 10,4 °C.
Tschernosem aus Löss, kalkhaltig, vereinzelt kalkarm, tiefgründig, mittelschwer.

Judenau-Baumgarten, Bez. Tulln; 188 m / 651 mm / 10,9 °C.
Tiefgründiger Tschernosem, mittelhumos.

Kilb bei Mank, Bez. Melk; 299 m / 839 mm / 10,3 °C.
Pseudogley bis Gley, tiefgründig, mittelschwer.

Langenrohr, Bez. Tulln; 175 m / 623 mm / 10,9 °C.
Tschernosem, tiefgründig, kalkarm bis kalkhaltig, mittelhumos, mäßig trocken bis mäßig feucht.

Lassee, Bez. Gänserndorf; 144 m / 585 mm / 11,2 °C.
Tschernosem aus kalkhaltigen Feinsedimenten, lehmiger Schluff, mittelhumos.

Limbach, Bez. Zwettl; 562 m / 670 mm / 8,2 °C.
Reliktpseudogley, mittelschwer.

Loosdorf, Bez. Mistelbach; 182 m / 531 mm / 10,6 °C.
Tschernosem, tiefgründig.

Mannswörth, Bez. Wien-Umgebung; 178 m / 584 mm / 11,2 °C.
Tschernosem, trocken bis mäßig trocken, kalkhaltig, mäßige Speicherkraft.

Maria Taferl, Bez. Melk; 365 m / 740 mm / 9,7 °C.
Mittelgründige, trockene, kalkfreie Braunerde, lehmiger Sand.

Melk, Bez. Melk; 260 m / 608 mm / 10,5 °C.
Tag- und hangwasservernässter mittelschwerer Pseudogley.

Michelhausen, Bez. Tulln; 195 m / 607 mm / 10,9 °C.
Tschernosem, Feuchtschwarzerde, tiefgründig, schluffiger Lehm.

Mistelbach (LFS Mistelbach), Bez. Mistelbach; 250 m / 525 mm / 10,5 °C.
Tschernosem, mittel- bis tiefgründig, mittelschwer bis schwer, mittlerer Kalkgehalt.

Oberfellabrunn, Bez. Hollabrunn; 266 m / 594 mm / 10,5 °C.
Tschernosem, tiefgründig, mittelhumos.

Oberhausen, Bez. Gänserndorf; 149 m / 573 mm / 11,2 °C.
Grauer Auboden aus feinem Schwemmmaterial, tiefgründig, mäßig trocken, mäßige Durchlässigkeit,
lehmiger Sand oder sandiger Schluff, mittelhumos, stark kalkhaltig.

Obersiebenbrunn, Bez. Gänserndorf; 151 m / 547 mm / 11,3 °C.
Tschernosem aus kalkhaltigen Feinsedimenten auf Schotter, mittelgründig, leicht bis mittelschwer,
mittlerer Kalkgehalt.

Persenbeug, Bez. Melk; 222 m / 780 mm / 10,3 °C.
Grauer Auboden, tiefgründig.

Pottendorf, Bez. Baden; 214 m / 616 mm / 11,1 °C.
Tschernosem, Auboden, seicht- bis tiefgründig, leicht bis mittelschwer.

Prellenkirchen, Bez. Bruck an der Leitha; 178 m / 613 mm / 11,2 °C.
kalkfreie bis leicht kalkhaltige Tschernoseme auf Terrassenschotter, mittel- bis seichtgründig, leicht bis
mittelschwer.

Prinzersdorf, Bez. St. Pölten-Land; 251 m / 696 mm / 10,6 °C.
Braunerde, zum Teil vergleyt, tiefgründig, mittelschwer.

Pultendorf, Bez. St. Pölten-Land; 277 m / 685 mm / 10,4 °C.
Braunerde, zum Teil vergleyt, tiefgründig, mittelschwer bis schwer.

Pyhra (LFS Pyhra), Bez. St. Pölten-Land; 325 m / 799 mm / 10,0 °C.
Pseudogley, kalkfrei, mittelschwer bis schwer.

Rußbach, Bez. Korneuburg; 280 m / 616 mm / 10,5 °C.
Tiefgründiges Kolluvium, mäßige Durchlässigkeit, lehmiger Schluff, stark kalkhaltig und mittelhumos.

Rust im Tullnerfeld, Bez. Tulln; 185 m / 593 mm / 10,9 °C.
Tiefgründige, mittelhumose Feuchtschwarzerde, mäßig bis stark kalkhaltig.

Sigmundsherberg, Bez. Horn; 424 m / 549 mm / 9,6 °C.
Tiefgründige, schwach saure Lockersediment- und Parabraunerden, mittelschwer.

Sitzendorf an der Schmida, Bez. Hollabrunn; 237 m / 547 mm / 10,7 °C.
Tiefgründiger Tschernosem, mittelhumos.

Sommerein, Bez. Bruck an der Leitha; 197 m / 627 mm / 11,3 °C.
Feuchtschwarzerde, tiefgründig, wechselfeucht mit Überwiegen der trockenen Phasen, mäßige
Durchlässigkeit, sandiger Lehm, stark kalkhaltig.

Staasdorf, Bez. Tulln; 182 m / 651 mm / 10,9 °C.
Tschernosem und Feuchtschwarzerde, mittel- bis tiefgründig, mittelschwer bis schwer.

Stronsdorf, Bez. Mistelbach; 193 m / 545 mm / 10,6 °C.
Tschernosem auf Hochterrasse, milder Lehm.

Tulln, Bez. Tulln; 172 m / 639 mm / 10,9 °C.
Tschernosem auf Niederterrasse, stark kalkhaltig, alkalisch, tiefgründig, mittelschwer.

Ulrichschlag, Bez. Waidhofen an der Thaya; 518 m / 621 mm / 8,3 °C.
Kalkfreie Felsbraunerde, mittelschwer.

Unterwaltersdorf, Bez. Baden; 188 m / 594 mm / 11,2 °C.
Tschernosem, Feuchtschwarzerde, seicht- bis mittelgründig auf Schotter, leicht bis mittelschwer.

Waltersdorf an der March, Bez. Gänserndorf; 195 m / 551 mm / 10,3 °C.
Seichtgründige Tschernoseme auf teilweise mächtiger Lössunterlage, kalkhaltig, mittelschwer, gute
Wasserspeicherfähigkeit, mittlerer Humusgehalt. In den Niederungen entlang der Marchauen
Tschernoseme auf schotterhaltigem Schwemmboden der March, sandig, mittelschwer bis leicht, mittlere
Wasserspeicherfähigkeit, mittlerer bis niedriger Humusgehalt.

Warth (LFS Warth), Bez. Neunkirchen; 382 m / 824 mm / 9,2 °C.
Brauner Auboden, Rohauboden, Lockersedimentbraunerde, tiefgründig, mittelhumos, kalkfrei bis schwach
kalkhaltig.
 

Weikendorf, Bez. Gänserndorf; 145 m / 548 mm / 11,1 °C.
Tschernosem, Paratschernosem und Feuchtschwarzerde, mittelschwer.

Wieselburg an der Erlauf, Bez. Scheibbs; 269 m / 732 mm / 10,4 °C.
Kalkfreie Lockersedimentbraunerde, sandiger Schluff oder Schluff, tiefgründig.

Wullersdorf, Bez. Hollabrunn; 248 m / 622 mm / 11,0 °C.
Tschernosem auf Hochterrasse, milder Lehm, kalkhaltig, mittelhumos, tiefgründig.

Wultendorf, Bez. St. Pölten-Land; 253 m / 706 mm / 10,6 °C.
Mittelschwerer Lehm.

Zeillern, Bez. Amstetten; 314 m / 826 mm / 10,2 °C.
Tiefgründige pseudovergleyte Parabraunerde aus Deckenlehm.

Zwettl (LFS Edelhof), Bez. Zwettl; 593 m / 657 mm / 7,7 °C.
Felsbraunerde mit geringem Kalkgehalt aus grobem und feinem Lockermaterial (Gneis und ähnliches
Material), mäßig durchlässig, leicht bis mittelschwer (lehmiger Sand bis sandiger Lehm), mittelgründig,
schwach sauer.

 

Oberösterreich

Bad Wimsbach – Neydharting, Bez. Wels; 393 m / 899 mm / 10,0 °C.
Pseudovergleyte Lockersedimentbraunerde, tiefgründig, mittelhumos bei schwach saurer bis neutraler
Bodenreaktion.

Breitbrunn, Bez. Linz-Land; 304 m / 780 mm / 10,1 °C.
Braunerde, vergleyt oder pseudovergleyt, tiefgründig, mittelschwer.

Eferding, Bez. Eferding; 282 m / 766 mm / 10,3 °C.
Grauer Auboden, tiefgründig.

Freistadt, Bez. Freistadt; 563 m / 746 mm / 8,5 °C.
Felsbraunerde, lehmiger bis stark lehmiger Sand, aus silikatischem Gestein (Granit), reliefabhängige
Mächtigkeit, pseudovergleyte Felsbraunerde in seitlich abfallenden seichten Hangmulden, westlich lokaler
Reliktpseudogley, seichtgründige Kuppenlage trocken, mittelgründige Flächen mäßig trocken, tiefgründige
Stellen gut wasserversorgt, Areal der pseudovergleyten Felsbraunerde wechselfeucht, kalkfrei, schwach
sauer bis sauer, humos bis schwach humos.

Haid, Bez. Perg; 243 m / 766 mm / 10,5 °C.
Vergleyter Brauner Auboden aus jungem, feinem Schwemmmaterial, mittelschwer.

Jetzing, Bez. Linz-Land; 284 m / 793 mm / 10,2 °C.
Braunerde, lehmiger Schluff, mittelschwer.

Kirchberg-Thening, Bez. Linz-Land; 309 m / 784 mm / 10,1 °C.
Kalkfreie bis kalkarme Lockersedimentbraunerde, mäßige Durchlässigkeit, lehmiger Schluff, mittelhumos.

Mauthausen, Bez. Perg; 265 m / 772 mm / 10,3 °C.
Kalkfreie Braunerde bzw. stark kalkhaltiger Auboden, mäßige bis sehr hohe Durchlässigkeit, mittelhumos,
mittel- bis tiefgründig.

Naarn im Machlande, Bez. Perg; 243 m / 784 mm / 10,5 °C.
Vergleyter Brauner Auboden aus jungem, feinem Schwemmmaterial, mittelschwer.

Niederneukirchen, Bez. Linz-Land; 313 m / 849 mm / 10,3 °C.
Kalkfreie Lockersedimentbraunerde, mäßige Durchlässigkeit, Schluff, mittelhumos.

Pasching, Bez. Linz-Land; 295 m / 789 mm / 10,2 °C.
Braunerde, lehmiger Schluff, mittelschwer.

Reichersberg, Bez. Ried im Innkreis; 350 m / 827 mm / 9,7 °C.
Tiefgründige, mittelschwere sandige Lehmböden. Wenig wasserdurchlässiger Untergrund führt zu
gelegentlicher Oberflächenvernässung, pH-Wert 5,3 bis 6,8, Humusgehalt 1,5 bis 2,8 %.

Ritzlhof, Bez. Linz-Land; 280 m / 830 mm / 10,3 °C.
Lockersedimentbraunerde, lehmiger Schluff, tiefgründig, mittelschwer.

Schönering, Bez. Linz-Land; 270 m / 786 mm / 10,4 °C.
Brauner Auboden, Braunerde, tiefgründig, mittelschwer, mittelhumos.

Schwertberg, Bez. Perg; 250 m / 763 mm / 10,4 °C.
Lockersedimentbraunerde, tiefgründig.

St. Florian, Bez. Linz-Land; 249 m / 805 mm / 10,4 °C.
Kalkfreie bis kalkarme Lockersedimentbraunerde, geringe bis mäßige Durchlässigkeit, lehmiger Schluff,
mittel- bis tiefgründig.

St. Marien bei Ansfelden, Bez. Linz-Land; 338 m / 867 mm / 10,2 °C.
Lockersedimentbraunerde, Pseudogley, kalkarm bis kalkfrei, mittelschwer.

Wartberg an der Krems, Bez. Kirchdorf; 435 m / 1.061 mm / 10,1 °C.
Lockersedimentbraunerde, pseudovergleyt, tiefgründig, mittelschwer, lehmiger Schluff.

 

Steiermark


Bad Waltersdorf, Bez. Fürstenfeld; 370 m / 729 mm / 10,6 °C.
Mittelgründige, wechselfeuchte, kalkfreie Lockersedimentbraunerde und Pseudogley, lehmiger Sand und
lehmiger Ton.

Dobl, Bez. Graz-Umgebung; 349 m / 852 mm / 10,5 °C.
Brauner Auboden, Gley, mittel- bis tiefgründig, kalkfrei.

Feldbach, Bez. Feldbach; 295 m / 799 mm / 10,6 °C.
Gley und Pseudogley, tiefgründig, kalkfrei.

Fluttendorf bei Gosdorf, Bez. Radkersburg; 228 m / 828 mm / 10,9 °C.
Braunerde und Auboden, tiefgründig, mittelschwer.

Groß St. Florian, Bez. Deutschlandsberg; 295 m / 943 mm / 10,6 °C.
Entwässerter, kalkfreier Gley aus feinem Schwemmmaterial, tiefgründig.

Hatzendorf, Bez. Feldbach; 290 m / 777 mm / 10,5 °C.
Pseudogley, tiefgründig, mittelschwer.

Kalsdorf bei Ilz, Bez. Fürstenfeld; 290 m / 752 mm / 10,6 °C.
Auboden, kalkfrei, tiefgründig, leicht bis mittelschwer und Gley, kalkfrei, mittelschwer bis schwer.

Lannach, Bez. Deutschlandsberg; 330 m / 851 mm / 10,4 °C.
Brauner Auboden, tiefgründig.

Mureck, Bez. Südoststeiermark; 237 m / 918 mm / 10,9 °C.
Lockersedimentbraunerde, Brauner Auboden, tiefgründig, kalkfrei.

St. Georgen an der Stiefing, Bez. Leibnitz; 275 m / 838 mm / 10,3 °C.
Tiefgründiger, kalkfreier Brauner Auboden aus sandigem Schwemmmaterial.

St. Ruprecht an der Raab, Bez. Weiz; 376 m / 807 mm / 10,2 °C.
Pseudogley, tiefgründig, wechselfeucht, geringe Durchlässigkeit, mittelhumos, kalkfrei.

Vogau, Bez. Leibnitz; 260 m / 940 mm / 10,8 °C.
Lockersedimentbraunerde, tiefgründig.

Weinberg, Bez. Feldbach; 260 m / 758 mm / 10,4 °C.
Auboden und Gley, kalkfrei, tiefgründig, leicht bis mittelschwer.

Weiz, Bez. Weiz; 380 m / 811 mm / 9,9 °C.
Lockersedimentbraunerde und Gley, tiefgründig, kalkfrei bis kalkarm.

 

Kärnten

Grafenstein, Bez. Völkermarkt; 394 m / 956 mm / 10,1 °C.
Kalkfreier, mittelhumoser, tiefgründiger Brauner Auboden, mäßig feucht, schwach sauer.

Kappel am Krappfeld, Bez. St. Veit an der Glan; 596 m / 782 mm / 9,1 °C.
Kalkfreie Lockersedimentbraunerde aus Terrassenmaterial mit mitteltief- bis tiefliegender
Schotteroberkante.

Hörzendorf, Bez. St. Veit an der Glan, Kärnten; illyrisches Klima, 490 m / 853 mm / 9,7 °C.
Lockersedimentbraunerde, lehmiger Sand aus feinen kalkfreien spätglazialen Sedimenten über
verschieden hoch liegendem Schotter, je nach Mächtigkeit der Feinsedimentdecke trocken, mäßig trocken
bis gut wasserversorgt, kalkfrei bis kalkarm, schwach sauer, humos.

St. Paul im Lavanttal, Bez. Wolfsberg; 381 m / 802 mm / 9,9 °C.
Tiefgründige, mittelschwere bis schwere Lockersedimentbraunerde, pH-Wert 6,5, mittelhumos.

Wolfsberg, Bez. Wolfsberg; 466 m / 802 mm / 9,5 °C.
Tiefgründiger wechselfeuchter Pseudogley bzw. Braunerde, kalkfrei, mittelhumos.

 

Versuchsstation und Sortenprüfstellen der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für
Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein (HBLFA)


Lambach – Stadl-Paura, Bez. Wels-Land, OÖ.; mitteleuropäisches Übergangsklima mit atlantischem
Einfluss, 366 m / 894 mm / 10,2 °C.
Niederterrasse: Pararendsina, verschieden mächtig, wechselnder Grobgemengeanteil, aus feinem
mittelschwerem Schwemmmaterial auf kalkreichem Niederterrassenschotter, Braunerde aus kolluvialem
Material, trocken, stark kalkhaltig, neutral bis schwach alkalisch, mittlerer bis niedriger Humusgehalt.
Hochterrasse: Pseudovergleyte Parabraunerde und Parabraunerde aus lehmig schluffigen Deckschichten
der Hochterrasse, Parabraunerde mit guter, pseudovergleyte Parabraunerde mit mäßiger bis
wechselfeuchter Wasserversorgung, kalkfrei bis schwach kalkhaltig, neutral bis schwach sauer, humos bis
schwach humos.

Admont, Bez. Liezen, Steiermark; 640 m / 1.208 mm / 8,3 °C.
Tiefgründiger, kalkfreier, stark vergleyter Brauner Auboden, mittlerer Humusgehalt, mittelschwer.

Gumpenstein bei Irdning, Bez. Liezen, Steiermark; 710 m / 1.055 mm / 8,3 °C.
Braunerde aus fluvioglacialen Sedimenten auf grusreichem Grobsand, Sand und Schluff bis ca. 70 cm
Tiefe, leichte Bodenart, gute Wasserführung, kalkfrei, schwach saure Bodenreaktion, mittlerer
Humusgehalt.

Piber, Bez. Voitsberg, Steiermark; 480 m / 886 mm / 9,9 °C.
Tiefgründiger Hangpseudogley, carbonatfrei, wechselfeucht mit Überwiegen der Trockenphase, stark
humos, mittelschwer.

 

Sortenprüfstelle des Amtes der Tiroler Landesregierung, Fachbereich Landwirtschaftliches
Versuchswesen, Boden- und Pflanzengesundheit (LVW Tirol)

Imst, Bez. Imst, Tirol; 716 m / 743 mm / 9,4 °C.
Grauer Auboden aus vorwiegend feinem Schwemmmaterial, mittlere Gründigkeit, lehmiger Sand, hohe
Durchlässigkeit, stark kalkhaltig, pH-Wert 7,1, stark humos.
 

Feldanerkennungsflächen Anbaubedeutung von Sorten

Die nachfolgenden Tabellen (AGES – Institut für Saat- und Pflanzgut, Pflanzenschutzdienst und Bienen)
vermitteln ein detailliertes Bild der Saatgutvermehrung im Jahr 2021 in Österreich. Dabei handelt es sich um
die anerkannten Vermehrungsflächen (Summe von Züchtersaatgut, Vorstufensaatgut, Basissaatgut,
Zertifiziertes Saatgut bzw. Originalsaatgut). Für die zugelassenen Sorten werden auch die Zahlen der
zurückliegenden fünf Jahre dargestellt. Bei neuen Sorten ist zu berücksichtigen, dass sich diese erst ein
Absatz- und Verbreitungsgebiet schaffen müssen. Der Schwerpunkt der Erzeugung kann je nach Pflanzenart
und Sorte sehr verschieden sein. Mehr als die Hälfte der Gesamtfläche entfällt auf Niederösterreich. Mit
Ausnahme von Vorarlberg wird in jedem Bundesland Saatgut vermehrt.


Bei den meisten Getreidearten, Mais, Ackerbohne, Körnererbse, Sojabohne, Winterkörnerraps, Kartoffel und
Zuckerrübe erfolgt die Versorgung mit Saat- bzw. Pflanzgut überwiegend aus inländischer Produktion. Bei
den Futterpflanzen konzentriert sich die Produktion auf Wiesenfuchsschwanz, Glatthafer, Goldhafer,
Knaulgras, Wiesenschwingel, Englisches Raygras, Italienisches Raygras, Westerwoldisches Raygras,
Bastardraygras, Rotklee, Hornklee und Luzerne. Sämereien für den Landschaftsbau und Saatgut für
Rasenflächen werden großteils oder ausschließlich importiert. Zuletzt wurden auch wieder Vermehrungen
von Sonnenblume angelegt.


Verwendung von Originalsaatgut: Bei den meisten Getreidearten hat sich der Saatgutwechsel auf mittlerem
Niveau stabilisiert. Für die Saison 2019/20 wurde bei Weichweizen ein Wechsel von 43 % errechnet. Bei
Wintergerste, Roggen, Triticale, Durumweizen, Dinkel, Sommergerste und Hafer waren es 54 bis 76 %. Auf
der Sorghum- und Rispenhirsefläche wurde zu 86 % Originalsaatgut eingesetzt. Bei Körnererbse und
Ackerbohne beträgt der Saatgutwechsel 67 bzw. 24 %. Bei Sojabohne wurde eine Verwendung von 59 %
und bei Winterkörnerraps von 78 % Originalsaatgut errechnet. Die Kartoffelflächen wurden zu etwa 37 %
mit zertifiziertem Pflanzgut bestellt (BMLRT 2021). In privatwirtschaftlich organisierten Kontraktproduktionen
von Qualitätsweizen, Mahlweizen, Mahlroggen, Braugerste, Mais, Rispenhirse, 00-Ölraps, Sonnenblume,
Kartoffel und Mohn usw. ist teilweise ein verpflichtender Bezug von Saat- bzw. Pflanzgut festgeschrieben.
Wegen des Leistungsabfalls beim Nachbau von Hybridsorten bzw. der technisch schwierigen
Saatguterzeugung beträgt die Verwendung von Originalsaatgut bei Mais, Zucker- und Futterrübe,
Sonnenblume sowie Gräsern (nahezu) 100 %.


Repräsentativität der Feldanerkennungsflächen für die Anbaubedeutung von Sorten: Über die tatsächliche
Verbreitung einer Sorte liegen keine verlässlichen Zahlen vor. Bei Arten mit überwiegend inländischer
Saatgutversorgung wird die Bedeutung der Sorten von den Feldanerkennungsflächen einigermaßen
repräsentiert. Da jedoch Auswuchs auftritt, die technische Qualität von Saatgut zu einer Aberkennung der
Partie führen kann, ökonomische Gründe eine teilweise Verwertung als Konsumware erforderlich machen,
Saatgut exportiert und importiert wird bzw. Sorten ausschließlich für Exportzwecke erzeugt werden, sind
Produktion und Verbrauch im Bundesgebiet nicht identisch. Weiters sind ein unterschiedlich hoher
Überlagerungsanteil an Saatgut, Differenzen im Ertragspotenzial bzw. in der Produzierbarkeit der Sorten,
Jahreseinflüsse auf die Leistung, variable Sortierungen und damit Ausbeuteunterschiede sowie
korngrößenbedingt verschieden hohe Saatmengen zu bedenken. Bestimmte Sorten einer Pflanzenart weisen
einen stärkeren Saatgutwechsel auf als andere. Bei selbstbefruchtenden Getreidearten ist das Verhältnis von
Saatgutbedarf zu Anbaufläche einer Sorte in den ersten Jahren nach der Einführung oft höher als später.
Daher liefern die Feldanerkennungsflächen zwar gute, aber keine mathematisch genauen Hinweise zur
Anbaubedeutung der Sorten im Bundesgebiet. In der Saison 2020/21 wurde von Winterweizen,
Wintergerste, Roggen, Triticale, Dinkel, Winter- und Sommerdurum, Sommerweizen, Sommergerste,
Sommerhafer, Mais und Soja mehr Saatgut exportiert als importiert. Bei Sorghum, Sonnenblume, Raps und
Kartoffel war es umgekehrt (Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute Österreichs 2021).

Lebensdauer von Sorten: Die Lebensdauer von Sorten ist sehr verschieden. Sorten mit geringer Verbreitung
oder nur regionaler Vermarktung können mehrere Jahrzehnte existieren, während flächenmäßig bedeutende
Sorten mitunter rasch wieder abgelöst werden. Auch der Zuchtfortschritt bei einer Pflanzenart und das
unterschiedliche Sortenbewusstsein der Landwirte bei den einzelnen Arten wirken verlängernd oder
verkürzend auf die Lebensdauer von Sorten. Die Einführung neuer Qualitätsschemata oder
Qualitätsmerkmale (z.B. Backqualitätsschema ’94 bei Weizen, Fallzahl als relevantes Kriterium für den
Landwirt bei Weizen und Roggen), restriktivere Regelungen bei manchen Krankheiten (z.B. Höchstgehalt an
Mutterkornsklerotien bei Roggen, Grenzwerte für Fusariumtoxine und Ergotalkaloide) sowie die Konzeption
von Programmen zur umweltschonenden Erzeugung (z.B. Prämierung des Verzichts auf Fungizide und
Wachstumsregulatoren, Prämierung des Anbaus bestimmter Sorten) hat Einfluss auf den landeskulturellen
Wert und kann die Sortenablöse beschleunigen oder verlangsamen. Infolge verminderter
Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten büßt eine Sorte an Wert ein und scheidet rascher aus dem Markt.
Ein Manko bei einem einzelnen Merkmal, welches in einem Jahr besonders gefordert ist (z.B.
Winterfestigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen eine wichtige Krankheit, Toleranz gegen Auswuchswetter),
kann für eine bis dahin stark nachgefragte Sorte das baldige Ende bedeuten.

Gründe für die Sorteneffizienz: Als Sorteneffizenz wird der prozentuelle Anteil der einzelnen Sorten in einem
Jahr oder einer Periode angesehen, verschiedene Gründe bedingen diese. Der in den Prüfungen festgestellte
landeskulturelle Wert bzw. eine besonders günstige Ausprägung wesentlicher Teilmerkmale nimmt
entscheidenden Einfluss. Bei einigen Arten sind Wünsche und Vorgaben von Anbauverbänden,
Erzeugergemeinschaften, Agrarhandel und Verarbeitungsindustrie wesentlich (z.B. Qualitätsweizen für den
Export, Akzeptanz der Braugersten durch Mälzereien und Brauereien, Eignung von Mais- und Kartoffelsorten
zur Stärkeerzeugung, Anforderungen der Zuckerindustrie). Auch Schwierigkeiten in der Erhaltungszüchtung,
Probleme bei der Saatgutproduktion von Hybridsorten, eine unterschiedliche Vermarktungsintensität,
psychologische Momente und Zufallseffekte (z.B. witterungsbedingt hohe Erträge im Einführungsjahr,
gleichzeitige Zulassung mehrerer ähnlicher Sorten) bestimmen die Verbreitung.

Regionen der Saatgutvermehrung: Bei Getreide und Körnerleguminosen deckt sich der Schwerpunkt der
Saatgutvermehrung häufig mit jenen Gebieten, in denen auch der Konsumanbau erfolgt. In Hinblick auf die
Saatgutqualität sind dies nicht immer Gesundlagen. Für die Maissaatgutproduktion bestehen günstige
Bedingungen in der Oststeiermark, im Burgenland, in Oberösterreich sowie bei Bewässerungsmöglichkeit
auch im Pannonikum. Vermehrungen von Körnererbse werden in Niederösterreich, im Burgenland und in
Kärnten durchgeführt. Ackerbohne, Sojabohne und Raps werden in Nieder- und Oberösterreich, im
Burgenland, in der Steiermark und in Kärnten vermehrt. Das Ölkürbissaatgut stammt aus Niederösterreich,
dem Burgenland, der Steiermark und aus Kärnten. In Nieder- und Oberösterreich, der Steiermark und
Kärnten wird Saatgut von Buchweizen erzeugt. Die Pflanzkartoffelproduktion erfolgt hauptsächlich in den von
Virosen weniger gefährdeten Gebieten des Waldviertels. Kleinere Produktionen gibt es auch im Mühlviertel,
im Lungau, in der Steiermark, in Kärnten und in Tirol. In der Region zwischen Tulln, Krems und St. Pölten ist
der Anbau von Samenrüben konzentriert. Der Erzeugungsschwerpunkt von Futtersämereien liegt in
Niederösterreich (Knaulgras, Wiesenschwingel, Raygrasarten, Luzerne, Rotklee), in Oberösterreich (Rotes
Straußgras, Wiesenfuchsschwanz, Glatthafer, Goldhafer, Knaulgras, Wiesenschwingel, Raygrasarten,
Luzerne, Rotklee, Hornklee), im Burgenland (Luzerne, Rotklee), in der Oststeiermark (Knaulgras,
Raygrasarten, Rotklee) sowie in Kärnten (Rotklee).

Erläuterung zu den Tabellen:

  • Sorten, welche in den Tabellen nicht genannt sind, wurden in den vergangenen sechs Jahren im Inland nicht vermehrt.
  • EU-Sorten: Sorten, welche nicht in Österreich, aber in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU-27) registriert sind.
    Es sind die im „Gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten“ oder im „Gemeinsamen Sortenkatalog für Gemüsearten“ (Ölkürbis)
    genannten Sorten mit Ausnahme jener, welche nur in einem EFTA-Staat (Island, Norwegen, Schweiz) zugelassen sind.
  • Drittlandsorten: Sorten, welche in keinem Mitgliedstaat der Europäischen Union registriert sind (Schweiz, Serbien usw.).
  • 0*: Die Feldanerkennungsfläche liegt unter 0,5 ha.
  • Sorten, welche in Österreich mittlerweile nicht mehr gelistet sind, im Jahr 2021 aber eine Vermehrungsfläche aufwiesen, sind durch ein ° gekennzeichnet.

 

Österreichische Feldanerkennungsflächen in den Jahren 2016 bis 2021 von in Österreich zugelassenen Sorten, EU-Sorten und Drittlandsorten

Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Winterhafer        
Wiland 20055-----
EU-Sorten  0*20*3511
Sommerhafer        
Cowboy 2016-81476168-
Earl 201443112134210163194
Ebners Nackthafer (EHS) 2015621721717
Eddy 2021----0*5
Efes 2019---0*5-
Effektiv 2005129761118533-
Egon 2018--0*310-
Elison 20161788--
Enjoy 2017-0*5554109
Erlbek 2021-----2
Gregor 2012436----
Max 2009305266283358369340
Platin 2020-----17
Prokop 2013122141114393216
Samson 20160*0*-15-18
EU-Sorten  4039511027260
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Wintergerste        
Zweizeilige        
Ambrosia 20170*18687944
Amina 2017-3----
Arcanda 20128563433228-
Bianca 2020-----33
Bordeaux 2020----61133
Ekaterina 2020----3-
Ernesta 2018--23517-
Escuda 2019---0*--
Eufora 2005-2----
Europa 2020---0*49
Hannelore 2007168160137155123142
KWS Amaris 2020----232
KWS Donau 2018--108218328326
KWS Scala 201214810312092--
Lentia 2016549360311356131
Milena 2020-----6
Monroe 201411651171183142276
Reni 200111514972211811
Sandra 2011289323356373438351
Sonja 2021----39
SU Laubella 2020----458
SU Vireni 201213720714817020298
Valerie 2018--3812880-
Zita 20161439613214788
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Mehrzeilige        
Adalina 2018-535189246292
Azrah 201459939310139-
Belinda 2017-717---
Carioca 2020---11148
Carmina 2013144-28161739
Finola 2016411416816114478
Fridericus° 2006574332182121
Hedy (H) 2017--413--
Journey 2018---35161155
KWS Meridian 2010235127127150798
KWS Morris 2021-----18
KWS Tonic 2013197220172191117101
Michaela 2016380107484019
Paradies 2017--6315433
Senta 2019----634
SU Jule 2018---5515628
Venezia 2021----12
William 2018---20--
Wootan (H) 2014-119---
EU-Sorten  21719215721612686
Drittlandsorten  12--2--
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Sommergerste        
Alpina 1994334-21
Amidala 2020----1494
Avus 2018--5148299348
Carina 1973--4---
Cerbinetta 2010391172399--
Easy 2021-----0*
Effekta 2021-----0*
Elektra 2016884518813986
Elena 20150*2263286144
Elfriede 2020----119
Ellinor 2019--1161067182
Escalena 2017-0*3201653
Esma 2017-1282041734411
Eunova 1998232428272019
Evelina 200916918812593755
Laureate 201715031134324623884
Leandra 2018---1510687
Regency 20176622133124416192
RGT Planet 20152722441421034535
Skyway 2020----8123
Tiroler Imperial (EHS) 201331755109
Tunika 2000---1--
Vienna 200723--0*-6
Wilma 2009211170143927328
WPB Lipizza 2016-2510910411-
EU-Sorten  2215153016-
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Winterroggen        
Körnerroggen        
Amilo 1996128119122150149123
Brasetto (H) 20071351012022--
Dańkowskie Opal 20131642----
Dańkowskie Turkus 2018----1248
Dukato 2009230294399402347307
Elego 200981181519106
Elias 201332970148318155
KWS Berado (H) 2018----39-
KWS Binntto (H) 20155478154186--
KWS Eterno (H) 2015-72-7117
KWS Florano (H) 2015--9101816
KWS Gatano (H) 201412474-17--
KWS Jethro (H) 2018---5016312
KWS Receptor (H) 2019----2224
KWS Tayo (H) 2018---44122105
Lungauer Tauern 2 (EHS) 2011-11113
Oberkärntner 19492-315-
Schlägler 1948413552444762
SU Forsetti (H) 2016263986485140
Grünschnittroggen        
Beskyd 19973454456612620
Protector 1994201189209197146146
SU Vector 2020-----64
EU-Sorten  --2374200277
Sommerroggen        
Tiroler 1957-1----
EU-Sorten  1215533711827
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Wintertriticale        
Agostino 200918325823116015170
Belcanto 2019-----6
Borowik 20139165100857655
Brehat 2019--3317469
Cappricia 20165217018223526383
Claudius 2014219248313326377314
Cosinus° 200931----32
Fidego 2019---63280
Kaulos 2015252745454439
Mungis 2007184284237210133100
Presto 198912583971058786
RGT Flickflac 2020-----13
Riparo 2017-271351309851
Rivolt 2020----3666
Triagent 2020----326
Trialog 2019---1--
Triamant 2003252159248204183169
Tribonus 201712388290175116
Tricanto 201252103119111106106
Trimaxus 2018-0*411111-
Trimondo 2021----0*5
Tulus 20081471831124727-
EU-Sorten  474377346340185125
Sommertriticale        
EU-Sorten  495151846246
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Winterweizen, Winterweichweizen        
Qualitätsweizen, Aufmischweizen        
Activus 201730104656893190
Adamus 2018-10*74536
Adesso 2012693934---
Albertus 2012521031409850-
Alessio 20162567311911169
Alicantus 2018-216-26-
Angelus 20117717132511-
Antonius 2003139996661--
Arameus 2021-----2
Arminius 2016238136166267241
Arnold 2009171177186186171204
Artimus 2020---1-14
Aurelius 201617134443593895482
Axaro 2020---11217
Bernstein 2013907865925822501344
Capo 1989817670587623623587
Christoph 2018-238198503537
Edelmann 20172119595058
Ehogold 201489431121266150
Ekonom 2020----0*2
Element 200612383428531-
Emilio 20132091381281198761
Energo 2009327273368373312219
Erla Kolben 196122--4-
Laurenzio 20121808069---
Lennox 2013473656624930
Ludwig 1997292329330272303295
Lukullus 2008303151142112686
Mandarin 2021----351
Messino 2014176125137917453
Midas 200838530627915210958
Monaco 2019---324100
Norenos 2010171214201929
Pannonikus 20087-----
Pireneo 20041925----
Rinner Winterweizen (EHS) 20090*-----
Roland 2013--25---
Tilliko 20168954813923
Tobias 201169114106156143114
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Mahlweizen        
Advokat 201551382560--
Aloisius 2019--1210-
Apostel 2019-7821179117
Augustus 200233213138--
Balaton 2008192018-19-
Edda 2019---0*6-
Ellis 2020----0*5
Emerino 200510911109-
Emotion 2018--0*616-
Every 2019---219-
Exakt 2019----0*7
Exekutiv 2021-----1
Findus 2014425----
Frenetic 2019---6--
Frisky 2014138610668--
Gerald 2017-1109911060
Lois 2020----27
Pankratz 20146-----
Pedro 20091226073573521
Rosso (EHS) 2011-915161-
Sailor° 20101181130351914
Siegfried 201425104134163168112
Spontan 2014236362352196250212
SU Habanero 2021-----38
SU Mangold 2020-----11
Tiberius 2017-1380131147216
Tillsano 2020-----17
Verbesserter St. Johanner (EHS) 2017-1----
WPB Calgary 2017-3531599385
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Sonstiger Weizen, Futterweizen        
Enrico 2017-115456521
Ethan 2020---0*618
Hewitt 20112432081201177829
EU-Sorten  1.1621.0441.1341.3181,187993
Drittlandsorten  9411161518
Sommerweizen, Sommerweichweizen        
Qualitätsweizen, Aufmischweizen        
Kärntner Früher 1959662451
KWS Solanus 201584953375261
Liskamm 2015911011715447138
Rubin (EHS) 20093-----
Sensas 20065152444925-
Mahlweizen        
KWS Mistral 2015177199997648
Telimena 2016---181920
EU-Sorten  493643--54
Winterdurumweizen, Winterhartweizen        
Amidur 2021-----2
Auradur 2004134176175141123100
Diadur 20171767733-51
Lunadur 200640-1010117
Lupidur 20098465-1515-
Sambadur 20161924117147185296
Tennodur 2021-----3
Wintergold 2011145123180974737
EU-Sorten  --62-30
Sommerdurumweizen, Sommerhartweizen        
Colliodur 2018--0*57254
Doridur 201313487451016-
Durofinus 201622282-1558
Duroflavus 2007534542-2724
Duromax° 201115337---37
Floradur 2003321254204137152167
Riccodur 2019----661
Rosadur 200473414647--
Tamadur 2014961811821089073
Tessadur 20162355944--
Videodur 2020-----8
EU-Sorten  460494524-
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Winterdinkel        
Attergauer Dinkel 20121288362557580
Ebners Rotkorn 1999286181146156195231
Filderweiss 201223-----
Ostro 19861829099827683
Steiners Roter Tiroler 2009127222
EU-Sorten  175155149158274641
Sommerdinkel        
EU-Sorten  -3-7613
MaisReifezahl       
29T3202015---7--
Agendo2502018-0*9303634
Akanto3102020-----13
Alenaro3502020-----62
Aletto3002020---0*141
Amanova250201712452254215
Amarola2102021----131
Amello25020170*338647092
Angelo290200561-283831-
Antaro3702021-----25
Artenyo3702016-1242545459
Artimo2602021----10*
Arturo250201333--34-20
Atlantico2702019--0*451207
B2218B3102019---14--
Chapalu3502012--5---
Danubio2702011264148281177181123
Diego250201116----4
DKC 26842202019----4-
DKC29902302019----1134
DKC36093202020----7-
DKC36233202012545945575759
DKC39693502016--46-2910
DKC39723502017--5192629
DKC4025340201214-----
DKC40693502017-10----
DKC41623702017-929501124
DKC443136020137614----
DKC4541380201539830496313
DKC45984002019----1518
DKC471738020111461201121059773
DKC48144402011-1910---
DKC4943410201435-----
DKC50014402021-----20
DKC50654202016253798494671
DKC50684202016-2126502761
DKC51414502015153331303419
DKC52064602021-----23
Eldacar4502017--22-20-
ES Asteroid30020142649-2710-
ES Creative310201510-----
ES Gallery3402012204113536-
ES Hattrick3102018----11-
ES Inventive30020166-1230114
ES Perspective2702016-10312710-
ES Seafox2602016-1352647525
ES Yakari2302018---145761
Estevio2802018----2674
Figaro29020151632192643-
Gloriett4202020---48023
INDEM13974302021-----14
INDEM15433002021-----5
Judoka370201721740---
Kerala3802017---186-
Knillis Landmais (EHS)-20151-----
KWS 2323°32020134937--35
KWS Gustavius2802020---47379
KWS Kashmir3902020----5254
KWS Lusitano4102021-----2
KWS Robertino2702019----1458
KWS Smaragd3502019---454923
KWS Stabil22020136794-618561
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
LG301792102017-71613203
LG302152502014904765946013
LG3027329020145564291052310
LG312192502019---82927
LG312562802018---158062
LG312722702019---53661
Magento3202019-4272623-
Majorque3402018----818
MAS 220V3202020----1010
NK Borago230200710-----
NK Falkone2502006453130---
P74042302019---40-103
P75152602017-113114787229
P8012E340201642----204
P815027020131344794183-
P82712702018--32-112192
P830725020165516931535264-
P84002802010351254162-25551
P84092602015281152346--
P85232902011-46----
P86042602020----38153
P87213002015106-----
P87523202019---63--
P87542702020----54117
P88122902016-1244313414899
P88343302018--81277159216
P89043302019---639-
P90273402011115---180-
P90423402019---36136-
P90713202017-235849--
P90743502016-12117659-87
P9074E3702018----5361
P9127330201671-5311711548
P91703402017-49-18--
P9241380201224116412515611711
P93634102017-316110873-
P940033020081735754---
P94293902020----67-
P96103702018--4485168357
P96394002021-----106
P98894102019--99121--
P99784402018--60--105
Paulino2402016120----
Perrero2502015272462441314
Plesant3002021-----3
PR38A75370201083--1137111
Primino2202020---0*133
Promoto2402021----13
RGT Chromixx2602017--2221--
RGT Conexxion34020131028-2023-
RGT Inedixx3602018---161816
RGT Noemixx4102017---23--
Roberto2702005---15--
Ronaldinio°2902006291828331437
Serrano3102021---13057
SL Gasparo270200824-----
SY Abelardo2402018---65-
SY Calo2502018---87154169
SY Collosseum2902018---5-35
SY Glorius3002018----45-
SY Multipass270201417-----
SY Pandoras2802017-1865---
SY Talisman2402015947215165710
SY Vestas3902014145827636941
Vorarlb. Riebelmais (EHS)-20111-----
EU-Sorten  4.9934.8155.2855.4965.0465.822
Drittlandsorten  ---0*2512
Erbkomponenten  473486397407639724
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Körnersorghum        
EU-Sorten  -----2
Rispenhirse        
Kornberger Mittelfrühe 1950352215354469
Lisa 1988-0*2-34
Winterackerbohne        
GL Alice 2017-0*132040
GL Arabella 2017-324407155
Sommerackerbohne        
Alexia 2007237162284318142114
Bioro 2000161145237137101111
Birgit 2017--16---
Felicia 2002----0*-
GL Emilia 2017--21-1
GL Jasmin 2019---1639
GL Lucia 2018-0*110196
GL Magnolia 2017-0*18270*
GL Sunrise 2017-741805337
Gloria 1993273139-0*-
Gracia 200711101689-
Julia 2007143142116505-
EU-Sorten  194180179123123127
Winterkörnererbse        
Specter 2015--2---
EU-Sorten  ---266252
Sommerkörnererbse        
Angela 20066088100218672
Astronaute 20121481612032781417
Eso° 201244663337-23
Gotik° 199914261026-18
KWS Paradiso 2010364141444035
Lessna 2007717221919-
Stabil 2003721341015-
Tiberius 20129696112141156165
Tip 2013118112100118131166
EU-Sorten  115313011754236
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Winterfuttererbse        
EU-Sorten  --18305141
Sommerfuttererbse        
Sirius 1987231213-2022
Weiße Lupine        
EU-Sorten  -----37
Pannonische Wicke        
EU-Sorten  -----80
Saatwicke        
Slovena 199564229364123
Toplesa 199441-----
EU-Sorten  31-2636--
Zottelwicke        
EU-Sorten  153213161572
Sojabohne        
Abaca 2019--148231340
Abelina 20142291331401095650
Acardia 2018-2471138684
Achillea 2019--232107131
Adelfia 2019--230180335
Alameda 2021----227
Albenga 20172732362627344
Alicia 2019--1252514
Altona 2018-792104202253
Alvesta 2019--131173231
Amadea 2015684651301618
Amandine 201256584819--
Amiata 2019--2292730
Amonia 2020----2-
Ancagua 2021-----2
Angelica 20171186110133186153
Annabella 2021-----1
Antonia 20162498----
Apollina 2020----223
Artesia 2021----112
Artoga 2021-----1
Ascada 2021-----2
Asitka 2018--0*---
Aspecta 2020---2815
Atacama 2018-8114224261304
Aurelina 2018-355299345427
Avenida 2019---22016
Bettina 2016262812451194237
Christine 20076-----
Cordoba 2007401124332919
Cypress 2019----546
DH4173 201572049461624
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
ES Mentor 2010541579465464266304
ES Senator 2012131765228--
ES Tenor 20153178-7--
Ezra 2019---94681
Galice 201547753374594
Gallec 2003532226---
GL Hermine 20101-1---
GL Melanie 201616261393556
Jenny 2020-----0*
Josefine 20063-----
Kitty 2020---819-
Korus 20119511----
Kristian 2019---22842
Lenka 2015150258444406366301
Lissabon 2008396145-6-
Malaga 20101611612--
Marquise 2017-228761925
Merlin 1997177149132554026
Naya 2010142293245--
Obélix 201413926731929915191
Orakel PZO 2020----24
P005A74 2019---12923
Primus 20067626711--
Proplus PZO 2019---113-
Regina 20162368965531-
RGT Salsa 2019----318
RGT Satelia 2019----385
RGT Shouna 20156244----
RGT Siroca 2017-2214410577-
SGSR Picor 20168425264828-
Sigalia 200925621514313012670
Sirelia 20126--13-10
Solena 201274-----
Sonali 2017---1374197
Suedina° 2010----146
Sultana 20092521661471137742
SY Livius 2013343228198203289208
Tala 20170*46612-
Tiguan 201422-8---
Tofina 2019-101184115
Tourmaline 20131319131115-
Toutatis 201633305247-
Viola 201511177262928-
EU-Sorten  256236264432637740
Drittlandsorten  13040518-
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Sonnenblume        
P64HE118 2016---49--
EU-Sorten  --14530328
Ölkürbis        
Beppo (H) 2010476554407368
Camillo (H) 201466-----
GL Atomic (H) 2018--217196206
GL Classic 2011481916142629
GL Ferdinand (H) 2020-----1
GL Global (H)° 2009-----3
GL Inka (H) 2017-112010871199
GL Johannes (H) 2021-----1
GL Leopold (H) 2021-----2
GL Oskar (H) 2012-----2
GL Planet (H) 2014150-----
GL Rudolf (H) 2020-----8
GL Ruprecht 2021-----0*
GL Rustikal (H) 20108203363156534622
GL Sonne (H) 2017-219---
GL Venus (H) 2017-42292718
Gleisdorfer Diamant (H) 200518---3-
Gleisdorfer Ölkürbis 19691431372558720298
Retzer Gold 1999283718313027
EU-Sorten  10-----
Winterkörnerraps        
Absolut (H) 2019---204210
Ambassador (H) 2019----1815
Angelico (H) 2017--82720-
Anniston (H) 2017--16612220
Architect (H) 2017--113735-
Arsenal (H) 201315-----
Artemis (H) 2019----3221
Berny 20173---5-
DK Excited (H) 2021-----10
DK Exmore (H) 20153710126--
DK Expression (H) 201539174030--
Graf (H) 20134921--1715
Harry 20125-----
Harvey 20181-6--8
Iggy 2018-0*-3--
Jeremy 2018--66--
Kinetic (H) 2014722----
Pantheon (H) 2014-44----
Randy 2017-3--320
Sammy 2010-65416-
Sidney 20132114----
EU-Sorten  231310678039
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Sommerkörnerraps        
EU-Sorten  122111862
Winterfutterraps        
Prestige 1994--13141311
Sommerfutterraps        
Petranova 1964201129382823
Winterkümmel        
Ass 20034111081427
GL Isabell 201712--2-
Lein        
EU-Sorten  262834105465
Wintermohn        
Josef 2001-2--2-
Zeno Morphex 20070*1-0*--
EU-Sorten  80*13292926
Sommermohn        
Aristo 2005-223-3
Edel-Rot 19905--454
Edel-Weiß 19905---52
Florian 1995335744
Zeta 2002--10*--
EU-Sorten  -10*0*--
Zuckerrübe        
Amadeus 20163810163
Cardamone 2016-176--
Cavallo 20134-----
Chika KWS 201310516-2
Felix 20157-----
Florian 201611061011-
Galindo 2016214151496
Gregoria KWS 2018---411-
Gulda 201611113125-
Hamlet 2019----0*3
Hannibal 2012615---
Heston 2016447772
Inge 2014139121112-
Kim 20123-----
Marino 2013151075-3
Nauta 20074-----
Nautera 2016-1----
Pelekano 2016-17---
Principessa KWS 2017--32015-
Punkta 2014849963
Sixtus 2015254555
Strauss 201474----
Terranova KWS 20136811---
Tesla 2021----516
Vandana KWS 2016-15212016-
EU-Sorten  1681551741399670
Drittlandsorten  -12151285
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Kartoffel        
Sehr früh reifende Speisensorten        
Adora 1995112211
Agata 1991262322202022
Anuschka 2003454860645853
Erika 2007332427283024
Erstling° 1964111121
Impala 1992141410101011
Linzer Delikatess° 1974543311
Nöstling 2021----0*0*
Ostara° 19671198879
Romina 19882025171258
Früh bis mittelfrüh reifende Speise- und Verarbeitungssorten        
Alonso 20111717161498
Bettina 1995312111
Bintje° 1949111112
Bosco 20121474466
Chiara 2019--1126
Désirée° 19683314-0*
Ditta 1988449471453408353381
Evita 19943025191489
Exquisa 1994111121
Galata 2012573---
Graziosa 2017-1261112
Hermes 197213812883848177
Marizza 2012462446
Martina 20091616111288
Meireska 20151610822
Pepino 2018-0*1234
Roko 1997111617191912
Sokrates 2014267543
Tosca 2001122133102724141
Valdivia 201323253579142134
Mittel bis spät reifende Speise- und Verarbeitungssorten        
Agria 1988909780726992
Bionta 1992333334
Diego 2011774224
Fabiola 2005251819212315
Herbstgold 2019---134
Longinus 2020---0*13
Meichip 2021----0*1
Siegfried 2019-0*1134
Mittel bis spät reifende Stärkesorten        
Kuras 1995697165686959
Sixtus 2019---134
Skonto 20073636--
Trabant 201381523302214
Xerxes 2014111316292222
EU-Sorten  434426490577701685
Drittlandsorten  111111
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Rotklee        
Gumpensteiner° 1974961752362542763
Reichersberger Neu 1985217190308273357269
Semperina 2017---239198
EU-Sorten  --9657
Hornklee        
Marianne 2010617058454035
Luzerne        
Palava 199431321394256
Vlasta 1999--4128-
EU-Sorten  75-93641
Rotes Straußgras        
Gudrun 2001-5551016
Wiesenfuchsschwanz        
Gufi 2003222826262629
Glatthafer        
Arone 19969082808910685
Median 2001-----85
Goldhafer        
Gunther 2002713869697477
Trisett 51 2001131413284450
Knaulgras        
Tandem 19941321296891117139
EU-Sorten  -737355240
Wiesenschwingel        
Cosima 2008262024353437
Cosmolit 1996315036313844
Italienisches Raygras        
Melquatro 2010---161412
EU-Sorten  ---373820
Westerwoldisches Raygras        
Beatle 19961292151912
EU-Sorten  -----16
Englisches Raygras        
Artesia 201191618234252
Guru 2001471427105833
Soraya 2011---94741
Bastardraygras        
Gumpensteiner 1988131210525653
Leonis 200822185132023
Timothe        
Comer 1998-----10
Tiller 1996----33
Art / Sorte Zulassungsjahr201620172018201920202021
Phazelie        
Mira 200312---514
Oka 2004---2-5
Wolga 2004-3---4
EU-Sorten  761227335166
Ölrettich        
EU-Sorten  1614122-14
Winterfutterrübsen        
Clio 20053134-314177
Buchweizen        
Bamby 1989205233265272251251
Billy 1996196164190112251115
Kärntner Hadn (EHS) 200911151834-
EU-Sorten  ----10-
Wurzelzichorie        
EU-Sorten  14121315912
Drittlandsorten  ----3-
Gelbsenf        
Carnella 19944858411243672
Mirly 198311--29--
Veronika 200013640--284
EU-Sorten  31-684478-
         
         
EHS = Erhaltungssorte        
H = Hybridsorte        

Anbau auf dem Ackerland

Die Kartogramme, denen die Agrarstrukturdaten des Jahres 2019 zugrunde liegen, erlauben eine rasche
Information über Bedeutung und regionale Anbauschwerpunkte wichtiger Pflanzenarten.
Die Hauptursachen der rückläufigen Ackerfläche – seit 1959 um ungefähr 300.000 ha – sind die etwa bis
zum Jahr 1970 anhaltende Umwandlung in Dauergrünland (insbesondere im Berggebiet) sowie der Verlust
infolge von Straßenbau und Siedlungstätigkeit (in den Niederungen). Hauptsächlich befindet sich das
Ackerland im Nordöstlichen und Südöstlichen Flach- und Hügelland, im Alpenvorland, im Mühl- und
Waldviertel, am Alpenostrand sowie im Kärntner Becken, weiters im Drau-, Mur-, Inn- und Rheintal.
Auf etwa einem Sechstel der Ackerfläche wird Weichweizen erzeugt, zu mehr als 98 % handelt es sich um
die Winterform. Sandige Lehm- bis lehmige Tonböden sind typische Weizenböden, für hohe Erträge ist eine
ausgeglichene Wasserversorgung wesentlich. Stark saure nährstoff- und basenarme lehmige Sande sind
hingegen nicht geeignet. Das pannonische Trockengebiet hat eine besondere Bedeutung für die Produktion
von Qualitätsweizen, in den übrigen Regionen sind Mahlweizensorten oder Futterweizen zumeist
vorherrschend. Beginnend mit der Ernte 2008 wird Weizen zur großtechnischen Produktion von Ethanol und
seit 2013 auch zur Erzeugung von Stärke benötigt.
Infolge geänderter Verzehrgewohnheiten und beschränkter Absatzmöglichkeiten von Roggen und der
Konkurrenz durch Triticale als Futtergetreide, ist die Anbaufläche von 218.000 ha im Jahr 1959 auf 33.000
bis 49.000 ha zurückgegangen. Roggen übersteht Sommertrockenheit besser als Winterweizen, hat ein
gutes Aneignungsvermögen für Nährstoffe und kann auf weniger leistungsfähigen Standorten und sauren
Böden noch mit Erfolg kultiviert werden. Der Hauptanbau findet sich demnach auf Böden geringerer Bonität
in Ostösterreich sowie im Mühl- und Waldviertel. In der Saison 2005/06 winterte mehr als ein Drittel des
Roggens infolge von Schneeschimmelbefall aus.
Wintertriticale ist in der landwirtschaftlichen Praxis Österreichs seit Mitte der 1980er Jahre bekannt, der
Anbauschwerpunkt liegt im Mühl- und Waldviertel, im Alpenvorland, am Alpenostrand und im Kärntner
Becken. Gegen lang anhaltende Schneebedeckung ist Triticale ebenso empfindlich wie Roggen. Manche
Sorten werden auch von Kahlfrösten geschädigt. Durch Züchtung standfester Sorten wurde der Anbau auf
tiefgründige Böden des Alpenvorlandes und der Steiermark ausgeweitet und ersetzt teilweise den
Futterweizen. Zusätzlichen Stellenwert erhält diese Getreideart durch die Nutzung als Ethanoltriticale.
Sommertriticale nimmt kleinere Flächen ein.
Dank verbesserter Sorten (z.B. Lagerneigung, Ertragspotenzial, Kornqualität) hat sich der Anbau von
Wintergerste von knapp 20.000 ha im Jahre 1959 auf etwa 106.000 ha in den Jahren 1993 und 1994
verfünffacht. Da die Futtergerste außerhalb der Tierhaltungsregionen teils zu geringe Erlöse brachte, wurde
die Fläche später eingeschränkt. Der Anbauschwerpunkt liegt im Alpenvorland. Winterbraugerste wird
vorwiegend im Pannonikum produziert. Verglichen mit Sommergetreide und Winterweizen ist die
Wintergerste in Ostösterreich weniger von der Niederschlagsverteilung abhängig. Als Futtergerste nimmt sie
hier zumeist die mittleren und schwächeren Böden ein. Für stark saure Böden und höhere bzw. schneereiche
Lagen scheidet die Wintergerste aus.
Bereits seit 1959 und verstärkt ab 1963 wird in Österreich Sommerdurum (Sommerhartweizen) kultiviert.
Ideal sind Gebiete mit frühzeitiger Anbaumöglichkeit, einer sicheren Wasserversorgung während der
vegetativen Entwicklung sowie Wärme und Trockenheit in der Abreifephase. Diese Bedingungen sind am
ehesten auf fruchtbaren Weizenböden des Pannonikums erfüllt. In den letzten Jahren war der Anbau
rückläufig. Winterdurum (Winterhartweizen) ist weniger frosthart als die meisten Winterweizensorten.
Dennoch hat er seit dem Jahr 1999 mehr Bedeutung erlangt, 2021 waren es etwa 13.000 ha.
Sommergerste hat eine kurze Vegetationszeit, die Ertrags- und Qualitätsbildung ist daher stärker
witterungsabhängig. Sommergerste wird im gesamten Ackerbaugebiet gesät, den Höchststand von knapp
326.000 ha gab es im Jahr 1979. Die Braugerstenerzeugung beschränkt sich im Wesentlichen auf das
pannonische Klimagebiet, das Waldviertel und Kärnten. Die zuletzt stark rückläufige Gerstenfläche ist
teilweise in höheren Erlösen bei Konkurrenzfrüchten wie Winterweizen, Mais oder Sojabohne begründet. An
bindige und sich nur langsam erwärmende Böden im Alpenvorland ist die Sommergerste im Gegensatz zur
Winterform nicht ausreichend adaptiert. Der Bedarf an Futterhafer hat im Zuge der Mechanisierung der
Landwirtschaft stetig abgenommen. Im Jahr 1959 wurden noch 163.000 ha Sommerhafer angebaut. Weiters
wurde Hafer teilweise durch das leistungsfähigere Triticale ersetzt. Hafer stellt nur geringe Ansprüche an den
Boden. Reichliche Niederschläge während der Vegetationszeit und kühlere Temperaturen in der
Einkörnungsphase wirken sich günstig auf die Ertragsbildung aus. Im Mühl- und Waldviertel, in den
Randlagen des Alpenvorlandes, am Alpenostrand, im Mittel- und Südburgenland sowie in Kärnten treffen
diese Bedingungen am ehesten zu. Winterhafer ist derzeit noch wenig bedeutsam.
Der Anbau von Winterdinkel wurde wegen der begrenzten Aufnahmefähigkeit des Marktes nach 2015/16
reduziert, ist zuletzt aber wieder auf 20.000 ha angestiegen. Emmer und Einkorn werden als Winterung oder 
Sommerung vorwiegend auf Bioflächen kultiviert. Wintermenggetreide ist zumeist ein Weizen-Roggen-
Gemenge, seltener ein Weizen-Triticale- oder Roggen-Triticale-Gemenge. Bei Sommermenggetreide handelt
es sich mehrheitlich um Gerste-Hafer-Gemenge, seltener um Gemenge aus Gerste und Sommerweichweizen.
Begrenzende Faktoren im Maisanbau sind eine zu geringe Temperatursumme und knappe Niederschläge in
den Sommermonaten. Mit den Fortschritten der Hybridzüchtung (z.B. Frühreife, Ertragspotenzial) stieg die
Fläche von 73.000 ha (1959) auf 336.000 ha (1986), im Jahr 2021 waren es 218.000 ha Körnermais
(einschließlich Mais für Corn-Cob-Mix) und 85.000 ha Silomais (einschließlich Grünmais). Körnermais
(einschließlich CCM-Mais)
dominiert in Gebieten mit großen Schweinebeständen. Die höchste
Anbaukonzentration gibt es demnach in der Oststeiermark und im Alpenvorland. In Oberösterreich stieg der
Körnermaisanbau von 42 ha (1959) auf 53.000 ha (2021) an. Im Pannonikum nimmt Körnermais
hauptsächlich die tiefgründigen Standorte ein. Silomais (einschließlich Grünmais) benötigt wegen der
frühzeitigeren Ernte eine geringere Temperatursumme und gedeiht auch noch in kühleren Regionen (z.B.
Mühl- und Waldviertel, inneralpine Tallagen). Silomais wird von rinderhaltenden Betrieben angebaut,
insbesondere die Stiermast erfolgt vorwiegend auf Basis von Maissilage. Eine zentrale Rolle hat Mais in
Biogasfruchtfolgen. Körnersorghum wird vor allem im Nordöstlichen Flach- und Hügelland und der
Südoststeiermark als Alternative zu Körnermais genutzt.
Infolge des höheren Wasserbedarfes bevorzugt die Ackerbohne mittelschwere und tiefgründige Böden in
kühleren und klimafeuchten Regionen. Solche Standorte sind vorrangig im Alpenvorland, im Südburgenland
und im Oststeirischen Hügelland zu finden. Wegen des Krankheitsbefalls und erheblicher
Ertragsschwankungen konnte sich die Ackerbohne nicht in dem Maße etablieren. Seit 2011 variiert der
Anbau zwischen 5.000 und knapp 11.000 ha.
Die Körnererbse hat eine kürzere Vegetationsdauer als die Acker- und Sojabohne, stellt weniger Ansprüche
an die Bodenfeuchte und wird in Ostösterreich, im Alpenvorland, im Waldviertel und im Kärntner Becken
angebaut. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Produktion reduziert.
Am besten gedeiht die Sojabohne in warmen Gebieten mit reichlicher Wasserversorgung vor allem während
der Kornbildung. Der Anbau stieg von 9.000 ha (1990) auf 54.000 ha (1993), sank in der Folge wieder auf
13.000 ha und beträgt nun 77.000 ha. Sojabohne hat ihre Hauptbedeutung im oberösterreichischen
Zentralraum und Innviertel, im Mittel- und Südburgenland, in der Oststeiermark und im Kärntner Becken. In
Ostösterreich ist die Sojabohne ohne Möglichkeit zur Beregnung ertragsunsicher.
Günstig für den Körnerraps sind mittelschwere, mittel- bis tiefgründige Böden mit ausreichender Wasserund
Nährstoffversorgung. Die Anbauregion erstreckt sich über das gesamte Alpenvorland, Teile des
Waldviertels, das Nordöstliche Flach- und Hügelland und reicht bis ins Südburgenland. Durch
Züchtungserfolge (z.B. 00-Qualität, Ertragspotenzial) und agrarpolitische Maßnahmen hat sich der
Rapsanbau seit 1985 (6.000 ha) vervielfacht, nach 2014 sank er wieder.
Der wichtigste Standortfaktor bei Sonnenblume ist eine hohe Temperatursumme während der
Vegetationszeit. Eine sonnige und nebelfreie Witterung insbesondere zur Reife ist in Hinblick auf einen
geringen Krankheitsbefall (Botrytis) vorteilhaft. Daher konzentriert sich der Anbau auf das pannonisch
geprägte Klimagebiet.
Der Ölkürbis stellt im Spätsommer und Herbst hohe Temperaturansprüche zur Kernausreife. Der Anbau
wurde seit 1959 (1.900 ha) deutlich ausgeweitet, 2021 waren es etwa 39.000 ha. Die Oststeiermark und das
Südburgenland sind traditionelle Anbauschwerpunkte. Seit Anfang der 1980er Jahre wird auch in
Niederösterreich, Oberösterreich und Kärnten Ölkürbis kultiviert.
Der Anbau der Zuckerrübe erfolgt in Kontrakten. Die Zuckerrübe stellt hohe Ansprüche an die Bodengüte.
Vorteilhaft sind rasch erwärmbare, tiefgründige Böden mit guter Wasserspeicherkapazität und schwach
saurer bis neutraler Reaktion. Die Hauptanbaugebiete befinden sich im Nordöstlichen Flach- und Hügelland
und in Teilen des Alpenvorlandes. In Ostösterreich wird Zuckerrübe teilweise auch beregnet. Im Jahr 2018
verursachte der Derbrüssler (Bothynoderes punktiventris) regional gravierende Schäden an Jungpflanzen,
etwa ein Viertel der Fläche wurde deswegen umgebrochen.
Durch die Verdrängung der Kartoffel aus der Schweinemast und den geringeren Speisekartoffelverbrauch
wurden die Flächen vor allem in den 1960er und 1970er Jahren stark eingeschränkt. Für den Anbau sind gut
siebbare sandige Lehm- und lehmige Sandböden am besten geeignet; schwere Lehm- und Tonböden sowie
steinige Standorte scheiden aus. Der Frühkartoffelanbau ist in der Nähe größerer Städte (Umgebung von
Wien, Grazer Feld, Eferdinger Becken usw.) konzentriert. Speise-, Verarbeitungs- und Stärkekartoffel werden
im Wiener Becken, Marchfeld, im Weinviertel sowie im Mühl- und Waldviertel erzeugt.
Luzerne wünscht eine warme, mäßig trockene bis mäßig feuchte Witterung und kalkhaltige Böden, diese
günstigen Bedingungen finden sich in Ostösterreich. Rotklee ist eine wichtige Kleeart feuchter Klimate,
mittlere bis mittelschwere Böden werden bevorzugt. In erster Linie wird Rotklee von rinderhaltenden
Betrieben im Alpenvorland, im Mühl- und Waldviertel und im Burgenland genutzt. Die Bedeutung des
Reinanbaus hat zugunsten des Kleegrases stark abgenommen. Neben Rotkleegras werden auch Luzerneund
Weißklee-Grasmischungen sowie einsömmerige Kleegrasgemenge verwendet.

 

Anbau auf dem Ackerland 2021

Anbau auf dem Ackerland 2021   
FeldfrüchteHektarFeldfrüchteHektar
Winterweichweizen233308.000 Zuckerrübe (ohne Saatgutproduktion)37852.000
Dinkel20367.000 Futterrübe, Kohlrübe und Futtermöhre89
Sommerweichweizen4307.000 Winterraps28128.000
Winterdurumweizen13063.000 Sommerraps und Rübsen145
Sommerdurumweizen6401.000 Sonnenblume24678.000
Roggen (Körnerroggen)32869.000 Mohn3748.000
Triticale49952.000 Ölkürbis39131.000
Wintergerste91631.000 Öllein1452.000
Sommergerste31993.000 Hanf1884.000
Hafer24360.000 Senf1426.000
Emmer und Einkorn2417.000 Leindotter358
Wintermenggetreide2298.000 Sonstige Ölfrüchte (Saflor, Ölrettich usw.)251
Sommermenggetreide1852.000 Rotklee und sonstige Kleearten13829.000
Reis181 Luzerne16110.000
Sorghum4392.000 Kleegras48021.000
Buchweizen1833.000 Sonstiges Feldfutter (Gräser, Mischling usw.) 21293.000
Rispenhirse7421.000 Grünschnittroggen1097.000
Amaranth4 Wechselgrünland (Ackerwiese, Egart)50602.000
Quinoa29 Hopfen269
Körnermais (inkl. Corn-Cob-Mix)218198.000 Energiegräser (Miscanthus, Sudangras)1052.000
Silomais und Grünmais84557.000 Flachs (Faserlein)2
Körnererbse5652.000 Kümmel679
Ackerbohne6188.000 Gewürzfenchel552
Süßlupinen407 Mariendistel1633.000
Linsen, Kichererbsen und Wicken3580.000 Sonstige Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen1569.000
Andere Hülsenfrüchte (einschließlich Erdbeere1124.000
Gemenge mit Getreide)4133.000 Gemüse im Freiland: Feld- und Gartenanbau17744.000
Sojabohne76430.000 Gemüse unter Glas bzw. Folie431
Früh- und Speisekartoffel12958.000 Bracheflächen50684.000
Stärke- und Speiseindustriekartoffel9604.000 Sonstige Kulturen auf dem Ackerland2447.000
  Ackerland insgesamt1319765.000.1319765.000
Quelle: Statistik Austria   

Säverfahren, Saatgut, Aussaat und Bestandesaufbau

Die Wahl einer geeigneten Sorte trägt zum Betriebserfolg bei. Aber erst eine sorgfältige Saattechnik und
Kulturführung lassen das Ertragspotenzial und die Qualitätsanlagen entsprechend zur Geltung kommen. Für
die nachfolgende tabellarische Aufstellung wurden eigene Versuchsergebnisse herangezogen, über 400
Publikationen gesichtet sowie Erkenntnisse aus der guten fachlichen Praxis verwertet. Sie bietet eine
Orientierung über Saattechnik und Bestandesaufbau landwirtschaftlicher Pflanzenarten mit deren
wesentlichsten Nutzungsformen und enthält auch einige Spezialkulturen oder wenig gebräuchliche Arten. Die
Zahlenangaben stellen keine für sämtliche Fälle gültige Norm dar, sind jedoch für die überwiegende Mehrheit
der Anbaubedingungen geeignet. Saatstärke, Saattermin und die Verteilung der Pflanzen auf der Fläche
beeinflussen die Ausbildung der Ertragskomponenten.

Wenn auch der alte bäuerliche Ausspruch „Wie die Saat, so die Ernte“ in dieser Absolutheit nicht zutrifft, so
ist doch mit vielfältigen quantitativen und qualitativen Einflüssen auf das Ernteergebnis zu rechnen. Die
Kenntnis der anzusteuernden Optimalbereiche und Korrekturmöglichkeiten ist ein wesentlicher Aspekt
pflanzlicher Produktion.

Die notwendige Saatstärke, die Saatmenge, der Feldaufgang, der Kornablageabstand in der Reihe und die
Bestandesdichte, können aus unterschiedlichen Parametern errechnet werden, die wichtigsten Formeln sind
nachstehend angegeben.

Säverfahren, Sätechnik: Ein Pflanzenbestand wird durch den Abstand der Körner zueinander und die
Saattiefe begründet. In Abhängigkeit von der jeweiligen Pflanzenart zielt die Sätechnik auf eine möglichst
gleichmäßige Verteilung und Tiefenablage des Saatgutes ab, um so den Samenkörnern günstige
Bedingungen für die Keimung und das Auflaufen zu schaffen. Vielfältige technische Lösungen versuchen
pflanzenbauliche und arbeitswirtschaftliche Erfordernisse in Einklang zu bringen: Drillsaat, Bandsaat mittels
Säscharen, Breitsaat mittels Säscharen oder Säschiene, Bandsaat oder Breitsaat in den abfließenden
Erdstrom von Fräsen oder Zinkenrotoren und Einzelkornsaat. Für manche Arten sind in der Praxis sowohl
Drill- als auch Einzelkornsaat gebräuchlich. Je mehr Körner auf der Flächeneinheit abzulegen sind, desto
schwieriger wird der Einzelkornanbau. Saatgut von Gründüngungspflanzen wird mitunter auch in Breitsaat
auf die Bodenoberfläche ausgebracht, für Kartoffelpflanzgut werden Legemaschinen eingesetzt.

Technische Saatgutreinheit (Gew%): Für die Saatmengenberechnung kann der Prozentsatz der
Reinheit unberücksichtigt bleiben. Die gesetzlich vorgeschriebene technische Mindestreinheit von
Originalsaatgut (Zertifiziertem Saatgut) beträgt bei den Getreidearten, Mais, Erbse, Ackerbohne, Sojabohne,
Sonnenblume und Raps 98 %, bei Rispenhirse 97 %, bei Lein 99 %, bei Gräsern zwischen 75-97 % und bei
kleinsamigen Leguminosen 95-97 %. Diese Mindestnormen werden von Originalsaatgut meist deutlich
überschritten. Weiters bestehen für bestimmte Unkrautarten und gefährliche Verunreinigungen (Mutterkorn)
Grenzen des höchstzulässigen Besatzes. Bei wirtschaftseigenem Saatgut (Eigennachbau) gibt es meist einen
stärkeren Besatz mit Unkrautsamen und anderen Verunreinigungen (AGES – Institut für Saat- und Pflanzgut,
Pflanzenschutzdienst und Bienen).


Keimfähigkeit (Zähl%): Die Keimfähigkeit wird in einem standardisierten Labortest als Prozentsatz
normal gekeimter Körner an der Gesamtzahl der untersuchten reinen Samenkörner ausgedrückt. Die
gesetzlich vorgeschriebene Mindestkeimfähigkeit von Originalsaatgut beträgt bei den Getreidearten 85 %
(ausgenommen Triticale 80 %, Nackthafer 75%), bei Mais 90 %, bei Gräsern 70-80 %, bei Sonnenblume,
Raps und Öllein 85 %, bei Hirsen, Ackerbohne, Erbse und Sojabohne 80 %, bei kleinsamigen Leguminosen
75-80 % und bei genetisch monogermen Beta-Rüben 80 %. Zumeist werden diese Werte deutlich
überschritten. Bei wirtschaftseigenem Saatgut (Eigennachbau) ist je nach Produktionsbedingungen wie z.B.
Krankheitsbefall, Lager des Pflanzenbestandes, Abreifewitterung, Erntetechnik, Aufbewahrung mit zu hohen
Feuchtigkeitswerten, überhöhte Trocknungstemperaturen häufig mit signifikant niedrigerer Keimfähigkeit zu
rechnen (AGES – Institut für Saat- und Pflanzgut, Pflanzenschutzdienst und Bienen). Bei bespelzten
Getreidearten, deren Vesen mehr als ein Korn enthält (Dinkel, Emmer), beträgt die Keimfähigkeit
(keimfähige Körner/100 Vesen) rechnerisch mehr als 100 %.

Triebkraft (Zähl%): Unter Triebkraft versteht man die Keimfähigkeit unter suboptimalen
Keimbedingungen (z.B. kühle Temperaturen), wie sie in der Praxis oftmals auftreten. Die Triebkraft gibt eine
präzisere Information über den Saatgutwert als die Keimfähigkeit. Wegen des höheren Aufwands werden
Triebkraftanalysen nicht regelmäßig vorgenommen. Meist steht der Feldaufgang mit der Triebkraft in einem
engeren Zusammenhang als mit der Keimfähigkeit. Druschverletzungen und andere mechanische
Schädigungen, manche Saatgutkrankheiten, zu hohe Trocknungstemperaturen und eine Überlagerung des
Saatgutes können die Triebkraft stärker mindern als die Keimfähigkeit. Großfallendes Getreidesaatgut,
insbesondere dann, wenn es auch überdurchschnittliche Eiweißgehalte aufweist, ist triebkräftiger als schlecht
ausgebildete Kümmerkörner.

Gesundheitszustand (Zähl%, Sporen/Korn): Darunter versteht man das Ausmaß der Kontamination
mit samenbürtigen Erregern wie beispielsweise Flugbrand, Steinbrand, Roggenstängelbrand,
Schneeschimmel, Fusarium spp., Streifenkrankheit der Gerste, Septoria-Spelzenbräune des Weizens,
Phomopsis-Komplex bei Sojabohne oder Brennfleckenkrankheit bei Erbse und Ackerbohne. Sofern der
Grenzwert nicht überschritten wird, ist eine Sanierung infizierter Saatgutproben mittels geeigneter
chemischer Behandlung (Beizung) möglich. Allerdings weisen auch die Beizmittel einen begrenzten
Wirkungsgrad auf. Die ökologisch günstigste Maßnahme ist die Verwendung von gesundem Saatgut.
Eigennachbau von Weizen und Gerste ist insbesondere mit Flug- und Steinbrand sowie Streifenkrankheit
signifikant stärker verseucht (AGES – Institut für Saat- und Pflanzgut, Pflanzenschutzdienst und Bienen).

Tausendkorngewicht (g): Das Tausendkorngewicht der landwirtschaftlichen Pflanzenarten variiert
zwischen 0,08-0,15 g bei Straußgräsern und 250-630 g bei Ackerbohne. Das Tausendkorngewicht ist als
Mittelwert eine sortentypische Größe, einen erheblichen Einfluss üben weitere Faktoren wie Wasser- und
Nährstoffversorgung, Witterung, zeitliche Dauer der Einkörnungsphase, Bestandesdichte, Lager,
Krankheitsbelastung usw. aus. Die in der Übersicht aufgezeigten Spannweiten beziehen sich auf das in
Österreich zugelassene bzw. verbreitete Sortiment – selten auftretende Extremwerte wurden ignoriert – und
berücksichtigen übliche Feuchtigkeitsgehalte des Saatgutes. Aber auch die Körner innerhalb einer
Saatgutpartie zeigen in Abhängigkeit vom mitunter inhomogenen Boden des Vermehrungsbestandes sowie
der eingenommenen Position am Fruchtstand (z.B. Ährenspitze oder Ährenmitte bei Getreide) ein variables
Einzelgewicht. Insbesondere bei Körnerleguminosen ist der Aspekt der Saatgutkosten durch
unterschiedliches Korngewicht beachtenswert. Vielfach wird das Tausendkorngewicht am Saatgutsack oder
sonstigen Behältnis vermerkt, ansonsten ist für Drillsaaten eine eigene Feststellung empfehlenswert. Bei
einigen bespelzten Getreidearten (Dinkel, Einkorn, Emmer) ist anstelle des Tausendkorngewichts zumeist mit
dem Tausendvesengewicht zu rechnen.
 

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