Allgemeines

Österreichische Sortenliste, Beschreibende Sortenliste

Die Österreichische Sortenliste basiert auf § 65 (1, 2) Saatgutgesetz 1997 BGBl. I Nr. 72/1997 zgd BGBl.
I Nr. 83/2004 (SaatG). Sie wird vom Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) geführt und jährlich in
einer aktualisierten Ausgabe kundgemacht (Schriftenreihe 3/2022). Das BAES ist innerhalb der
Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) für die im § 6 (1)
Gesundheits- und Ernährungssicherheitsgesetz 2002 genannten hoheitlichen Aufgaben zuständig. Das
Bundesamt für Ernährungssicherheit ist Sortenzulassungsbehörde 1. Instanz (§ 3 (1) SaatG).
Bescheidbeschwerden werden seit dem 1. Jänner 2014 vom Bundesverwaltungsgericht behandelt. Die
Sortenliste informiert über synonyme Sortenbezeichnungen, das Zulassungsdatum, die Sortennummer, den
Antragsteller, Ursprungszüchter, Erhaltungszüchter u.a. mehr, jedoch nicht über die Werteigenschaften. Mit
Stand vom 1. April 2024 sind in Österreich 978 Sorten landwirtschaftlicher Pflanzenarten zugelassen. Keine
dieser Sorten ist gentechnisch verändert (transgen).

Davon entfallen auf:
Getreide i.e.S. ............................................................. 268
Mais und Hirsearten .................................................. 221
Mittel- und Großsamige Leguminosen ..................... 118
Öl-, Faser- und Handelspflanzen ............................... 117
Beta-Rüben ................................................................... 49
Kartoffel ........................................................................ 54
Kleinsamige Leguminosen .......................................... 61
Gräser ........................................................................... 83
Sonstige Futterpflanzen ................................................ 7
 

Umfang des Sortiments: Bei vielen Arten ist eine Tendenz zur Erhöhung der Sortenzahl festzustellen.
Beispielsweise waren im Jahr 1960 bei Winterweizen 24 Sorten registriert, bei Mais 19, bei Kartoffel 31,
Sojabohne 1 und bei Ölkürbis sowie Raps jeweils 2. Derzeit zählt die österreichische Liste bei Winterweizen
75 Sorten, bei Mais 186, bei Kartoffel 52, bei Sojabohne 87, bei Ölkürbis 24 und bei Raps 35. Dies ist durch
intensive Züchtungstätigkeit und verstärkte Konkurrenz ausländischer Züchter, eine Verkürzung der
Prüfdauer, mit der größeren Bedeutung einiger Pflanzenarten (z.B. Mais, Sojabohne, Winterraps, Ölkürbis)
und dem rascheren Sortenwechsel begründbar. Weiters fördern die hohe standörtliche Diversität der
Ackerbaugebiete, verschiedene Produktionsweisen (z.B. intensiver Produktionsmitteleinsatz für
Hochertragsstrategien, mittelintensive und extensive Bewirtschaftungsformen, biologischer Landbau), die
spezifischen Ansprüche einzelner Verarbeitungszweige an die Rohstoffqualität (z.B. bei Kartoffel) sowie die
regionalisierte Interpretation des landeskulturellen Wertes beim Zulassungsentscheid den Sortimentsumfang.
Die Reduktion der Sortenzahl im Jahr 2002 ist durch das Ende der Übergangsregelung im Saatgutgesetz
1997 begründet.


Der Pflanzenbau zielt auf die Erzeugung von gesunden Nahrungsmitteln, Futtermitteln und
Industrierohstoffen
bei gleichzeitiger Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit ab und berücksichtigt ökologische,
ökonomische und soziale Gesichtspunkte. Der Anbau geeigneter Sorten ist eine wesentliche Voraussetzung
zur rentablen und umweltschonenden Landbewirtschaftung. Der Lebens- und Futtermittelwirtschaft sowie
den Exporteuren sind für unterschiedlichste Verwendungszwecke entsprechende Genotypen zur Verfügung
zu stellen. Der Anbau von Pflanzen zur Erzeugung von Stärke, Biotreibstoffen und Biogas hat eine erhöhte
Bedeutung erlangt. Auch für diese Verwertungsrichtungen bedarf es geeigneter Sorten.
Das Bundesamt für Ernährungssicherheit beauftragt die AGES, „die für den Anbau wesentlichen Merkmale
und Eigenschaften (der Sorten) sowie die Eignung für bestimmte Boden- und Klimaverhältnisse oder
Verwendungszwecke“ in der Österreichischen Beschreibenden Sortenliste zu veröffentlichen (§ 65 (3)
SaatG). Die Beschreibende Sortenliste stellt eine objektive Information für die Landwirtschaft, die
Fachberatung, den Agrarhandel, die Verarbeitungswirtschaft, die Industrie sowie Pflanzenzüchtung, Schulen
und Universitäten dar.

 

Die Sorten folgender Arten sind derzeit nicht im Ergebnisteil der Beschreibenden Sortenliste enthalten: 
Sommerroggen, Reis, Westerwoldisches Raygras, Alexandrinerklee, Inkarnatklee, Persischer Klee, Lein und 
Wurzelzichorie. Weiters sind Wies 371 (Ölkürbis), Red Mountain (Rotes Straußgras) sowie die 
Erhaltungssorten (§ 46 (3) SaatG) Attergauer Bartweizen, Laufener Landweizen, Rinner Winterweizen, 
Verbesserter St. Johanner, Verival Weiz (jeweils Winterweizen), Kaltenberger, Lindorfer Roggen, Lungauer 
Tauern 3, Pölstaler Winterroggen, Urdroad (jeweils Winterroggen), Heines Haisa II, Sechszeilige Pumper 
(jeweils Sommergerste), Obernberger Schwarzhafer, Attergauer Nackthafer, Ebners Nackthafer, Gleisdorfer 
Edelmais, Knillis Landmais, Vorarlberger Riebelmais, Kornberger Körnersirk (Sorghum), Greenino 1 und 
Soblus (jeweils Sonnenblume), Goldsegen, Linzer Rose, Mehlige Mühlviertler, Pinki (jeweils Kartoffel), 
Attergauer Rotklee, Steirerklee (Rotklee), Tarko (Kohlrübe), Ötztaler (Lein) und Kärntner Hadn (Buchweizen) 
mit ihren Eigenschaften nicht beschrieben. Erhaltungssorten von denen Wertprüfungsdaten vorliegen, sind 
mit einer Fußnote gekennzeichnet. 

Sortenzulassung und Wertprüfung

Im Zulassungsverfahren ist zwischen Register- und Wertprüfung zu unterscheiden.
Jährlich wird für 280 bis 300 in- und ausländische Zuchtstämme und Sorten die Zulassungsprüfung
beantragt. Insgesamt werden 490 bis 520 Kandidaten und 240 bis 280 zugelassene Sorten von 19 bis 25
landwirtschaftlichen Pflanzenarten getestet. Etwa 20 bis 30 % der zur Prüfung angemeldeten Sorten werden
letztlich als landeskulturell wertvoll erachtet und registriert. Diese werden in die Österreichische Sortenliste
eingetragen, mit ihren Wertmerkmalen in der Beschreibenden Sortenliste veröffentlicht und im Sorten- und
Saatgutblatt sowie im Amtsblatt der Europäischen Union (Gemeinsamer Sortenkatalog für landwirtschaftliche
Pflanzenarten, Gemeinsamer Sortenkatalog für Gemüsearten) kundgemacht. Die Neuzulassungen dienen in
Kombination mit bewährten und marktbedeutenden Sorten als Vergleich für die nachrückenden Kandidaten.


„Die Sortenzulassungsbehörde hat eine Sorte zuzulassen, wenn sie
1) im Rahmen der Registerprüfung unterscheidbar, homogen und beständig ist,
2) im Rahmen der Wertprüfung landeskulturellen Wert hat (Ausnahme: Gemüse, Rasengräser,
Erbkomponenten, Erhaltungssorten) und
3) eine in die Sortenliste eintragbare Sortenbezeichnung bekannt gegeben wurde“ (§ 46 (1, 2) SaatG).

Die Registerprüfung (RP)
Die Registerprüfung dauert zwei Jahre und wird an ein bis zwei Orten durchgeführt. Sie erstreckt sich auf
zahlreiche botanisch-morphologische Pflanzen- und Kornmerkmale. Die zusammengefassten Ergebnisse
münden in einen Technischen Prüfbericht sowie in die UPOV-Sortenbeschreibung.

Eine Sorte ist unterscheidbar, wenn ihre Pflanzen sich in der Ausprägung wenigstens eines Merkmals von
Pflanzen jeder anderen Sorte eines Vertrags- oder Mitgliedstaates unterscheiden (§ 47 SaatG, vereinfacht).
Eine Sorte ist homogen, wenn ihre Pflanzen, von wenigen Abweichungen abgesehen, in der Ausprägung der
maßgebenden Merkmale hinreichend gleich sind (§ 48 SaatG, vereinfacht).
Eine Sorte ist beständig, wenn die Ausprägung ihrer maßgebenden Merkmale nach wiederholter Vermehrung
unverändert ist (§ 49 SaatG, vereinfacht).


Diese Kriterien der Unterscheidbarkeit, Homogenität und Beständigkeit sind Grundvoraussetzung für ein
funktionierendes Sorten- und Saatgutsystem und werden in den meisten europäischen und vielen
außereuropäischen Staaten in ähnlicher Weise überprüft. Durch eine systematische Erhaltungszüchtung
sorgt der Züchter dafür, dass die Sorte homogen und beständig bleibt.
Schematischer

Die Wertprüfung (WP)
Die Sortenwertprüfung dauert zwei bis drei Jahre und wird der Anbaubedeutung der Pflanzenart und den
sachlichen Erfordernissen entsprechend mehrortig durchgeführt, erst dann sind sichere Aussagen möglich.
Bei folgenden Pflanzenarten wurde die Prüfdauer von drei auf zwei Jahre verkürzt: Roggen, Triticale, Dinkel,
Wintergerste, Sommerweichweizen, Sommergerste, Hafer, Nackthafer, Mais, Sorghum, Sudangras,
Rispenhirse, Westerwoldisches Raygras, Erbse, Ackerbohne, Saatwicke, Sojabohne, Alexandrinerklee,
Inkarnatklee, Persischer Klee, Phazelie, Ölrettich, Winter- und Sommerfutterraps, Körnerraps (Sorten, die
einen Indexwert überschreiten), Rübsen, Ölkürbis, Mohn, Kümmel, Buchweizen, Sonnenblume, Gelbsenf und
Sareptasenf. Über Winterweizen, Winterdurum, Sommerdurum, Körnerraps (Sorten, die einen Indexwert
unterschreiten), Zuckerrübe, Kartoffel, kleinsamige Leguminosen und Futtergräser wird mit dreijährigen
Daten entschieden. Bei kleinsamigen Leguminosen und Futtergräsern (ausgenommen Rotklee und
Italienisches Raygras) verlängert zudem ein Anlagejahr die Prüfdauer.
Die zusammengefassten Ergebnisse bilden den Wertprüfungsbericht (WP-Bericht). Aufgrund dieses Berichts
schlägt die Sortenzulassungskommission (§ 66 (2) SaatG) der Behörde die Zulassung bzw. Nichtzulassung
von Sorten vor. Die Kommission besteht aus Pflanzenbaufachleuten der neun Landwirtschaftskammern,
Züchtungsexperten, Fachleuten des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus
(BMLRT) und des Bundesamtes für Ernährungssicherheit.


Der „landeskulturelle Wert“ als wichtiges Element des Sortenwesens
„Eine Sorte hat landeskulturellen Wert, wenn sie in der Gesamtheit ihrer wertbestimmenden Eigenschaften
gegenüber den vergleichbaren zugelassenen Sorten eine Verbesserung
1) für den Anbau, insbesondere auch unter Berücksichtigung der Widerstandsfähigkeit gegen
Schadorganismen,
2) für die Verwertung des Erntegutes oder
3) für die Verwertung aus dem Erntegut gewonnener Erzeugnisse erwarten lässt“ (§ 50 SaatG).
Der landeskulturelle Wert ist ein relativer Wert, relativ zum jeweiligen Sortenspektrum, und keine statische
Größe. Er basiert auf objektiven Wertprüfungsdaten und wird den sich ändernden wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und Preissituationen angepasst und inhaltlich ausgestaltet. Eine Verbesserung kann
gegeben sein, wenn die Prüfsorte in einer wichtigen Werteigenschaft wie einem agronomischen Kriterium, in
einem wesentlichen Resistenzmerkmal, im Ertrag oder in bestimmten Qualitätsparametern über der Leistung
der wertvollsten zugelassenen Sorte liegt, oder wenn die wertbestimmenden Merkmale günstiger kombiniert
sind. Zumindest in einer Anbauregion muss somit „die beste“ zugelassene Sorte übertroffen werden. Je nach
Pflanzenart sind die Anbauregionen unterschiedlich abgegrenzt. Einzelne negative Eigenschaften können
durch günstige andere Ausprägungen teilweise aufgewogen werden. Diese Art der Interpretation des
landeskulturellen Wertes fördert die Diversifizierung und Regionalisierung des Sortiments.


Technische Durchführung der Wertprüfungen
Der Exaktversuch mit Wiederholung der Prüfglieder und Zufallsanordnung der Parzellen ist eine wesentliche
Erkenntnisquelle für die landwirtschaftliche Produktion. Die Einflüsse der stets auftretenden
Bodenunterschiede werden einerseits durch die zufällige (randomisierte) Verteilung der Parzellen
ausgeglichen, andererseits rechnerisch korrigiert. Die Prüfglieder sind drei- bis vierfach wiederholt, bei
ertraglich auszuwertenden Versuchen differiert die Parzellenfläche je nach Pflanzenart und
Bodeneigenschaften von 7,9 bis 26,9 m2. Die Planung der Zulassungsprüfungen erfolgt zentral durch die
Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES).
Das eigene Prüfstellennetz wird durch Standorte autorisierter Institutionen ergänzt:
1) Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein (HBLFA)
2) Landwirtschaftliche Koordinationsstelle Niederösterreich (LAKO)
3) Das Amt der Tiroler Landesregierung, Fachbereich Landwirtschaftliches Versuchswesen, Boden- und
Pflanzengesundheit (LVW Tirol) ist in die Prüfung von Futterpflanzen eingebunden.
4) Bei Zuckerrübe erfolgen die Prüfungen gemeinsam mit der Österreichischen Rübensamenzucht
Ges.m.b.H. (ÖRZG).
5) Aus Kosten- und Kapazitätsgründen sind bei einer Reihe von Pflanzenarten (Wintergerste, Wintertriticale,
Winterweizen, Dinkel, Sommergerste, Hafer, Mais, Rispenhirse, Sojabohne, Ölkürbis, Winterkörnerraps,
Zuckerrübe) auch Züchter und Antragsteller für Versuche autorisiert.


Die Durchführung erfolgt entsprechend den in den „Methoden für Saatgut und Sorten – Richtlinien für die
Sortenwertprüfung (2015)“ festgelegten Verfahren. Die Mehrzahl der Getreideversuche erhält keine
Wachstumsregler und Fungizide. Bei einigen Versuchen von Wintergerste, Winterroggen, Winterweizen,
Winterdurum, Sommerdurum und Sommerweichweizen werden zwei Intensitätsstufen (ohne Fungizid, mit
Fungizid) durchgeführt. In den konventionell durchgeführten Kartoffelversuchen kommen Fungizide gegen
Krautfäule zur Anwendung. Bei Zuckerrübe werden Mehltau und die Cercospora-Blattfleckenkrankheit
bekämpft. Ein Einsatz von Insektiziden erfolgt nach Überschreiten von Schadensschwellen. Bei Winterweizen
gibt es separate Bio-Zulassungsprüfungen. Dinkel wird seiner praktischen Verwendung entsprechend seit
1996/97 hauptsächlich auf Biobetrieben getestet. Ergänzende Versuche auf Biobetrieben gibt es auch bei
Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale, Winterweizen, Sommerweichweizen, Sommerhafer, Nackthafer,
Sojabohne, Kartoffel, Luzerne und Kleearten.

Ertrag, Anbaueigenschaften und Krankheiten
Die Ertragsleistungen der Sorten werden ausschließlich, die Anbaueigenschaften überwiegend unter
natürlichen Feldbedingungen erhoben
. Im Mühlviertel angelegte Registerparzellen liefern auch in manchen
schneearmen Wintern Erkenntnisse über die Anfälligkeit von Getreide für Schneeschimmel und Typhulafäule.
Mit der Weihenstephaner Kastenmethode wird die Frosthärte von Winterdurum abgetestet. Die Neigung zu
Auswuchs wird durch Benetzung gelbreifer Parzellen oder im Labor (Auswuchs intakter Ähren in der
Feuchtkammer) untersucht. In separaten Prüfparzellen wird die Anfälligkeit für DTR-Blattdürre (Drechslera
tritici-repentis) von Weich- und Durumweizen, für Mehltau bei Wintertriticale und Hafer sowie die Neigung zu
Halmknicken bei Hafer beurteilt. Für Gelbrost (Puccinia striiformis) und Schwarzrost (Puccinia graminis) von
Triticale, Weichweizen, Durumweizen und Dinkel werden auch Ergebnisse künstlicher Infektionen
herangezogen. Bei Weichweizen, Durumweizen sowie Triticale wird mittels der Maisstoppelmethode und
Befeuchtung zur Blütezeit Ährenfusarium provoziert. Bei Triticale sind die Symptome von Ährenfusarium
meist undeutlich. Der an Ernteproben festgestellte Gehalt an Deoxynivalenol (DON) bildet die Grundlage für
die Sortenbewertung. Seit 2014 wird die Empfindlichkeit von Winterroggen für den Mutterkornpilz (Claviceps
purpurea) durch Inokulation mit einer Konidiensuspension beurteilt. Im Rahmen der Bio-Zulassungsprüfung
wird Saatgut von Winterweizen mit Steinbrandsporen (Tilletia caries) inokuliert. Bei Mais erfolgt die
Einstufung bei Kolbenfusarium anhand der Symptome und Toxindaten von Versuchen mit natürlichem Befall.
Die Anfälligkeit für Kartoffelkrebs (Synchytrium endobioticum) wird im Labor durch künstliche Infektion
festgestellt. Für die Resistenzprüfung gegen zystenbildende Nematoden (Globodera rostochiensis, G. pallida)
werden Kartoffelpflanzen im Glashaus in infizierter Erde kultiviert. Zur Ermittlung der Anfälligkeit für die
Späte Rübenfäule (Rhizoctonia solani) wird mit dem Pilz inokuliertes Trägermaterial vor dem Anbau flach in
den Boden eingebracht. Wenn möglich werden die Beobachtungen mittels Mess- und Zählwerten erfasst. In
vielen Fällen wäre eine exakte Messung (z.B. der befallenen Blattfläche in cm2) zu aufwändig. Es werden die
Symptome bonitiert, d.h. durch Schätzung bewertet (Noten von 1-9; 1 = kein Auftreten, … 9 = sehr starkes
Auftreten). Zur Charakterisierung der Mehltauresistenzfaktoren von Sommergerste, der Resistenz gegen das
Gerstengelbmosaikvirus und der Nematoden-Resistenzen von Kartoffel werden auch ausländische Ergebnisse
sowie Züchterangaben genutzt.


Umfangreiche Qualitätsanalysen
Qualitätsaspekte sind ein integraler Bestandteil des Zulassungsverfahrens. Grundlage der Bewertung sind die
Ergebnisse sortenreiner Qualitätsproben
, zumeist werden die Kandidatensorten mit 4 bis 10 Referenzsorten
verglichen. Wesentliche Analysen betreffen bei Weichweizen und Dinkel die Mahl- und Backqualität, bei
Durumweizen die Eignung für die Teigwarenerzeugung, bei Roggen die Brotroggenqualität bzw. die
Brauchbarkeit zur Grünnutzung, bei Gerste den Brau- und Futterwert, bei Hafer den Futterwert, bei
Körnermais die Kornsortierung, bei Körnerleguminosen und Futterpflanzen den Rohproteingehalt, bei
Ölfrüchten den Ölgehalt sowie fallweise das Fettsäurespektrum und bei Körnerraps zusätzlich den
Glucosinolatgehalt. Bei Zuckerrübe werden der Zuckergehalt sowie die technologische Eignung und bei
Kartoffel die Eignung als Speise-, Verarbeitungs- oder Stärkekartoffel untersucht.
Die Analysen am Erntegut erfolgen durch die AGES und bei Futterpflanzen teilweise durch die HBLFA
Raumberg-Gumpenstein. Seit 2013 werden Winter- und Sommerbraugersten an der Versuchs- und
Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V. vermälzt. Die Qualität von Zuckerrüben wird von der Agrana
Research & Innovation Center GmbH (ARIC) und dem Rübenlabor der Zuckerfabrik Leopoldsdorf ermittelt.

Beratung, Anbau und Sortenempfehlung

Grundvoraussetzung einer qualifizierten Pflanzenbauberatung ist ein auf regionale Erfordernisse
ausgerichtetes Netz an Feldversuchen; dem Produktionsfaktor Sorte kommt dabei eine Schlüsselstellung zu.
Nach erfolgter Zulassung verbleiben die meisten Sorten noch mehrere Jahre in den Prüfungen. Diese
Ergebnisse, ergänzt durch Resultate produktionstechnischer Versuche (Prüffaktoren: Saatzeit, Saatstärke,
Stickstoffdüngung, Fungizide) und Versuche auf Biobetrieben geben verlässliche Auskunft über die Eignung
und Leistung der Sorten in den einzelnen Anbauregionen.


Für die Anbauwürdigkeit ist neben dem Ertragspotenzial eine Vielzahl anderer Werteigenschaften von
Bedeutung. Beispielsweise agronomisch relevante Merkmale wie Reifezeit, Neigung zu Lager, Stängelbruch
und Auswuchs, Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge und die Qualität bzw. der Verarbeitungswert des
Ernteproduktes. Bei vielen Pflanzenarten weisen die Sorten eine unterschiedliche Eignung für einzelne
Nutzungszwecke
auf. Bei Weichweizen wird hinsichtlich der Backqualität differenziert, die Winter- und
Sommergersten sind in Futter- und Braugersten unterschieden. Neben den Körnerroggen sind Sorten für
Grünnutzungszwecke registriert. Bei Mais wird die Körner- und Silomaiseignung angeführt, das
Kartoffelsortiment ist entsprechend den Kochtypen und sonstigen Qualitätseigenschaften stark differenziert.
Neben den Ölsonnenblumen sind Sorten mit hohem Ölsäuregehalt und solche für spezielle
Nutzungsrichtungen vorhanden. Es gibt Rapssorten zur Körner- und Grünnutzung. Bei manchen Grasarten
(Knaulgras, Wiesenrispe, Wiesenschweidel) ist die spezifische Eignung für den Feldfutterbau, für
Dauerwiesen- oder Weidemischungen festgehalten. Infolge unterschiedlicher Adaptation bei Getreide, den
Reifeansprüchen bei Mais-, Sonnenblumen- und Sojabohnensorten oder regionaler Konzentrationen im Frühbzw.
Stärkekartoffelanbau kann das Sortenspektrum im Bundesgebiet sehr variabel sein. Eine für sämtliche
Regionen und Nutzungszwecke ideale Sorte gibt es kaum oder nicht.


Es sind auch Sorten vertriebsfähig, welche nicht in der Österreichischen Sortenliste enthalten sind. Diese in
einem anderen Land der Europäischen Union registrierten Sorten (EU-Sorten) wurden vielfach unter
wesentlich abweichenden klimatischen, bodenkundlichen und epidemiologischen Bedingungen getestet. Ihre
Eignung für österreichische Anbaugebiete ist oftmals nicht gegeben.


Um bei wichtigen Kulturpflanzen die Ertragssicherheit zu verbessern und Anbaurisiken zu vermindern, ist
eine Sortenstreuung empfehlenswert. Bei Verwendung verschiedener Resistenzfaktoren kann das
Befallsrisiko von Pflanzenkrankheiten vermindert und die Ausbreitung neuer Pathotypen verzögert werden.
Der Einheitssortenanbau sollte auf das zur marktkonformen Aufbringung und Erfassung sortenreiner Partien
(z.B. bei Backweizen, Braugerste) erforderliche Ausmaß beschränkt bleiben.

Züchterischer Fortschritt und Nutzen neuer Sorten

Bei zahlreichen Eigenschaften können die Pflanzenzüchter Erfolge verzeichnen. Diese Fortschritte sind ein
entscheidender Erfolgsfaktor in der Produktionskette von der Landwirtschaft bis zum Konsumenten. Die
Schwierigkeit liegt darin, die Vielfalt der Merkmale in möglichst günstiger Ausprägung in einem Genotyp zu
vereinen.

Der Nutzen neuer wertvoller Sorten ist zu sehen:
1) Für die Landwirtschaft in einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Kostensenkung infolge
verbesserter Widerstandsfähigkeit gegen Lager, Krankheiten und Schädlinge. Weiters in einer
günstigeren Nährstoffausnutzung, einer besseren Qualität, einem höheren Ertrag oder mehr Sicherheit
bei der Erzeugung. So sind auch Beschränkungen beim Einsatz von Mineraldüngern, Wachstumsreglern
und Fungiziden möglich.
2) Für die Konsumenten in verbesserten ernährungsphysiologischen oder geschmacklichen Eigenschaften
des Endproduktes.
3) Für die Volkswirtschaft in einer rentableren Erzeugung und Verarbeitung durch höhere Ausbeute, sowie
in umweltschonender Landbewirtschaftung durch verminderten Einsatz an Düngemitteln, chemischen
Pflanzenschutzmitteln und Wachstumsreglern mittels Verwendung nährstoffeffizienter, krankheitsresistenter
und standfester Sorten.
4) Dem Vorsorgeprinzip folgend sollen Risiken durch ein Anmelde- und Prüfverfahren minimiert und
mögliche negative Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt vermieden werden.

Ertragspotenzial, Ertragssicherheit
Die Leistungsfähigkeit der angebauten Sorte nimmt wesentlichen Einfluss auf den Wirtschaftserfolg. Für viele
Pflanzenarten wird das Ertragspotenzial weiterhin ein erstrangiges Zuchtziel bleiben. Bei Getreide liegt der
jährliche züchtungsbedingte Ertragsanstieg zwischen 0,2 und 0,9 dt/ha (0,4 bis 1,2 %). Überwiegend wurde
dies durch eine Verlagerung der Trockensubstanz vom Stroh ins Korn (erhöhter Ernteindex) als Folge der
Wuchshöhenreduktion, eine günstigere Nährstoffverwertung und eine höhere Krankheitstoleranz erreicht.
Wegen verschiedener Ursachen lassen sich Zuchterfolge jedoch oft nicht in gleicher Weise in Praxiserträge
umsetzen. Ertragsschwankungen treten in einem ähnlichen Ausmaß wie früher auf.

Nährstoffeffizienz
Ebenfalls aufwandsmindernd – oder trotz höherer Leistung nicht aufwandssteigernd – wirken sich
züchterische Verbesserungen der Aufnahme- bzw. Verwertungseffizienz von Nährstoffen aus. Auch wenn bei
einigen Pflanzenarten (insbesondere bei Getreide) die Ausprägung des Rohproteingehaltes abgenommen
hat, zeigen die Berechnungen dennoch eine verbesserte Stickstoffeffizienz (beurteilt anhand des Korn-
Proteinertrags bzw. Korn-Stickstoffertrags) heutiger Sorten im Vergleich zu älteren Züchtungen.

Anbaueigenschaften, Resistenz gegen abiotische Schadfaktoren
Eine überdurchschnittliche Frosthärte verbessert die Ertragssicherheit von Wintergetreide und Winterraps.
Eine hohe Toleranz gegen abiotische Stressfaktoren wie Hitze oder Trockenheit wäre wünschenswert, ihr
sind jedoch aus biochemischen Gründen enge Grenzen gesetzt. Dank der Entwicklung frühreifer
Hybridsorten konnte der Maisanbau weit über das ursprüngliche Gebiet ausgedehnt werden. Mit mehr
Stickstoff versorgte und dichtere Weizen-, Gersten- und Roggenbestände erfordern eine erhöhte
Standfestigkeit. Abgesehen von traditionellen Dinkelsorten sind bei sämtlichen Getreidearten deutliche
Zuchtfortschritte in der Standfestigkeit nachgewiesen. Die Reduktion des Wachstumsreglereinsatzes bei
Getreide ist teilweise darin begründet. Im konventionellen Ackerbau haben Erbsen des Rankentyps aufgrund
der Standfestigkeit und verbesserter Druscheigenschaften die früher üblichen Blatttypen großteils abgelöst.
Auch die Strohstabilität (Halm- und Ährenknicken) des reifenden Getreides sowie die Widerstandsfähigkeit
gegen Stängelbruch bei Mais und Sonnenblume wurden verbessert. Bei Sojabohne ist eine hohe
Platzfestigkeit der Hülsen vorteilhaft. Gegen das Aufplatzen der Gerstenkörner hilft im Wesentlichen nur eine
widerstandsfähige Sorte. Der rationelle Zuckerrübenanbau ist ohne die Entwicklung genetisch monogermen
Saatgutes nicht vorstellbar. Die Schossresistenz der Zuckerrübe hat zu einer früheren Aussaat und
gesteigerten Zuckererträgen beigetragen.

Züchterische Entwicklung bei Winterweizen (ermittelt anhand langjähriger Wertprüfungsdaten)

 MerkmalPannonisches TrockengebietFeuchtgebiet
QualitätsweizenMahlweizenQualitätsweizen Mahlweizen
Agronomische EigenschaftenAuswinterung0-00
Ährenschieben0+0+
Gelbreife00++
Wuchshöhe++0++
Lager++++++
Auswuchs0000
KrankheitenMehltau+++++++++++
Braunrost++++++++++
Gelbrost+++0
Schwarzrost+0+0
Blattseptoria (Sept. nodorum)++++++
Septoria tritici-Blattdürre0+0++
DTR-Blattdürre0+0+
Ährenfusarium0000
Ertrags- und QualitätsmerkmaleKornertrag++++++++++
Rohproteinertrag++++++++
Hektolitergewicht+0++
Rohproteingehalt---- -

+++ = Sehr günstige züchterische Entwicklung (Verbesserte Winterfestigkeit, frühes Ährenschieben, frühe Reife, kürzerer Halm, geringere Lagerneigung, geringere Auswuchsneigung, geringere Anfälligkeit für Krankheiten, höheres Ertragspotenzial, höherer Rohproteinertrag, höheres Hektolitergewicht, höherer Rohproteingehalt)

0          = Kein eindeutiger Trend erkennbar

- - -     = Sehr ungünstige züchterische Entwicklung (Geringere Winterfestigkeit, spätes Ährenschieben, späteReife, längerer Halm, stärkere Lagerneigung, stärkere Auswuchsneigung, stärkere Anfälligkeit für Krankheiten, geringeres Ertragspotenzial, geringerer Rohproteinertrag, geringeres Hektolitergewicht, geringerer Rohproteingehalt)

Winterweizensorten im pannonischen Trockengebiet: Geringere Krankheitsanfälligkeit durch Züchtung (ermittelt anhand langjähriger Wertprüfungsdaten)

Resistenz gegen Schadorganismen
Grundsätzlich kann gegen eine Vielzahl von Schadorganismen eine Resistenzzüchtung betrieben werden. Die
Verfügbarkeit von Resistenzquellen, bestimmte Züchtungsmethoden und wirtschaftliche Zwänge wirken
allerdings einschränkend. Große praktische Bedeutung hat die Züchtung gegen Viruskrankheiten,
Pilzkrankheiten und Nematoden sowie zunehmend auch die Insektenresistenz
. Bei einer gegen Krankheiten
widerstandsfähigen Sorte ist der Befallsbeginn deutlich hinausgezögert und die Befallsstärke reduziert.
Mit der Stärke des Krankheitsbefalls geht das Ausmaß möglicher Ertrags- und Qualitätsverluste einher.
Neuere Gersten- und Weizensorten sind weniger krankheitsanfällig als die in den 1960er, 1970er und 1980er
Jahren gebräuchlichen Züchtungen.
Derzeit sind 20 der 27 gelisteten Sommergersten weitgehend
mehltauresistent (Ausprägungsstufe 2). Allerdings ist die Resistenzausprägung keine unveränderliche
Eigenschaft, sondern kann im Laufe der Jahre graduell abnehmen oder infolge einer Änderung des
Virulenzspektrums völlig „zusammenbrechen“. Auch gegen Zwergrost, Braunrost, Gelbrost, Rhynchosporium
und Netzflecken stehen gut widerstandsfähige Getreidesorten bereit. Wegen des teils höheren N-Angebotes,
dichterer Bestände und veränderter Wirtschaftsweisen (z.B. vereinfachte Fruchtfolgen, reduzierte
Bodenbearbeitung) hat der Befall auf den Praxisschlägen nicht im selben Ausmaß abgenommen, als es der
genotypische Fortschritt aufzeigt. Bei Weizen bereiten Gelbrost, Septoria tritici-Blattdürre, DTR-Blattdürre
und Ährenfusarium fallweise mehr Probleme als früher. In Feucht- und Übergangslagen sind Winter- und
Sommergerste oft massiv von der Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) betroffen. Die Tendenz zur
Vorverlegung der Saatzeit von Wintergetreide kann bei milder Spätsommer- und Herbstwitterung Probleme
durch viröse Verzwergung (Viröse Gelbverzwergung, Weizenverzwergung) verursachen. Die Weizen- und
Maiszüchter investieren erhebliche Mittel in die Erhöhung der Fusariumresistenz.
Zahlreiche Kartoffelsorten sind gegen eine oder mehrere Virosen sowie bestimmte Pathotypen von
Nematoden und Kartoffelkrebs resistent. In den vergangenen Jahren wurden ausschließlich gegen Rizomania
tolerante Zuckerrüben registriert. Mehrere Zuckerrübensorten sind gegen Cercospora, Rhizoctonia oder
Nematoden widerstandsfähig. Auch bei Körnerleguminosen, Körnerraps, Sonnenblume und weiteren
Pflanzenarten sind Sorten mit befriedigender bis guter Widerstandskraft gegen Schaderreger vorhanden.

Winterweizensorten im Feuchtgebiet: Geringere Krankheitsanfälligkeit durch Züchtung (ermittelt anhand langjähriger Wertprüfungsdaten)

Krankheitsanfälligkeitsindex: Der in den Parzellen ermittelte Krankheitsbefall (Boniturwerte) kann
entsprechend der ökonomischen Bedeutung (Einschätzung) der einzelnen Erreger mit einem Faktor versehen
zu einer dimensionslosen Zahl, dem Anfälligkeitsindex, verrechnet werden. Diese Indexwerte geben einen
allgemeinen Überblick vom Resistenzniveau der Sorten. Die kombinierte Darstellung von Indexwerten und
Zulassungsjahr zeigt in einprägsamer Weise die Erfolge der Resistenzzüchtung. Dank züchterischer
Bemühungen ist bei den meisten Pflanzenarten ein deutlicher Trend zu niedrigeren Indexzahlen (d.h.
geringere Anfälligkeit, höheres Resistenzniveau) erkennbar. Am günstigsten liegen bei Winterweizen die
Sorten Adamus, Advokat, Aloisius, Angelus, Arminius, Capo, Edda, Emotion, Enrico, Mandarin, Safran,
Spontan, SU Habanero, Thalamus, Tillsano und Tobias. Von den registrierten Sommergersten zeigen Avus,
Elektra, Elena, Elfriede, Ellinor, Escalena, Mazarine und Tasja günstige Indexwerte.

Der Anbau von Sorten, welche gegen Krankheiten und Schädlinge widerstandsfähig sind, ist eine
kostengünstige und umweltschonende Maßnahme des Pflanzenschutzes. Die Einsparung an fungiziden
Wirkstoffen trägt wirkungsvoll zur Verminderung von Umweltbelastungen bei.

Sommergerstensorten im pannonischen Trockengebiet: Geringere Krankheitsanfälligkeit durch Züchtung (ermittelt anhand langjähriger Wertprüfungsdaten)

Qualität, Verwertungseignung
Die Qualitätsanforderungen des Marktes sind größer als zu Beginn der 1990er Jahre. Bei vielen
Verarbeitungsbetrieben (z.B. Mühlen, Mälzereien, Ethanolerzeugung, Kartoffelverwertung, Futtermittelwerke,
Zucker- und Stärkefabriken) hängt die Wirtschaftlichkeit der Produktion wesentlich von der Rohstoffqualität
ab. Manche Nutzungen wurden erst durch züchterisch geänderte Qualitätseigenschaften ermöglicht,
beispielsweise die Verwendung von erucasäure- und glucosinolatarmen Rapssorten (00-Sorten) für Speiseöl
oder Sonnenblumen mit gesteigertem Anteil an Ölsäure für technische Zwecke. Im Winterweizensortiment
des Alpenvorlandes zeigen die Hektolitergewichte in den letzten Jahrzehnten eine genotypisch bedingte
Zunahme von durchschnittlich 77 bis 78 kg (Mahlweizen) bzw. 79 bis 80 kg (Qualitätsweizen) auf 78 bis 80
kg (Mahlweizen) bzw. 80 bis 82 kg (Qualitätsweizen). Wegen der negativen intervarietalen
(zwischensortlichen) Korrelation zwischen Ertragspotenzial und Rohproteingehalt nahm letzterer in den
vergangenen vier Jahrzehnten im Mittel um 0,7 bis 1,5 % ab. Verarbeitungseignung und Backpotenzial der
Sorten haben dank günstigerer Proteinqualität aber nicht gelitten. Bei Roggen wurden durch Züchtung die
Fallzahl- und Amylogrammwerte tendenziell erhöht. Bei Wintergerste stiegen die Hektolitergewichte um 1 bis
3 kg und die Marktwarenanteile um 2 bis 6 % an. Der Futterwert (Metabolisierbare Energie) zeigt ebenfalls
eine leicht steigende Tendenz, obzwar der Rohproteingehalt rückläufig ist. Die heutigen Sommerbraugersten
weisen einen höheren Vollgerstenanteil auf, können in kürzerer Zeit vermälzt werden und liefern mehr
vergärbaren Extrakt. Bei Sommerdurum gab es bei der Ausprägung der Glasigkeit, der Grießausbeute, beim
Glutenindex und Gelbpigmentgehalt Fortschritte. Der Gesamtölgehalt neuerer Rapssorten liegt bei 43 bis 45
% (in TS.) gegenüber 42 bis 44 % bei den vor zwei Jahrzehnten registrierten Züchtungen. Neuere
Sonnenblumensorten weisen einen Ölgehalt von durchschnittlich 49 bis 53 % (in TS.) auf, bei den zwischen
1986 und 1990 registrierten Züchtungen variiert er zwischen 44 bis 51 %.

Erläuterungen zu den Tabellen und Ausprägungsstufen

Transformation der Daten in Ausprägungsstufen (Sortenbeschreibung)
Um jahresspezifische Niveaus infolge unterschiedlicher Prüfzeiträume auszuschalten, sowie zur besseren
Lesbarkeit, werden die Mess-, Zähl- und Boniturdaten in Ausprägungsstufen (Noten von 1-9) transformiert.
Diese werden aus Mittelwerten orthogonaler Datensätze, aus Differenzen zu langjährig geprüften
Referenzsorten und aus adjustierten Mittelwerten berechnet. Die Einstufungen in das Schema von 1-9
werden laufend aktualisiert. Die hier vorgenommenen Beurteilungen können beispielsweise von den bei der
Zulassung vergebenen Noten wesentlich abweichen, wenn infolge einer Veränderung des
Pathotypenspektrums von Schaderregern eine Änderung des Resistenzverhaltens eingetreten ist.

Ausprägungsstufen (APS)

1 = sehr gering ausgeprägt, … 9 = sehr stark ausgeprägt

APSJugendentwicklungÄhrenschiebenWuchshöheNeigung zu:KornertragQualitätsmerkmale
 FrühjahrsentwicklungRispenschieben AuswinterungVesenertragGehalte
 NachtriebsstärkeBlühbeginn VerunkrautungTrockensubstanzertrag 
 NarbendichteReifezeit SchosserbildungRohproteinertrag 
 Blattabreife  LagerÖlertrag 
    AuswuchsKnollenertrag 
    HalmknickenStärkeertrag 
    ÄhrenknickenRübenertrag 
    StängelbruchZuckerertrag 
    Kornausfall usw.Blattertrag 
    /Anfälligkeit für:  
    Krankheiten  
    Schädlinge  
1sehr gering (sehr langsam)sehr frühsehr kurzfehlend oder sehr geringsehr niedrigsehr niedrig
2sehr gering bis geringsehr früh bis frühsehr kurz bis kurzsehr gering bis geringsehr niedrig bis niedrigsehr niedrig bis niedrig
3gering (langsam)frühkurzgeringniedrigniedrig
4gering bis mittelfrüh bis mittelkurz bis mittelgering bis mittelniedrig bis mittelniedrig bis mittel
5mittelmittelmittelmittelmittelmittel
6mittel bis starkmittel bis spätmittel bis langmittel bis starkmittel bis hochmittel bis hoch
7stark (rasch)spätlangstarkhochhoch
8stark bis sehr starkspät bis sehr spätlang bis sehr langstark bis sehr starkhoch bis sehr hochhoch bis sehr hoch
9sehr stark (sehr rasch)sehr spätsehr langsehr starksehr hochsehr hoch

Sortenbeschreibung, Ausprägungsstufen
· Das in den Tabellen genannte „Züchterland“ (Internationales KFZ-Unterscheidungskennzeichen) bezieht
sich auf den Firmensitz des Ursprungszüchters.
· Eine hohe Ausprägungsstufe bei Krankheiten (z.B. Note 7, 8 oder 9) bedeutet nicht, dass zwangsläufig
mit einem starken Befall zu rechnen ist. Denn in einigen Gebieten sind bestimmte Krankheiten generell
unbedeutend (z.B. Rhynchosporium der Gerste in Ostösterreich, Gerstenmehltau in Kärnten,
Roggenmehltau im Mühl- und Waldviertel). Weiters treten einige Krankheiten seltener auf (z.B.
Schwarzrost des Weizens) oder sind nur kleinflächig vertreten (z.B. Gelbmosaikvirus der Gerste).
· Ist die Datenbasis nicht ausreichend, wird die Sorte im betreffenden Merkmal nicht eingestuft. Die
Anfälligkeit für manche Krankheiten ist aufgrund einer zu geringen Zahl geeigneter Ergebnisse nicht (z.B.
Pseudocercosporella-Halmbruch und Schwarzbeinigkeit des Getreides, Zwergsteinbrand) oder nicht mehr
(z.B. Viröse Verzwergung bei Winterweizen, Wintertriticale und Wintergerste, Septoria-Spelzenbräune des
Weizens, Schwarzrost bei Triticale und Hafer) beschrieben.
· Die Einstufungen beziehen sich im strengen Sinne nur auf die jeweilige Pflanzenart. Bei einigen
Merkmalen (z.B. die Mehrzahl der Qualitätseigenschaften von Weichweizen, Durumweizen, Gerste,
Triticale und Hafer) wurden die Skalen so gelegt, dass näherungsweise auch ein Vergleich zwischen der
Winter- und Sommerform dieser Getreidearten möglich ist. Bei Mais und Kartoffel ist eine exakte
Vergleichbarkeit nur innerhalb der Reifegruppen gegeben.

Relativerträge, Relativqualitäten
· Die auf Einzelstandorten, in den Regionen oder im Gesamtdurchschnitt erzielten Sortenerträge (Korn-,
Trockenmasse-, Knollen-, Stärke-, Rüben-, Zucker-, Rohprotein-, Ölertrag) werden in Relativprozent
(Rel%) dargestellt. Dieser relative Durchschnittsertrag einer Sorte an einem Ort bzw. in einer Region
ergibt sich aus den auf ein Standardmittel (Durchschnitt von bis zu sechs Standardsorten) bezogenen
Erträgen.
· Mehrere Jahre nicht mehr geprüfte Sorten fehlen in diesen Tabellen und scheinen nur mehr in der
Sortenbeschreibung (Ausprägungsstufen von 1-9) auf.
· Liegen an einem Anbauort oder in einer Region zuwenig Resultate vor, wird dies durch ein „ – “
angezeigt.
· Bei Getreide wurden, sofern keine neueren Ergebnisse verfügbar waren, auch zurückliegende
Ertragszahlen einbezogen.
· Zur Einschätzung der standörtlichen Güte werden die Standardmittelerträge in absoluten Zahlen
angeführt. Dabei ist zu beachten, dass Erträge aus Parzellenprüfungen aufgrund von Randeffekten usw.
um etwa 12 bis 18 % über den Leistungen der entsprechenden Großflächen liegen. Für den Landwirt sind
die Relationen der Sorten zueinander entscheidend.
· Bei Zuckerrübe werden Qualitätsmerkmale wie der Zuckergehalt und der Standardmelasseverlust in der
oben beschriebenen Weise dargestellt.


Absolutdifferenzen, Absolutmittel
· Für einige Merkmale werden Absolutdifferenzen zum Standardmittel angeführt: z.B. bei Körnermais
(Kornfeuchte, Stängelbruch), bei Silomais (Kolbenanteil, Trockensubstanzgehalt), bei Sorghum
(Kornfeuchte), bei Ackerbohne und Körnererbse (Rohproteingehalt), bei Sojabohne (Rohproteingehalt,
Ölgehalt) und Ölpflanzen (Ölgehalt).
· Bei Winterweizen, Körnerroggen, Wintertriticale, Dinkel, Wintergerste, Durumweizen,
Sommerweichweizen, Sommergerste, Hafer und Kartoffel werden ausgewählte Qualitätsmerkmale mit
ihren Mittelwerten präsentiert.

Charakterisierung der Versuchsstandorte

Die Sortenwertprüfung erfolgt auf unterschiedlichen Versuchsstandorten entsprechend der regionalen
Anbaubedeutung der Pflanzenart. Einzelne Standorte werden bereits seit den 1950er Jahren für Versuche
genutzt. Sie werden charakterisiert über den politischen Bezirk und die Seehöhe in Metern über der Adria.
Weiters werden die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge in mm sowie die durchschnittliche
Jahresmitteltemperatur in Grad C angegeben. Diese entstammen einer 30-jährigen Auswertung der flächigen
Gitterdaten von SPARTACUS der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) von 1990 bis
2019.


Versuchsstationen der AGES


Fuchsenbigl, Bez. Gänserndorf, NÖ.; pannonisches Klima, 143 m / 577 mm / 11,3 °C.
Tschernosem aus lehmig schluffig bis schluffig lehmigen Schwemmmaterialien, die in 30 bis 100 cm Tiefe
auf Schotter aufliegen, lokal in alten Flussrinnen tiefgründige Feuchtschwarzerde, je nach Mächtigkeit der
Feinbodendecke trocken, zur Trockenheit neigend, gut durchfeuchtet bis mäßig feucht (in der Rinne),
durchgehend hoher Kalkgehalt, neutral bis schwach alkalisch, mittlerer Humusgehalt.


Großnondorf, Bez. Hollabrunn, NÖ.; pannonisches Klima, 264 m / 529 mm / 10,6 °C.
Tschernosem auf Löss, lehmiger Schluff bis schluffiger Lehm, Humustiefe stark reliefbedingt (40 bis 90
cm), in Mulden Feuchtschwarzerde, je nach Relief mäßig trocken bis trocken, in Mulden gut bis mäßig
feucht, mittlerer Kalkgehalt, neutrale Reaktion, mittlerer Humusgehalt.


Grabenegg, Bez. Melk, NÖ.; mitteleuropäisches Übergangsklima mit atlantischem Einfluss,
260 m / 704 mm / 10,3 °C.
Grabenegg: Pseudovergleyte Braunerde aus schluffreichem, entkalktem, umgelagertem
Kalkmergelverwitterungsmaterial, lehmiger Schluff, wechselfeucht, tiefgründig, carbonatfrei, schwach
sauer bis neutral, Ackerkrume schwach humos bis humos.
Zinsenhof: Vergleyte Braunerde aus feinem Schwemmmaterial, sandiger Lehm bis lehmiger Schluff, gut
mit Wasser versorgt, mittel- bis tiefgründig, carbonathaltig, schwach sauer bis neutral, humos.

Hagenberg im Mühlkreis, Bez. Freistadt, OÖ.; mitteleuropäisches Übergangsklima mit polarem und
subpolarem Einfluss, 463 m / 772 mm / 9,1 °C.
Felsbraunerde, westlich Lockersedimentbraunerde, gering- bis mittelwertige Böden, humoser sandiger
Lehm mit Findelsteinen, in tieferen Schichten sandiger Lehm, Ton und Findelsteine, Durchlässigkeit mäßig
bis hoch, seicht- bis mittelgründige Kuppenlage trocken, tiefgründige Stellen gut wasserversorgt, im
Bereich der Lockersedimentbraunerde wechselfeucht, kalkfrei, schwach sauer bis sauer, niedriger
Humusgehalt.

Schönfeld an der Wild, Bez. Zwettl, NÖ.; mitteleuropäisches Übergangsklima mit polarem und subpolarem
Einfluss, 560 m / 648 mm / 8,1 °C.
Reliktpseudogley (tertiäre Kristallinverwitterung), sandiger Lehm bis schluffiger Lehm, vorwiegend aus
Gneis und Granulit, wechselfeucht durch Staukörper in ca. 40 bis 60 cm (Eluvialhorizont), kalkfrei,
schwach sauer bis sauer, humos bis schwach humos.

Gleisdorf, Bez. Weiz, Steiermark; illyrisches Klima, 380 m / 825 mm / 10,4 °C.
Innenschlag: Typischer Pseudogley, lehmiger Schluff bis schluffiger Lehm, aus Decklehmen auf quartärer
Terrasse, durch leichte Dichtlagerung im Unterboden wechselnd feucht, kalkarm bis kalkfrei, neutral bis
schwach sauer.
Außenschlag: Gley, schluffiger Lehm bis Lehm aus feinem Schwemmmaterial, im etwas höher liegenden
Areal vergleyte Lockersedimentbraunerde, lehmiger Schluff aus feinem Schwemmmaterial als
Schwemmfächer, beide mäßig feucht (Überschwemmungsgefahr), kalkfrei bis kalkarm, neutral bis
schwach sauer.

Pitzelstätten, Bez. Klagenfurt-Wölfnitz, Kärnten; illyrisches Klima, 449 m / 925 mm / 9,8 °C.
Lockersedimentbraunerde, lehmiger Sand aus feinen kalkfreien spätglazialen Sedimenten über
verschieden hoch liegendem Schotter, je nach Mächtigkeit der Feinsedimentdecke trocken, mäßig trocken
bis gut wasserversorgt, kalkfrei bis kalkarm, schwach sauer, humos.

 

Sortenprüfstellen der AGES und autorisierter Institutionen
 

Burgenland
 

Andau, Bez. Neusiedl am See; 116 m / 552 mm / 11,5 °C.
Feuchtschwarzerde, mittel- bis tiefgründig, mittel bis schwer.

Deutsch Jahrndorf, Bez. Neusiedl am See; 140 m / 573 mm / 11,3 °C.
Tschernosem (in der Nähe der Leitha Feuchtschwarzerde) mit wechselnder Gründigkeit und
Bodenschwere.

Eltendorf, Bez. Jennersdorf; 229 m / 712 mm / 10,9 °C.
Kalkfreie pseudovergleyte Lockersedimentbraunerde und typischer Pseudogley, je nach Lage auf dem
Schwemmfächer des Limbaches.

Frauenkirchen, Bez. Neusiedl am See; 124 m / 567 mm / 11,7 °C.
Tschernosem auf Niederterrasse, leicht bis mittelschwer.

Jennersdorf, Bez. Jennersdorf; 240 m / 744 mm / 10,9 °C.
Gley, kalkfreie Lockersedimentbraunerde, entlang des Raabflusses Brauner Auboden, tiefgründig.

Mattersburg, Bez. Mattersburg; 256 m / 679 mm / 10,9 °C.
Tschernosem und Feuchtschwarzerde, tiefgründig, mittelschwer, mittelhumos.

Rotenturm an der Pinka, Bez. Oberwart; 284 m / 677 mm / 10,7 °C.
Lockersedimentbraunerde, tiefgründig, kalkfrei.

Wallern im Burgenland, Bez. Neusiedl am See; 117 m / 589 mm / 11,6 °C.
Feuchtschwarzerde, Anmoor, mittel- bis tiefgründig, mäßig bis stark kalkhaltig, mäßige Speicherkraft.

 

Niederösterreich

Absdorf, Bez. Tulln; 182 m / 607 mm / 10,9 °C.
Feuchtschwarzerde, Tschernosem, mittel- bis tiefgründig, stark kalkhaltig, mäßige Speicherkraft.

Angern an der March, Bez. Gänserndorf; 143 m / 550 mm / 11,0 °C.
Feuchtschwarzerde, tiefgründig, kalkhaltig, mittelhumos, trocken bis mäßig feucht.

Breitenfeld, Bez. Zwettl, NÖ.; 569 m / 658 mm / 8,1 °C.
Braunerde, tiefgründig, wechselfeucht, mäßige bis geringe Durchlässigkeit, lehmiger Sand, mittelhumos,
kalkfrei.

Breitstetten, Bez. Gänserndorf, NÖ.; pannonisches Klima, 143 m / 577 mm / 11,3 °C. 
Tschernosem aus kalkhaltigen Feinsedimenten, lehmiger Schluff, mittelhumos 

Brunn an der Wild, Bez. Horn; 520 m / 612 mm / 8,4 °C.
Felsbraunerde, Lockersedimentbraunerde, tiefgründig, mittelhumos, kalkfrei.

Diendorf, Bez. St. Pölten-Land; 200 m / 605 mm / 10,9 °C.
Entkalkter Brauner Tschernosem aus Löss.

Diendorf am Kamp, Bez. Krems-Land; 194 m / 511 mm / 10,7 °C. 
Paratschernosem aus Schwemmmaterial, sandiger Lehm, kalkfrei, mittelhumos, mäßig trocken

Eichhorn, Bez. Gänserndorf; 172 m / 547 mm / 10,5 °C.
Tschernosem und Kulturrohboden, tiefgründig, mittelschwer bis schwer.

Engelhartstetten, Bez. Gänserndorf; 144 m / 565 mm / 11,2 °C.
Kalkhaltige Feuchtschwarzerde aus Feinsedimenten, lehmiger Schluff, mittelhumos.

Flinsbach, Bez. St. Pölten-Land; 312 m / 685 mm / 10,4 °C.
Braunerde, zum Teil vergleyt, tiefgründig, mittelschwer bis schwer.

Gerhaus, Bez. Bruck an der Leitha; 147 m / 587 mm / 11,3 °C.
Tschernosem, Feuchtschwarzerde, tiefgründig, mittelschwer bis schwer.

Ginzersdorf, Bez. Mistelbach; 178 m / 537 mm / 10,5 °C.
Tschernosem, mäßig trockene Schwarzerde, tiefgründig, mittelhumos.

Groß-Enzersdorf, Bez. Gänserndorf; 154 m / 569 mm / 11,2 °C.
Mittel- bis tiefgründiger Tschernosem, lehmiger Schluff, geringe bis mittlere Speicherkraft, mittelhumos,
stark kalkhaltig.

Großharras, Bez. Mistelbach; 188 m / 530 mm / 10,7 °C.
kalkhaltige Feuchtschwarzerde aus Feinsedimenten, mäßige Durchlässigkeit, lehmiger Sand, mittelhumos.

Guntersdorf, Bez. Hollabrunn; 247 m / 503 mm / 10,7 °C.
Tiefgründiger Tschernosem, mittelhumos.

Harlanden, Bez. Melk; 215 m / 681 mm / 10,5 °C. 
Tiefgründige Lockersedimentbraunerde oder Parabraunerde, mittelhumos.

Hohenau an der March, Bez. Gänserndorf; 160 m / 530 mm / 10,4 °C.
Tschernosem aus Löss, kalkhaltig, vereinzelt kalkarm, tiefgründig, mittelschwer.

Judenau-Baumgarten, Bez. Tulln; 188 m / 651 mm / 10,9 °C.
Tiefgründiger Tschernosem, mittelhumos.

Kilb bei Mank, Bez. Melk; 299 m / 839 mm / 10,3 °C.
Pseudogley bis Gley, tiefgründig, mittelschwer.

Langenrohr, Bez. Tulln; 175 m / 623 mm / 10,9 °C.
Tschernosem, tiefgründig, kalkarm bis kalkhaltig, mittelhumos, mäßig trocken bis mäßig feucht.

Limbach, Bez. Zwettl; 562 m / 670 mm / 8,2 °C. 
Reliktpseudogley, mittelschwer.

Loosdorf, Bez. Mistelbach; 182 m / 531 mm / 10,6 °C.
Tschernosem, tiefgründig.

Mannswörth, Bez. Wien-Umgebung; 178 m / 584 mm / 11,2 °C.
Tschernosem, trocken bis mäßig trocken, kalkhaltig, mäßige Speicherkraft.

Maria Taferl, Bez. Melk; 365 m / 740 mm / 9,7 °C.
Mittelgründige, trockene, kalkfreie Braunerde, lehmiger Sand.

Melk, Bez. Melk; 260 m / 608 mm / 10,5 °C.
Tag- und hangwasservernässter mittelschwerer Pseudogley.

Michelhausen, Bez. Tulln; 195 m / 607 mm / 10,9 °C.
Tschernosem, Feuchtschwarzerde, tiefgründig, schluffiger Lehm.

Mistelbach (LFS Mistelbach), Bez. Mistelbach; 250 m / 525 mm / 10,5 °C.
Tschernosem, mittel- bis tiefgründig, mittelschwer bis schwer, mittlerer Kalkgehalt.

Oberhausen, Bez. Gänserndorf; 149 m / 573 mm / 11,2 °C.
Grauer Auboden aus feinem Schwemmmaterial, tiefgründig, mäßig trocken, mäßige Durchlässigkeit,
lehmiger Sand oder sandiger Schluff, mittelhumos, stark kalkhaltig.

Obersiebenbrunn, Bez. Gänserndorf; 151 m / 547 mm / 11,3 °C.
Tschernosem aus kalkhaltigen Feinsedimenten auf Schotter, mittelgründig, leicht bis mittelschwer,
mittlerer Kalkgehalt.

Persenbeug, Bez. Melk; 222 m / 780 mm / 10,3 °C.
Grauer Auboden, tiefgründig.

Pottendorf, Bez. Baden; 214 m / 616 mm / 11,1 °C.
Tschernosem, Auboden, seicht- bis tiefgründig, leicht bis mittelschwer.

Prellenkirchen, Bez. Bruck an der Leitha; 178 m / 613 mm / 11,2 °C.
kalkfreie bis leicht kalkhaltige Tschernoseme auf Terrassenschotter, mittel- bis seichtgründig, leicht bis
mittelschwer.

Prinzersdorf, Bez. St. Pölten-Land; 251 m / 696 mm / 10,6 °C.
Braunerde, zum Teil vergleyt, tiefgründig, mittelschwer.

Pultendorf, Bez. St. Pölten-Land; 277 m / 685 mm / 10,4 °C.
Braunerde, zum Teil vergleyt, tiefgründig, mittelschwer bis schwer.

Rust im Tullnerfeld, Bez. Tulln; 185 m / 593 mm / 10,9 °C.
Tiefgründige, mittelhumose Feuchtschwarzerde, mäßig bis stark kalkhaltig.

Sigmundsherberg, Bez. Horn; 424 m / 549 mm / 9,6 °C.
Tiefgründige, schwach saure Lockersediment- und Parabraunerden, mittelschwer.

Sitzendorf an der Schmida, Bez. Hollabrunn; 237 m / 547 mm / 10,7 °C.
Tiefgründiger Tschernosem, mittelhumos.

Sommerein, Bez. Bruck an der Leitha; 197 m / 627 mm / 11,3 °C.
Feuchtschwarzerde, tiefgründig, wechselfeucht mit Überwiegen der trockenen Phasen, mäßige
Durchlässigkeit, sandiger Lehm, stark kalkhaltig.

Staasdorf, Bez. Tulln; 182 m / 651 mm / 10,9 °C.
Tschernosem und Feuchtschwarzerde, mittel- bis tiefgründig, mittelschwer bis schwer.

Straudorf, Bez. Gänserndorf, NÖ.; pannonisches Klima, 143 m / 577 mm / 11,3 °C. 
Tschernosem aus kalkhaltigen Feinsedimenten, lehmiger Schluff, mittelhumos

Stronsdorf, Bez. Mistelbach; 193 m / 545 mm / 10,6 °C.
Tschernosem auf Hochterrasse, milder Lehm.

Tulln, Bez. Tulln; 172 m / 639 mm / 10,9 °C.
Tschernosem auf Niederterrasse, stark kalkhaltig, alkalisch, tiefgründig, mittelschwer.

Ulrichschlag, Bez. Waidhofen an der Thaya; 518 m / 621 mm / 8,3 °C.
Kalkfreie Felsbraunerde, mittelschwer.

Unterwaltersdorf, Bez. Baden; 188 m / 594 mm / 11,2 °C.
Tschernosem, Feuchtschwarzerde, seicht- bis mittelgründig auf Schotter, leicht bis mittelschwer.

Waltersdorf an der March, Bez. Gänserndorf; 195 m / 551 mm / 10,3 °C.
Seichtgründige Tschernoseme auf teilweise mächtiger Lössunterlage, kalkhaltig, mittelschwer, gute
Wasserspeicherfähigkeit, mittlerer Humusgehalt. In den Niederungen entlang der Marchauen
Tschernoseme auf schotterhaltigem Schwemmboden der March, sandig, mittelschwer bis leicht, mittlere
Wasserspeicherfähigkeit, mittlerer bis niedriger Humusgehalt.

Weikendorf, Bez. Gänserndorf; 145 m / 548 mm / 11,1 °C.
Tschernosem, Paratschernosem und Feuchtschwarzerde, mittelschwer.

Wieselburg an der Erlauf, Bez. Scheibbs; 269 m / 732 mm / 10,4 °C.
Kalkfreie Lockersedimentbraunerde, sandiger Schluff oder Schluff, tiefgründig.

Wullersdorf, Bez. Hollabrunn; 248 m / 622 mm / 11,0 °C.
Tschernosem auf Hochterrasse, milder Lehm, kalkhaltig, mittelhumos, tiefgründig.

Wultendorf, Bez. St. Pölten-Land; 253 m / 706 mm / 10,6 °C.
Mittelschwerer Lehm.

Zeillern, Bez. Amstetten; 314 m / 826 mm / 10,2 °C.
Tiefgründige pseudovergleyte Parabraunerde aus Deckenlehm.

Zwettl (LFS Edelhof), Bez. Zwettl; 593 m / 657 mm / 7,7 °C.
Felsbraunerde mit geringem Kalkgehalt aus grobem und feinem Lockermaterial (Gneis und ähnliches
Material), mäßig durchlässig, leicht bis mittelschwer (lehmiger Sand bis sandiger Lehm), mittelgründig,
schwach sauer.

Zwingendorf, Bez. Mistelbach; 246 m / 503 mm / 10,5 °C 
Tschernosem aus Löß, schluffiger Lehm, kalkarm, mittelhumos, mäßig trocken

 

Oberösterreich

Bad Wimsbach – Neydharting, Bez. Wels; 393 m / 899 mm / 10,0 °C.
Pseudovergleyte Lockersedimentbraunerde, tiefgründig, mittelhumos bei schwach saurer bis neutraler
Bodenreaktion.

Breitbrunn, Bez. Linz-Land; 304 m / 780 mm / 10,1 °C.
Braunerde, vergleyt oder pseudovergleyt, tiefgründig, mittelschwer.

Eferding, Bez. Eferding; 282 m / 766 mm / 10,3 °C.
Grauer Auboden, tiefgründig.

Freistadt, Bez. Freistadt; 563 m / 746 mm / 8,5 °C.
Felsbraunerde, lehmiger bis stark lehmiger Sand, aus silikatischem Gestein (Granit), reliefabhängige
Mächtigkeit, pseudovergleyte Felsbraunerde in seitlich abfallenden seichten Hangmulden, westlich lokaler
Reliktpseudogley, seichtgründige Kuppenlage trocken, mittelgründige Flächen mäßig trocken, tiefgründige
Stellen gut wasserversorgt, Areal der pseudovergleyten Felsbraunerde wechselfeucht, kalkfrei, schwach
sauer bis sauer, humos bis schwach humos.

Jetzing, Bez. Linz-Land; 284 m / 793 mm / 10,2 °C.
Braunerde, lehmiger Schluff, mittelschwer.

Kirchberg-Thening, Bez. Linz-Land; 309 m / 784 mm / 10,1 °C.
Kalkfreie bis kalkarme Lockersedimentbraunerde, mäßige Durchlässigkeit, lehmiger Schluff, mittelhumos.

Mauthausen, Bez. Perg; 265 m / 772 mm / 10,3 °C.
Kalkfreie Braunerde bzw. stark kalkhaltiger Auboden, mäßige bis sehr hohe Durchlässigkeit, mittelhumos,
mittel- bis tiefgründig.

Niederneukirchen, Bez. Linz-Land; 313 m / 849 mm / 10,3 °C.
Kalkfreie Lockersedimentbraunerde, mäßige Durchlässigkeit, Schluff, mittelhumos.

Pasching, Bez. Linz-Land; 295 m / 789 mm / 10,2 °C.
Braunerde, lehmiger Schluff, mittelschwer.

Reichersberg, Bez. Ried im Innkreis; 350 m / 827 mm / 9,7 °C.
Tiefgründige, mittelschwere sandige Lehmböden. Wenig wasserdurchlässiger Untergrund führt zu
gelegentlicher Oberflächenvernässung, pH-Wert 5,3 bis 6,8, Humusgehalt 1,5 bis 2,8 %.

Ritzlhof, Bez. Linz-Land; 280 m / 830 mm / 10,3 °C.
Lockersedimentbraunerde, lehmiger Schluff, tiefgründig, mittelschwer.

Schönering, Bez. Linz-Land; 270 m / 786 mm / 10,4 °C.
Brauner Auboden, Braunerde, tiefgründig, mittelschwer, mittelhumos.

Schwertberg, Bez. Perg; 250 m / 763 mm / 10,4 °C.
Lockersedimentbraunerde, tiefgründig.

Sebern, Bez. Perg; 243 m / 784 mm / 10,5 °C. 
Vergleyter Brauner Auboden aus jungem, feinem Schwemmmaterial, mittelschwer.

St. Florian, Bez. Linz-Land; 249 m / 805 mm / 10,4 °C.
Kalkfreie bis kalkarme Lockersedimentbraunerde, geringe bis mäßige Durchlässigkeit, lehmiger Schluff,
mittel- bis tiefgründig.

St. Marien bei Ansfelden, Bez. Linz-Land; 338 m / 867 mm / 10,2 °C.
Lockersedimentbraunerde, Pseudogley, kalkarm bis kalkfrei, mittelschwer.

Wartberg an der Krems, Bez. Kirchdorf; 435 m / 1.061 mm / 10,1 °C.
Lockersedimentbraunerde, pseudovergleyt, tiefgründig, mittelschwer, lehmiger Schluff.

 

Steiermark


Bad Waltersdorf, Bez. Fürstenfeld; 370 m / 729 mm / 10,6 °C.
Mittelgründige, wechselfeuchte, kalkfreie Lockersedimentbraunerde und Pseudogley, lehmiger Sand und
lehmiger Ton.

Dobl, Bez. Graz-Umgebung; 349 m / 852 mm / 10,5 °C.
Brauner Auboden, Gley, mittel- bis tiefgründig, kalkfrei.

Feldbach, Bez. Feldbach; 295 m / 799 mm / 10,6 °C.
Gley und Pseudogley, tiefgründig, kalkfrei.

Fluttendorf bei Gosdorf, Bez. Radkersburg; 228 m / 828 mm / 10,9 °C.
Braunerde und Auboden, tiefgründig, mittelschwer.

Groß St. Florian, Bez. Deutschlandsberg; 295 m / 943 mm / 10,6 °C.
Entwässerter, kalkfreier Gley aus feinem Schwemmmaterial, tiefgründig.

Hatzendorf, Bez. Feldbach; 290 m / 777 mm / 10,5 °C.
Pseudogley, tiefgründig, mittelschwer.

Kalsdorf bei Ilz, Bez. Fürstenfeld; 290 m / 752 mm / 10,6 °C.
Auboden, kalkfrei, tiefgründig, leicht bis mittelschwer und Gley, kalkfrei, mittelschwer bis schwer.

Lannach, Bez. Deutschlandsberg; 330 m / 851 mm / 10,4 °C.
Brauner Auboden, tiefgründig.

Mureck, Bez. Südoststeiermark; 237 m / 918 mm / 10,9 °C.
Lockersedimentbraunerde, Brauner Auboden, tiefgründig, kalkfrei.

St. Georgen an der Stiefing, Bez. Leibnitz; 275 m / 838 mm / 10,3 °C.
Tiefgründiger, kalkfreier Brauner Auboden aus sandigem Schwemmmaterial.

St. Ruprecht an der Raab, Bez. Weiz; 376 m / 807 mm / 10,2 °C.
Pseudogley, tiefgründig, wechselfeucht, geringe Durchlässigkeit, mittelhumos, kalkfrei.

Vogau, Bez. Leibnitz; 260 m / 940 mm / 10,8 °C.
Lockersedimentbraunerde, tiefgründig.

Weinberg, Bez. Feldbach; 260 m / 758 mm / 10,4 °C.
Auboden und Gley, kalkfrei, tiefgründig, leicht bis mittelschwer.

Weiz, Bez. Weiz; 380 m / 811 mm / 9,9 °C.
Lockersedimentbraunerde und Gley, tiefgründig, kalkfrei bis kalkarm.

 

Kärnten

Grafenstein, Bez. Völkermarkt; 394 m / 956 mm / 10,1 °C.
Kalkfreier, mittelhumoser, tiefgründiger Brauner Auboden, mäßig feucht, schwach sauer.

Kappel am Krappfeld, Bez. St. Veit an der Glan; 596 m / 782 mm / 9,1 °C.
Kalkfreie Lockersedimentbraunerde aus Terrassenmaterial mit mitteltief- bis tiefliegender
Schotteroberkante.

Hörzendorf, Bez. St. Veit an der Glan, Kärnten; illyrisches Klima, 490 m / 853 mm / 9,7 °C.
Lockersedimentbraunerde, lehmiger Sand aus feinen kalkfreien spätglazialen Sedimenten über
verschieden hoch liegendem Schotter, je nach Mächtigkeit der Feinsedimentdecke trocken, mäßig trocken
bis gut wasserversorgt, kalkfrei bis kalkarm, schwach sauer, humos.

St. Paul im Lavanttal, Bez. Wolfsberg; 381 m / 802 mm / 9,9 °C.
Tiefgründige, mittelschwere bis schwere Lockersedimentbraunerde, pH-Wert 6,5, mittelhumos.

Wolfsberg, Bez. Wolfsberg; 466 m / 802 mm / 9,5 °C.
Tiefgründiger wechselfeuchter Pseudogley bzw. Braunerde, kalkfrei, mittelhumos.

 

Versuchsstation und Sortenprüfstellen der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für
Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein (HBLFA)


Lambach – Stadl-Paura, Bez. Wels-Land, OÖ.; mitteleuropäisches Übergangsklima mit atlantischem
Einfluss, 366 m / 894 mm / 10,2 °C.
Niederterrasse: Pararendsina, verschieden mächtig, wechselnder Grobgemengeanteil, aus feinem
mittelschwerem Schwemmmaterial auf kalkreichem Niederterrassenschotter, Braunerde aus kolluvialem
Material, trocken, stark kalkhaltig, neutral bis schwach alkalisch, mittlerer bis niedriger Humusgehalt.
Hochterrasse: Pseudovergleyte Parabraunerde und Parabraunerde aus lehmig schluffigen Deckschichten
der Hochterrasse, Parabraunerde mit guter, pseudovergleyte Parabraunerde mit mäßiger bis
wechselfeuchter Wasserversorgung, kalkfrei bis schwach kalkhaltig, neutral bis schwach sauer, humos bis
schwach humos.

Admont, Bez. Liezen, Steiermark; 640 m / 1.208 mm / 8,3 °C.
Tiefgründiger, kalkfreier, stark vergleyter Brauner Auboden, mittlerer Humusgehalt, mittelschwer.

Gumpenstein bei Irdning, Bez. Liezen, Steiermark; 710 m / 1.055 mm / 8,3 °C.
Braunerde aus fluvioglacialen Sedimenten auf grusreichem Grobsand, Sand und Schluff bis ca. 70 cm
Tiefe, leichte Bodenart, gute Wasserführung, kalkfrei, schwach saure Bodenreaktion, mittlerer
Humusgehalt.

Piber, Bez. Voitsberg, Steiermark; 480 m / 886 mm / 9,9 °C.
Tiefgründiger Hangpseudogley, carbonatfrei, wechselfeucht mit Überwiegen der Trockenphase, stark
humos, mittelschwer.

 

Sortenprüfstelle des Amtes der Tiroler Landesregierung, Fachbereich Landwirtschaftliches
Versuchswesen, Boden- und Pflanzengesundheit (LVW Tirol)

Imst, Bez. Imst, Tirol; 716 m / 743 mm / 9,4 °C.
Grauer Auboden aus vorwiegend feinem Schwemmmaterial, mittlere Gründigkeit, lehmiger Sand, hohe
Durchlässigkeit, stark kalkhaltig, pH-Wert 7,1, stark humos.
 

Feldanerkennungsflächen und Anbaubedeutung von Sorten

Die nachfolgenden Tabellen (AGES – Institut für Saat- und Pflanzgut, Pflanzenschutzdienst und Bienen) 
vermitteln ein detailliertes Bild der Saatgutvermehrung der Jahre 2017-2022 in Österreich. Dabei handelt es sich um
die anerkannten Vermehrungsflächen (Summe von Züchtersaatgut, Vorstufensaatgut, Basissaatgut,
Zertifiziertes Saatgut bzw. Originalsaatgut). Für die zugelassenen Sorten werden auch die Zahlen der
zurückliegenden fünf Jahre dargestellt. Bei neuen Sorten ist zu berücksichtigen, dass sich diese erst ein
Absatz- und Verbreitungsgebiet schaffen müssen. Der Schwerpunkt der Erzeugung kann je nach Pflanzenart
und Sorte sehr verschieden sein. Mehr als die Hälfte der Gesamtfläche entfällt auf Niederösterreich. Mit
Ausnahme von Vorarlberg wird in jedem Bundesland Saatgut vermehrt.


Bei den meisten Getreidearten, Mais, Ackerbohne, Körnererbse, Sojabohne, Winterkörnerraps, Kartoffel und
Zuckerrübe erfolgt die Versorgung mit Saat- bzw. Pflanzgut überwiegend aus inländischer Produktion. Bei
den Futterpflanzen konzentriert sich die Produktion auf Wiesenfuchsschwanz, Glatthafer, Goldhafer,
Knaulgras, Wiesenschwingel, Englisches Raygras, Italienisches Raygras, Westerwoldisches Raygras,
Bastardraygras, Rotklee, Hornklee und Luzerne. Sämereien für den Landschaftsbau und Saatgut für
Rasenflächen werden großteils oder ausschließlich importiert. Zuletzt wurden auch wieder Vermehrungen
von Sonnenblume angelegt.


Verwendung von Originalsaatgut: Bei den meisten Getreidearten hat sich der Saatgutwechsel auf mittlerem
Niveau stabilisiert. Für die Saison 2019/20 wurde bei Weichweizen ein Wechsel von 43 % errechnet. Bei
Wintergerste, Roggen, Triticale, Durumweizen, Dinkel, Sommergerste und Hafer waren es 54 bis 76 %. Auf
der Sorghum- und Rispenhirsefläche wurde zu 86 % Originalsaatgut eingesetzt. Bei Körnererbse und
Ackerbohne beträgt der Saatgutwechsel 67 bzw. 24 %. Bei Sojabohne wurde eine Verwendung von 59 %
und bei Winterkörnerraps von 78 % Originalsaatgut errechnet. Die Kartoffelflächen wurden zu etwa 37 %
mit zertifiziertem Pflanzgut bestellt (BMLRT 2021). In privatwirtschaftlich organisierten Kontraktproduktionen
von Qualitätsweizen, Mahlweizen, Mahlroggen, Braugerste, Mais, Rispenhirse, 00-Ölraps, Sonnenblume,
Kartoffel und Mohn usw. ist teilweise ein verpflichtender Bezug von Saat- bzw. Pflanzgut festgeschrieben.
Wegen des Leistungsabfalls beim Nachbau von Hybridsorten bzw. der technisch schwierigen
Saatguterzeugung beträgt die Verwendung von Originalsaatgut bei Mais, Zucker- und Futterrübe,
Sonnenblume sowie Gräsern (nahezu) 100 %.


Repräsentativität der Feldanerkennungsflächen für die Anbaubedeutung von Sorten: Über die tatsächliche
Verbreitung einer Sorte liegen keine verlässlichen Zahlen vor. Bei Arten mit überwiegend inländischer
Saatgutversorgung wird die Bedeutung der Sorten von den Feldanerkennungsflächen einigermaßen
repräsentiert. Da jedoch Auswuchs auftritt, die technische Qualität von Saatgut zu einer Aberkennung der
Partie führen kann, ökonomische Gründe eine teilweise Verwertung als Konsumware erforderlich machen,
Saatgut exportiert und importiert wird bzw. Sorten ausschließlich für Exportzwecke erzeugt werden, sind
Produktion und Verbrauch im Bundesgebiet nicht identisch. Weiters sind ein unterschiedlich hoher
Überlagerungsanteil an Saatgut, Differenzen im Ertragspotenzial bzw. in der Produzierbarkeit der Sorten,
Jahreseinflüsse auf die Leistung, variable Sortierungen und damit Ausbeuteunterschiede sowie
korngrößenbedingt verschieden hohe Saatmengen zu bedenken. Bestimmte Sorten einer Pflanzenart weisen
einen stärkeren Saatgutwechsel auf als andere. Bei selbstbefruchtenden Getreidearten ist das Verhältnis von
Saatgutbedarf zu Anbaufläche einer Sorte in den ersten Jahren nach der Einführung oft höher als später.
Daher liefern die Feldanerkennungsflächen zwar gute, aber keine mathematisch genauen Hinweise zur
Anbaubedeutung der Sorten im Bundesgebiet. In der Saison 2020/21 wurde von Winterweizen,
Wintergerste, Roggen, Triticale, Dinkel, Winter- und Sommerdurum, Sommerweizen, Sommergerste,
Sommerhafer, Mais und Soja mehr Saatgut exportiert als importiert. Bei Sorghum, Sonnenblume, Raps und
Kartoffel war es umgekehrt (Vereinigung der Pflanzenzüchter und Saatgutkaufleute Österreichs 2021).

Lebensdauer von Sorten: Die Lebensdauer von Sorten ist sehr verschieden. Sorten mit geringer Verbreitung
oder nur regionaler Vermarktung können mehrere Jahrzehnte existieren, während flächenmäßig bedeutende
Sorten mitunter rasch wieder abgelöst werden. Auch der Zuchtfortschritt bei einer Pflanzenart und das
unterschiedliche Sortenbewusstsein der Landwirte bei den einzelnen Arten wirken verlängernd oder
verkürzend auf die Lebensdauer von Sorten. Die Einführung neuer Qualitätsschemata oder
Qualitätsmerkmale (z.B. Backqualitätsschema ’94 bei Weizen, Fallzahl als relevantes Kriterium für den
Landwirt bei Weizen und Roggen), restriktivere Regelungen bei manchen Krankheiten (z.B. Höchstgehalt an
Mutterkornsklerotien bei Roggen, Grenzwerte für Fusariumtoxine und Ergotalkaloide) sowie die Konzeption
von Programmen zur umweltschonenden Erzeugung (z.B. Prämierung des Verzichts auf Fungizide und
Wachstumsregulatoren, Prämierung des Anbaus bestimmter Sorten) hat Einfluss auf den landeskulturellen
Wert und kann die Sortenablöse beschleunigen oder verlangsamen. Infolge verminderter
Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten büßt eine Sorte an Wert ein und scheidet rascher aus dem Markt.
Ein Manko bei einem einzelnen Merkmal, welches in einem Jahr besonders gefordert ist (z.B.
Winterfestigkeit, Widerstandsfähigkeit gegen eine wichtige Krankheit, Toleranz gegen Auswuchswetter),
kann für eine bis dahin stark nachgefragte Sorte das baldige Ende bedeuten.

Gründe für die Sorteneffizienz: Als Sorteneffizenz wird der prozentuelle Anteil der einzelnen Sorten in einem
Jahr oder einer Periode angesehen, verschiedene Gründe bedingen diese. Der in den Prüfungen festgestellte
landeskulturelle Wert bzw. eine besonders günstige Ausprägung wesentlicher Teilmerkmale nimmt
entscheidenden Einfluss. Bei einigen Arten sind Wünsche und Vorgaben von Anbauverbänden,
Erzeugergemeinschaften, Agrarhandel und Verarbeitungsindustrie wesentlich (z.B. Qualitätsweizen für den
Export, Akzeptanz der Braugersten durch Mälzereien und Brauereien, Eignung von Mais- und Kartoffelsorten
zur Stärkeerzeugung, Anforderungen der Zuckerindustrie). Auch Schwierigkeiten in der Erhaltungszüchtung,
Probleme bei der Saatgutproduktion von Hybridsorten, eine unterschiedliche Vermarktungsintensität,
psychologische Momente und Zufallseffekte (z.B. witterungsbedingt hohe Erträge im Einführungsjahr,
gleichzeitige Zulassung mehrerer ähnlicher Sorten) bestimmen die Verbreitung.

Regionen der Saatgutvermehrung: Bei Getreide und Körnerleguminosen deckt sich der Schwerpunkt der
Saatgutvermehrung häufig mit jenen Gebieten, in denen auch der Konsumanbau erfolgt. In Hinblick auf die
Saatgutqualität sind dies nicht immer Gesundlagen. Für die Maissaatgutproduktion bestehen günstige
Bedingungen in der Oststeiermark, im Burgenland, in Oberösterreich sowie bei Bewässerungsmöglichkeit
auch im Pannonikum. Vermehrungen von Körnererbse werden in Niederösterreich, im Burgenland und in
Kärnten durchgeführt. Ackerbohne, Sojabohne und Raps werden in Nieder- und Oberösterreich, im
Burgenland, in der Steiermark und in Kärnten vermehrt. Das Ölkürbissaatgut stammt aus Niederösterreich,
dem Burgenland, der Steiermark und aus Kärnten. In Nieder- und Oberösterreich, der Steiermark und
Kärnten wird Saatgut von Buchweizen erzeugt. Die Pflanzkartoffelproduktion erfolgt hauptsächlich in den von
Virosen weniger gefährdeten Gebieten des Waldviertels. Kleinere Produktionen gibt es auch im Mühlviertel,
im Lungau, in der Steiermark, in Kärnten und in Tirol. In der Region zwischen Tulln, Krems und St. Pölten ist
der Anbau von Samenrüben konzentriert. Der Erzeugungsschwerpunkt von Futtersämereien liegt in
Niederösterreich (Knaulgras, Wiesenschwingel, Raygrasarten, Luzerne, Rotklee), in Oberösterreich (Rotes
Straußgras, Wiesenfuchsschwanz, Glatthafer, Goldhafer, Knaulgras, Wiesenschwingel, Raygrasarten,
Luzerne, Rotklee, Hornklee), im Burgenland (Luzerne, Rotklee), in der Oststeiermark (Knaulgras,
Raygrasarten, Rotklee) sowie in Kärnten (Rotklee).

Erläuterung zu den Tabellen:

  • Sorten, welche in den Tabellen nicht genannt sind, wurden in den vergangenen sechs Jahren im Inland nicht vermehrt.
  • EU-Sorten: Sorten, welche nicht in Österreich, aber in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU-27) registriert sind.
    Es sind die im „Gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten“ oder im „Gemeinsamen Sortenkatalog für Gemüsearten“ (Ölkürbis)
    genannten Sorten mit Ausnahme jener, welche nur in einem EFTA-Staat (Island, Norwegen, Schweiz) zugelassen sind.
  • Drittlandsorten: Sorten, welche in keinem Mitgliedstaat der Europäischen Union registriert sind (Schweiz, Serbien usw.).
  • 0*: Die Feldanerkennungsfläche liegt unter 0,5 ha.
  • Sorten, welche in Österreich mittlerweile nicht mehr gelistet sind, im Jahr 2022 aber eine Vermehrungsfläche aufwiesen, sind durch ein ° gekennzeichnet.

 

Österreichische Feldanerkennungsflächen in den Jahren 2016 bis 2021 von in Österreich zugelassenen Sorten, EU-Sorten und Drittlandsorten

Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Winterhafer
EU-Sorten 20*351131
Sommerhafer
Earl2014112134210163194173
Ebners Nackthafer (EHS)20152172171718
Eddy2021---0*5-
Efes2019--0*5-0*
Effektiv2005761118533--
Egon2018-0*310-0*
Elison2016788--0*
Enjoy20170*555410952
Erlbek2021----210
Gregor20126-----
Max2009266283358369340238
Platin2020----17118
Prokop2013141114393216-
EU-Sorten 3951102726066
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Wintergerste
Zweizeilige
Ambrosia201719687944-
Arcanda201263433228--
Bianca2020----3384
Bordeaux2020---61133152
Ekaterina2020---3-16
Ernesta2018-23517--
Eufemia2022-----1
Eufora20052-----
Hannelore2007160137155123142120
KWS Amaris2020---232-
KWS Donau2018-108218328326301
KWS Scala201210312092---
Lentia20164936031135613180
LG Campus2021-----30
Livada2022-----0*
Milena2020----64
Monroe201451171183142276179
Reni20011497221181112
Sandra2011323356373438351301
Sonja2021---3962
SU Laubella2020---458158
SU Vireni20122071481702029847
SU Xandora2021-----17
Zita201643961321478861
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Mehrzeilige
Adalina2018535189246292304
Azrah2014939310139-2
Belinda2017717----
Carioca2020--11148103
Carmina2013-2816173917
Cremona2021-----4
Finola20161141681611447867
Frederica2021-----9
Hedy (H)2017-413---
Journey2018--3516115596
KWS Tonic201322017219111710172
LG Zebra2021-----10
Paradies2017-631543333
Senta2019---634-
SU Jule2018--551562853
Venezia2021---1232
EU-Sorten 19215721612686130
Drittlandsorten --2---
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Sommergerste
Alpina199434-211
Amidala2020---1494100
Avus2018-5148299348266
Carina1973-4----
Easy2021----0*-
Effekta2021----0*-
Elektra20168451881398630
Elena20152263286144122
Elfriede2020---11926
Ellinor2019-116106718222
Escalena20170*320165347
Esma2017128204173441114
Eunova19982428272019-
Evelina200918812593755-
Leandra2018--151068775
Regency20172213312441619238
Skyway2020---8123115
SY Solar2021-----96
Tasja2021-----11
Tiroler Imperial (EHS)20131755109-
Wilma200917014392732840
EU-Sorten 15153016-23
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Winterroggen
Körnerroggen
Amilo199611912215014912392
Dańkowskie Opal201342-----
Dańkowskie Turkus2018---1248-
Dukato2009294399402347307328
Elego20091815191065
Elias20132970148318155125
KWS Berado (H)2018---39--
KWS Florano (H)2015-910181636
KWS Gatano (H)201474-17---
KWS Jethro (H)2018--50163124
KWS Receptor (H)2019---222426
KWS Tayo (H)2018--44122105147
Lungauer Tauern 2 (EHS)2011111132
Oberkärntner1949-315-4
Schlägler1948355244476222
SU Forsetti (H)20163986485140-
Grünschnittroggen
Beskyd199754456612620-
Protector1994189209197146146110
SU Vector2020----6412
EU-Sorten -2374200277413
Sommerroggen
Tiroler19571-----
EU-Sorten 1553371182721
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Wintertriticale
Agostino2009258231160151709
Belcanto2019----650
Borowik20136510085765526
Brehat2019-3317469136
Cappricia201617018223526383129
Claudius2014248313326377314288
Cosinus°2009----3267
Fidego2019--6328060
Kaulos201527454544399
Lumaco2021-----62
Presto19898397105878663
RGT Flickflac2020----1337
Riparo201727135130985114
Rivolt2020---366651
SU Laurentius2021-----33
Triagent2020---32616
Triamant2003159248204183169115
Tribonus20172388290175116159
Tricanto201210311911110610690
Trimaxus20180*411111-18
Trimondo2021---0*5174
Tulus20081831124727--
EU-Sorten 377346340185125183
Sommertriticale        
EU-Sorten 515184624631
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Winterweizen, Winterweichweizen
Qualitätsweizen, Aufmischweizen
Activus2017104656893190119
Adamus201810*7453642
Adesso20123934----
Albertus20121031409850-34
Alessio201656731191116933
Alicantus2018216-26-59
Angelus201117132511--
Antonius2003996661---
Arameus2021----211
Arminius201638136166267241246
Aronio2022-----1
Arnold2009177186186171204216
Artimus2020--1-1490
Aurelius2016134443593895482490
Axaro2020--11217299
Bernstein2013865925822501344298
Capo1989670587623623587524
Christoph2018238198503537490
Edelmann2017119595058114
Edikt2022----10*
Ehogold201443112126615097
Ekonom2020---0*225
Emilio2013138128119876113
Energo2009273368373312219113
Erla Kolben19612--4--
Laurenzio20128069----
Lennox2013365662493031
Ludwig1997329330272303295262
Lukullus200815114211268625
Mandarin2021---35192
Messino2014125137917453-
Midas20083062791521095868
Monaco2019--324100113
Norenos2010121420192935
Pireneo200425-----
Tilliko201695481392341
Tobias2011114106156143114117
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Mahlweizen
Advokat2015382560---
Aloisius2019-1210--
Apostel201978211791173
Augustus2002213138--15
Balaton20082018-19-21
Edda2019--0*6--
Emotion2018-0*616--
Ernestus2022-----1
Every2019--219--
Exakt2019---0*748
Exekutiv2021----10*
Findus20145-----
Laufener Landweizen (EHS)2016-----2
Lois2020---2711
Rosso (EHS)2011915161-20
Sailor°2010113035191411
Siegfried201410413416316811292
Spontan2014362352196250212203
SU Habanero2021----3871
Thalamus2021-----24
Tiberius20171380131147216233
Tillsano2020----1739
Verbesserter St. Johanner (EHS)20171-----
WPB Calgary20173531599385105
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Sonstiger Weizen, Futterweizen
Enrico2017115456521-
Ethan2020--0*61856
Hewitt201120812011778299
EU-Sorten 1.0441.1341.31811879931018
Drittlandsorten 41116151851
Sommerweizen, Sommerweichweizen
Qualitätsweizen, Aufmischweizen
Kärntner Früher1959624516
KWS Solanus20154953375261-
Liskamm20151101171544713879
Sensas200652444925--
Mahlweizen
KWS Mistral2015719999764833
Telimena2016--18192021
EU-Sorten 3643--54105
Winterdurumweizen, Winterhartweizen
Amidur2021----27
Auradur200417617514112310096
Diadur201767733-5146
Lunadur2006-101011716
Lupidur200965-1515--
Sambadur201624117147185296331
Tennodur2021----340
Wintergold2011123180974737-
EU-Sorten -62-30145
Sommerdurumweizen, Sommerhartweizen
Colliodur2018-0*57254,3435
Durofinus20162282-1558,3878
Duromax°201137---3740
Floradur2003254204137152167121
Riccodur2019---66156
Rosadur2004414647---
Tamadur2014181182108907339
Tessadur2016355944--14
Videodur2020----878
EU-Sorten 60494524--
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Winterdinkel
Attergauer Dinkel2012836255758087
Ebners Rotkorn1999181146156195231243
Ostro1986909982768376
Paracelsus2022-----3
Steiners Roter Tiroler2009272223
EU-Sorten 155149158274641551
Sommerdinkel
EU-Sorten 3-761315
MaisReifezahl       
29T3202015--7---
Agendo25020180*9303634-
Akanto3102020----1313
Akazio2502022----0*1
Aktoro2602022----0*4
Alenaro3502020----6229
Aletto3002020--0*14115
Amanova250201724522542157
Amarola2102021---13182
Amello250201733864709277
Antaro3702021----25-
Aroldo2402022----0*1
Artenyo3702016124254545943
Artimo2602021---10*-
Arturo2502013--34-2035
Ashley2502021-----13
Atlantico2702019-0*451207113
B2218B3102019--14---
Danubio2702011148281177181123152
Diego2502011----4-
DKC 26842202019---4--
DKC29902302019---113439
DKC30122502021-----17
DKC36093202020---7-27
DKC3623320201259455756,555949
DKC38053202020-----67
DKC39693502016-46-2910-
DKC39723502017-51926,032929
DKC4069350201710-----
DKC4162370201792950112414
DKC44163902022---- 21
DKC454138020158304963,4513-
DKC45984002019---151872
DKC47173802011120112105977353
DKC481444020111910----
DKC50014402021----2037
DKC50654202016379849467170
DKC50684202016212650276160
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
DKC5141450201533313034,281932
DKC52064602021----2311
Eldacar4502017-22-19,73--
ES Asteroid300201449-2710--
ES Hattrick3102018---11--
ES Inventive3002016-1230114-
ES Perspective270201610312710--
ES Seafox26020161352647525-
ES Yakari2302018--13,94576178
Estevio2802018---267423
Figaro290201532192643-21
Finegan3002021-----9
Gloriett4202020--4802371
INDEM13974302021----14-
INDEM15433002021----5-
Judoka37020171740----
Kerala3802017--185,98--
KWS Gustavius2802020--4737935
KWS Kashmir3902020---525413
KWS Lusitano4102021----26
KWS Robertino2702019---145847
KWS Smaragd3502019--45492323
KWS Stabil220201394-60,75856118
LG301792102017716132036
LG30215250201447659460136
LG30273290201464291052310-
LG312192502019--82927-
LG312403002021-----16
LG312562802018--14,97806241
LG312722702019--4,6366142
Majorque3402018---8187
MAS 220V3202020---1010-
P74042302019--40-103150
P751526020171131147872,0529-
P78182602022----5112
P8012E3402016----204-
P815027020134794183--
P82712702018-32-111,98192212
P8307250201616931535264--
P84002802010254162-255,1851-
P840926020151152346---
P84363102022-----151
P8523290201146-----
P86042602020---3815318
P87523202019--63---
P87542702020---5411717
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
P881229020161244313414899-
P88343302018-81277159216252
P89043302019--639--
P8834WX3402022-----36
P90273402011---180--
P90423402019--36136-68
P90713202017235849---
P9074350201612117659-8754
P9074E3702018---536187
P91273302016-531171154891
P9170340201749-18---
P9241380201216412515611711-
P93634102017316110873--
P940033020085754----
P94293902020---67--
P96103702018-4485168357383
P93673502021-----27
P96394002021----10786
P98894102019-99121,33---
P99784402018-60--105399
Perrero250201524624413,21145
Plesant3002021----334
Plutor2702022----3716
PR38A753702010--1137111-
Primino2202020--0*13384
Promoto2402021---1310
RGT Chromixx2602017-2221---
RGT Conexxion340201328-2023-9
RGT Inedixx3602018--16,491816-
RGT Noemixx4102017--22,78---
Serrano3102021--1305713
SY Abelardo2402018--65--
SY Calo2502018--87154169108
SY Collosseum2902018--5-3521
SY Glorius3002018---45--
SY Talisman2402015721515,875710-
SY Vestas3902014582762,53694151
EU-Sorten 4.8155.2855.4965.0465.8225.633
Drittlandsorten --0*25122
Erbkomponenten 486397407639724639
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Körnersorghum
EU-Sorten ----22
Rispenhirse
Kornberger Mittelfrühe1950221535446942
Lisa19880*2-34-
Winterackerbohne
GL Alice20170*13204022
GL Arabella201732440715572
Sommerackerbohne
Alexia200716228431814211450
Bioro2000145237137101111102
Birgit2017-16----
Felicia2002---0*--
GL Emilia2017-21-11
GL Jasmin2019--163926
GL Lucia20180*11019616
GL Magnolia20170*18270*17
GL Sunrise201774180533724
Gloria19933139-0*--
Gracia2007101689--
Julia2007142116505--
EU-Sorten 180179123123127120
Winterkörnererbse
Specter2015-2----
EU-Sorten --26625289
Sommerkörnererbse
Angela20068810021867225
Astronaute°201216120327814176
Eso°2012663337-2344
KWS Paradiso2010414144403529
Lessna200717221919--
Stabil200321341015-11
Tiberius201296112141156165148
Tip2013112100118131166150
EU-Sorten 5313011754236310
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Winterfuttererbse
EU-Sorten -18305141-
Sommerfuttererbse
Sirius19871213-202212
EU-Sorten -----52
Weiße Lupine
EU-Sorten ----3771
Blaue Lupine
EU-Sorten -----10
Pannonische Wicke
EU-Sorten ----80-
Saatwicke
Slovena199542293641239
Toplesa1994-----1
EU-Sorten -2636---
Zottelwicke
EU-Sorten 32131615729
Sojabohne
Abaca2019-148231340473
Abelina2014133140109565064
Acardia2018247113868480
Achillea2019-232107131134
Adelfia2019-230180335527
Agneta2022-----1
Akuma2022-----1
Alameda2021---2272
Albenga201773236262734451
Alicia2019-125251416
Altona2018792104202253256
Alvesta2019-131173231268
Amadea20154651301618-
Amandine2012584819---
Ameva2022-----1
Amiata2019-229273062
Amonia2020---2-1
Ancagua2021----224
Angelica201786110133186153149
Annabella2021----120
Apollina2020---22370
Artesia2021---11230
Artoga2021----122
Ascada2021----27
Asitka2018-0*---2
Aspecta2020--281516
Atacama20188114223,71261304310
Aurelina2018355299345427379
Australia2022-----2
Avenida2019--22016-
Axioma2022-----40
Bettina201628124511942379
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Cordoba20071124332919-
Cypress2019---54637
Delphi PZO2021-----12
DH41732015204945,891624-
ES Mentor2010579465464266304237
ES Senator2012765228---
ES Tenor201578-7---
Ezra2019--94681126
Galice201575337459410
Gallec20032226----
GL Hermine2010-1----
GL Leonie2021-----2
GL Melanie2016626139,25355682
GL Valerie2021-----4
Jenny2020----0*1
Kitty2020--819--
Korus201111-----
Kristian2019--2284230
Lenka2015258444406366301276
Lissabon20086145-6--
Marquise201722876192552
Merlin199714913255,1440269
Naya2010293245---
Obélix2014267319299,071519142
Orakel PZO2020---2477
P005A742019--1292378
Paprika2021-----5
Primus200626711---
RGT Salsa2019---31825
RGT Satelia2019---38561
RGT Siroca20172214410577--
SGSR Picor201625264828-2
Sigalia20092151431301267025
Sirelia2012--13,08-1017
Sonali2017--13,374197223
Sultana2009166147113774233
SY Livius2013228198203289208156
Tala201746612--
Tiguan2014-8----
Tofina201910118,39411511
Tourmaline20139131115-14
Toutatis2016305247--
Viola201577262928--
EU-Sorten 2362644326377401442
Drittlandsorten 3040518-2
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Sonnenblume
P64HE1182016--49---
EU-Sorten -1453032842
Ölkürbis
Beppo (H)2010655440736858
Camillo (H)2014-----3
GL Atomic (H)2018-21719620661
GL Classic2011191614262918
GL Ferdinand (H)2020----1161
GL Global (H)°2009----325
GL Inka (H)201711201087119947
GL Johannes (H)2021----160
GL Leopold (H)2021----252
GL Oskar (H)2012----229
GL Rudolf (H)2020----8204
GL Ruprecht2021----0*2
GL Rustikal (H)2010336315653462294
GL Sonne (H)2017219----
GL Venus (H)20174229271842
Gleisdorfer Diamant (H)2005---3--
Gleisdorfer Ölkürbis19691372558720298148
Retzer Gold1999371831302713
Winterkörnerraps
Absolut (H)2019--204210-
Ambassador (H)2019---1815-
Angelico (H)°2017-82720-6
Anniston (H)2017-16612220-
Architect (H)2017-113735-6
Artemis (H)2019---322132
DK Excited (H)2021----108
DK Exmore (H)201510126---
Harvey2018-6--8-
Iggy20180*-3---
Jeremy2018-66---
LG Apollonia2021-----15
LG Auckland2021-----13
Pantheon (H)201444-----
Randy20173--320-
Sammy201065416--
Sidney201314-----
EU-Sorten 1310678038,6284
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Sommerkörnerraps
EU-Sorten 2111861,721
Winterfutterraps
Prestige1994-13141311-
Sommerfutterraps
Petranova1964112938282339
Saflor
Catima2022-----4
Salem2022-----3
EU-Sorten -----25
Winterkümmel
Ass200311108142718
GL Isabell20172--2--
Lein
EU-Sorten 2834105465100
Wintermohn
Josef20012--2--
Zeno Morphex20071-0*---
EU-Sorten 0*1329292628
Sommermohn
Aristo2005223-33
Edel-Rot1990--4544
Edel-Weiß1990---525
Florian1995357444
Zeta2002-10*---
EU-Sorten 10*0*---
Zuckerrübe
Amadeus20168101633
Cardamone2016176---
Chika KWS2013516-26
Essenzia KWS2019-----2
Florian20161061011--
Galindo201614151496-
Gregoria KWS2018--411--
Hamlet2019---0*3-
Heston201647772-
Inge20149121112--
Marino20131075-34
Nautera20161-----
Principessa KWS2017-32015--
Punkta201449963-
Sixtus2015545559
Strauss20144-----
Terranova KWS2013811----
Tesla2021---51610
Vandana KWS201615212016--
EU-Sorten 1551741399670134
Drittlandsorten 1215128543
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Kartoffel
Sehr früh reifende Speisensorten
Adora1995122111
Agata1991232220202220
Anuschka2003486064585356
Erika2007242728302428
Impala1992141010101111
Linzer Delikatess°1974433111
Nöstling2021---0*0*2
Romina1988251712587
Früh bis mittelfrüh reifende Speise- und Verarbeitungssorten
Alonso2011171614987
Bettina1995121111
Bosco2012744664
Chiara2019-112610
Ditta1988471453408353381313
Evita1994251914897
Exquisa199411121-
Fontane2001-----2
Galata201273----
Graziosa2017136111212
Hermes19721288384817783
Marizza2012624467
Martina2009161112884
Meireska20156108227
Pepino20180*12341
Roko1997161719191210
Sokrates2014675432
Tosca200113310272414145
Valdivia2013253579142134128
Mittel bis spät reifende Speise- und Verarbeitungssorten
Agria1988978072699284
Bionta1992333345
Diego2011742244
Fabiola200518192123158
Herbstgold2019--1341
Longinus2020--0*133
Meichip2021---0*13
Siegfried20190*11346
Violet Star2022----0*0*
Mittel bis spät reifende Stärkesorten
Kuras1995716568695944
Sixtus2019--1348
Skonto2007636---
Trabant201315233022146
Xerxes2014131629222212
EU-Sorten 426490577701685713
Drittlandsorten 11111-
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Rotklee
Milonia2015-----90
Reichersberger Neu1985190308273357269209
Semperina2017--23919879
EU-Sorten -96573
Hornklee
Marianne2010705845403519
Persischer Klee
EU-Sorten -----2
Luzerne
Palava1994132139425645
Vlasta1999-4128-2
EU-Sorten 5-9364126
Rotes Straußgras
Gudrun2001555101614
Wiesenfuchsschwanz
Gufi2003282626262917
Glatthafer
Arone19968280891068522
Median2001----85184
Goldhafer
Gunther2002386969747717
Trisett 512001141328445052
Knaulgras
Tandem19941296891117139116
EU-Sorten 73735524032
Wiesenschwingel
Cosima2008202435343749
Cosmolit1996503631384474
Italienisches Raygras
Melquatro2010--16141212
EU-Sorten --3738209
Westerwoldisches Raygras
Beatle1996921519122
EU-Sorten ----1614
Englisches Raygras
Artesia20111618234251,9251
Guru2001142710583322
Soraya2011--9474125
EU-Sorten -----10
Bastardraygras
Gumpensteiner1988121052565358
Leonis200818513202319
Timothe
Comer1998----1018
Tiller1996---33-
Art / SorteZulassungsjahr201720182019202020212022
Wiesenrispe
Selista2014-----0*
Phazelie
Mira2003---51415
Oka2004--2-5-
Wolga20043---4-
EU-Sorten 122733516660
Ölrettich
EU-Sorten 14122-14-
Winterfutterrübsen
Clio200534-31417754
Buchweizen
Bamby1989233265272251251126
Billy1996164190112251115194
Kärntner Hadn (EHS)2009151834--
EU-Sorten ---10--
Wurzelzichorie
EU-Sorten 12131591218
Drittlandsorten ---3--
Gelbsenf
Carnella19945841124367239
Mirly1983--29---
Veronika200040--28440
EU-Sorten -684478-7

Anbau auf dem Ackerland

Die Kartogramme, denen die Agrarstrukturdaten des Jahres 2019 zugrunde liegen, erlauben eine rasche
Information über Bedeutung und regionale Anbauschwerpunkte wichtiger Pflanzenarten.
Die Hauptursachen der rückläufigen Ackerfläche – seit 1959 um ungefähr 300.000 ha – sind die etwa bis
zum Jahr 1970 anhaltende Umwandlung in Dauergrünland (insbesondere im Berggebiet) sowie der Verlust
infolge von Straßenbau und Siedlungstätigkeit (in den Niederungen). Hauptsächlich befindet sich das
Ackerland im Nordöstlichen und Südöstlichen Flach- und Hügelland, im Alpenvorland, im Mühl- und
Waldviertel, am Alpenostrand sowie im Kärntner Becken, weiters im Drau-, Mur-, Inn- und Rheintal.
Auf etwa einem Sechstel der Ackerfläche wird Weichweizen erzeugt, zu mehr als 98 % handelt es sich um
die Winterform. Sandige Lehm- bis lehmige Tonböden sind typische Weizenböden, für hohe Erträge ist eine
ausgeglichene Wasserversorgung wesentlich. Stark saure nährstoff- und basenarme lehmige Sande sind
hingegen nicht geeignet. Das pannonische Trockengebiet hat eine besondere Bedeutung für die Produktion
von Qualitätsweizen, in den übrigen Regionen sind Mahlweizensorten oder Futterweizen zumeist
vorherrschend. Beginnend mit der Ernte 2008 wird Weizen zur großtechnischen Produktion von Ethanol und
seit 2013 auch zur Erzeugung von Stärke benötigt.
Infolge geänderter Verzehrgewohnheiten und beschränkter Absatzmöglichkeiten von Roggen und der
Konkurrenz durch Triticale als Futtergetreide, ist die Anbaufläche von 218.000 ha im Jahr 1959 auf 33.000
bis 49.000 ha zurückgegangen. Roggen übersteht Sommertrockenheit besser als Winterweizen, hat ein
gutes Aneignungsvermögen für Nährstoffe und kann auf weniger leistungsfähigen Standorten und sauren
Böden noch mit Erfolg kultiviert werden. Der Hauptanbau findet sich demnach auf Böden geringerer Bonität
in Ostösterreich sowie im Mühl- und Waldviertel. In der Saison 2005/06 winterte mehr als ein Drittel des
Roggens infolge von Schneeschimmelbefall aus.
Wintertriticale ist in der landwirtschaftlichen Praxis Österreichs seit Mitte der 1980er Jahre bekannt, der
Anbauschwerpunkt liegt im Mühl- und Waldviertel, im Alpenvorland, am Alpenostrand und im Kärntner
Becken. Gegen lang anhaltende Schneebedeckung ist Triticale ebenso empfindlich wie Roggen. Manche
Sorten werden auch von Kahlfrösten geschädigt. Durch Züchtung standfester Sorten wurde der Anbau auf
tiefgründige Böden des Alpenvorlandes und der Steiermark ausgeweitet und ersetzt teilweise den
Futterweizen. Zusätzlichen Stellenwert erhält diese Getreideart durch die Nutzung als Ethanoltriticale.
Sommertriticale nimmt kleinere Flächen ein.
Dank verbesserter Sorten (z.B. Lagerneigung, Ertragspotenzial, Kornqualität) hat sich der Anbau von
Wintergerste von knapp 20.000 ha im Jahre 1959 auf etwa 106.000 ha in den Jahren 1993 und 1994
verfünffacht. Da die Futtergerste außerhalb der Tierhaltungsregionen teils zu geringe Erlöse brachte, wurde
die Fläche später eingeschränkt. Der Anbauschwerpunkt liegt im Alpenvorland. Winterbraugerste wird
vorwiegend im Pannonikum produziert. Verglichen mit Sommergetreide und Winterweizen ist die
Wintergerste in Ostösterreich weniger von der Niederschlagsverteilung abhängig. Als Futtergerste nimmt sie
hier zumeist die mittleren und schwächeren Böden ein. Für stark saure Böden und höhere bzw. schneereiche
Lagen scheidet die Wintergerste aus.
Bereits seit 1959 und verstärkt ab 1963 wird in Österreich Sommerdurum (Sommerhartweizen) kultiviert.
Ideal sind Gebiete mit frühzeitiger Anbaumöglichkeit, einer sicheren Wasserversorgung während der
vegetativen Entwicklung sowie Wärme und Trockenheit in der Abreifephase. Diese Bedingungen sind am
ehesten auf fruchtbaren Weizenböden des Pannonikums erfüllt. In den letzten Jahren war der Anbau
rückläufig. Winterdurum (Winterhartweizen) ist weniger frosthart als die meisten Winterweizensorten.
Dennoch hat er seit dem Jahr 1999 mehr Bedeutung erlangt, 2022 waren es etwa 18.000 ha.
Sommergerste hat eine kurze Vegetationszeit, die Ertrags- und Qualitätsbildung ist daher stärker
witterungsabhängig. Sommergerste wird im gesamten Ackerbaugebiet gesät, den Höchststand von knapp
326.000 ha gab es im Jahr 1979. Die Braugerstenerzeugung beschränkt sich im Wesentlichen auf das
pannonische Klimagebiet, das Waldviertel und Kärnten. Die zuletzt stark rückläufige Gerstenfläche ist
teilweise in höheren Erlösen bei Konkurrenzfrüchten wie Winterweizen, Mais oder Sojabohne begründet. An
bindige und sich nur langsam erwärmende Böden im Alpenvorland ist die Sommergerste im Gegensatz zur
Winterform nicht ausreichend adaptiert. Der Bedarf an Futterhafer hat im Zuge der Mechanisierung der
Landwirtschaft stetig abgenommen. Im Jahr 1959 wurden noch 163.000 ha Sommerhafer angebaut. Weiters
wurde Hafer teilweise durch das leistungsfähigere Triticale ersetzt. Hafer stellt nur geringe Ansprüche an den
Boden. Reichliche Niederschläge während der Vegetationszeit und kühlere Temperaturen in der
Einkörnungsphase wirken sich günstig auf die Ertragsbildung aus. Im Mühl- und Waldviertel, in den
Randlagen des Alpenvorlandes, am Alpenostrand, im Mittel- und Südburgenland sowie in Kärnten treffen
diese Bedingungen am ehesten zu. Winterhafer ist derzeit noch wenig bedeutsam.
Der Anbau von Winterdinkel wurde wegen der begrenzten Aufnahmefähigkeit des Marktes nach 2015/16
reduziert, ist zuletzt aber wieder auf 20.000 ha angestiegen. Emmer und Einkorn werden als Winterung oder 
Sommerung vorwiegend auf Bioflächen kultiviert. Wintermenggetreide ist zumeist ein Weizen-Roggen-
Gemenge, seltener ein Weizen-Triticale- oder Roggen-Triticale-Gemenge. Bei Sommermenggetreide handelt
es sich mehrheitlich um Gerste-Hafer-Gemenge, seltener um Gemenge aus Gerste und Sommerweichweizen.
Begrenzende Faktoren im Maisanbau sind eine zu geringe Temperatursumme und knappe Niederschläge in
den Sommermonaten. Mit den Fortschritten der Hybridzüchtung (z.B. Frühreife, Ertragspotenzial) stieg die
Fläche von 73.000 ha (1959) auf 336.000 ha (1986), im Jahr 2022 waren es 215.000 ha Körnermais
(einschließlich Mais für Corn-Cob-Mix) und 85.000 ha Silomais (einschließlich Grünmais). Körnermais
(einschließlich CCM-Mais)
dominiert in Gebieten mit großen Schweinebeständen. Die höchste
Anbaukonzentration gibt es demnach in der Oststeiermark und im Alpenvorland. In Oberösterreich stieg der
Körnermaisanbau von 42 ha (1959) auf 53.000 ha (2022) an. Im Pannonikum nimmt Körnermais
hauptsächlich die tiefgründigen Standorte ein. Silomais (einschließlich Grünmais) benötigt wegen der
frühzeitigeren Ernte eine geringere Temperatursumme und gedeiht auch noch in kühleren Regionen (z.B.
Mühl- und Waldviertel, inneralpine Tallagen). Silomais wird von rinderhaltenden Betrieben angebaut,
insbesondere die Stiermast erfolgt vorwiegend auf Basis von Maissilage. Eine zentrale Rolle hat Mais in
Biogasfruchtfolgen. Körnersorghum wird vor allem im Nordöstlichen Flach- und Hügelland und der
Südoststeiermark als Alternative zu Körnermais genutzt.
Infolge des höheren Wasserbedarfes bevorzugt die Ackerbohne mittelschwere und tiefgründige Böden in
kühleren und klimafeuchten Regionen. Solche Standorte sind vorrangig im Alpenvorland, im Südburgenland
und im Oststeirischen Hügelland zu finden. Wegen des Krankheitsbefalls und erheblicher
Ertragsschwankungen konnte sich die Ackerbohne nicht in dem Maße etablieren. Seit 2011 variiert der
Anbau zwischen 5.000 und knapp 11.000 ha.
Die Körnererbse hat eine kürzere Vegetationsdauer als die Acker- und Sojabohne, stellt weniger Ansprüche
an die Bodenfeuchte und wird in Ostösterreich, im Alpenvorland, im Waldviertel und im Kärntner Becken
angebaut. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Produktion reduziert.
Am besten gedeiht die Sojabohne in warmen Gebieten mit reichlicher Wasserversorgung vor allem während
der Kornbildung. Der Anbau stieg von 9.000 ha (1990) auf 54.000 ha (1993), sank in der Folge wieder auf
13.000 ha und beträgt nun 77.000 ha. Sojabohne hat ihre Hauptbedeutung im oberösterreichischen
Zentralraum und Innviertel, im Mittel- und Südburgenland, in der Oststeiermark und im Kärntner Becken. In
Ostösterreich ist die Sojabohne ohne Möglichkeit zur Beregnung ertragsunsicher.
Günstig für den Körnerraps sind mittelschwere, mittel- bis tiefgründige Böden mit ausreichender Wasserund
Nährstoffversorgung. Die Anbauregion erstreckt sich über das gesamte Alpenvorland, Teile des
Waldviertels, das Nordöstliche Flach- und Hügelland und reicht bis ins Südburgenland. Durch
Züchtungserfolge (z.B. 00-Qualität, Ertragspotenzial) und agrarpolitische Maßnahmen hat sich der
Rapsanbau seit 1985 (6.000 ha) vervielfacht, nach 2014 sank er wieder.
Der wichtigste Standortfaktor bei Sonnenblume ist eine hohe Temperatursumme während der
Vegetationszeit. Eine sonnige und nebelfreie Witterung insbesondere zur Reife ist in Hinblick auf einen
geringen Krankheitsbefall (Botrytis) vorteilhaft. Daher konzentriert sich der Anbau auf das pannonisch
geprägte Klimagebiet.
Der Ölkürbis stellt im Spätsommer und Herbst hohe Temperaturansprüche zur Kernausreife. Der Anbau
wurde seit 1959 (1.900 ha) deutlich ausgeweitet, 2022 waren es etwa 37.000 ha. Die Oststeiermark und das
Südburgenland sind traditionelle Anbauschwerpunkte. Seit Anfang der 1980er Jahre wird auch in
Niederösterreich, Oberösterreich und Kärnten Ölkürbis kultiviert.
Der Anbau der Zuckerrübe erfolgt in Kontrakten. Die Zuckerrübe stellt hohe Ansprüche an die Bodengüte.
Vorteilhaft sind rasch erwärmbare, tiefgründige Böden mit guter Wasserspeicherkapazität und schwach
saurer bis neutraler Reaktion. Die Hauptanbaugebiete befinden sich im Nordöstlichen Flach- und Hügelland
und in Teilen des Alpenvorlandes. In Ostösterreich wird Zuckerrübe teilweise auch beregnet. Im Jahr 2018
verursachte der Derbrüssler (Bothynoderes punktiventris) regional gravierende Schäden an Jungpflanzen,
etwa ein Viertel der Fläche wurde deswegen umgebrochen.
Durch die Verdrängung der Kartoffel aus der Schweinemast und den geringeren Speisekartoffelverbrauch
wurden die Flächen vor allem in den 1960er und 1970er Jahren stark eingeschränkt. Für den Anbau sind gut
siebbare sandige Lehm- und lehmige Sandböden am besten geeignet; schwere Lehm- und Tonböden sowie
steinige Standorte scheiden aus. Der Frühkartoffelanbau ist in der Nähe größerer Städte (Umgebung von
Wien, Grazer Feld, Eferdinger Becken usw.) konzentriert. Speise-, Verarbeitungs- und Stärkekartoffel werden
im Wiener Becken, Marchfeld, im Weinviertel sowie im Mühl- und Waldviertel erzeugt.
Luzerne wünscht eine warme, mäßig trockene bis mäßig feuchte Witterung und kalkhaltige Böden, diese
günstigen Bedingungen finden sich in Ostösterreich. Rotklee ist eine wichtige Kleeart feuchter Klimate,
mittlere bis mittelschwere Böden werden bevorzugt. In erster Linie wird Rotklee von rinderhaltenden
Betrieben im Alpenvorland, im Mühl- und Waldviertel und im Burgenland genutzt. Die Bedeutung des
Reinanbaus hat zugunsten des Kleegrases stark abgenommen. Neben Rotkleegras werden auch Luzerneund
Weißklee-Grasmischungen sowie einsömmerige Kleegrasgemenge verwendet.

 

Anbau auf dem Ackerland 2022

Anbau auf dem Ackerland 2022   
FeldfrüchteHektarFeldfrüchteHektar
Winterweichweizen241398.000 Zuckerrübe (ohne Saatgutproduktion)33985.000
Dinkel25044.000 Futterrübe, Kohlrübe und Futtermöhre84
Sommerweichweizen3158.000 Winterraps28206.000
Winterdurumweizen18221.000 Sommerraps und Rübsen179
Sommerdurumweizen5043.000 Sonnenblume24291.000
Roggen (Körnerroggen)34432.000 Mohn3051.000
Triticale51502.000 Ölkürbis37310.000
Wintergerste96952.000 Öllein1589.000
Sommergerste25595.000 Hanf (Öl- und Fasergewinnung)1343.000
Hafer20278.000 Senf1567.000
Emmer und Einkorn2644.000 Leindotter333
Wintermenggetreide2272.000 Sonstige Ölfrüchte (Saflor, Ölrettich usw.)254
Sommermenggetreide1602.000 Rotklee und sonstige Kleearten12916.000
Reis178 Luzerne14166.000
Sorghum3549.000 Kleegras46136.000
Buchweizen1328.000 Sonstiges Feldfutter (Gräser, Mischling usw.) 20559.000
Rispenhirse5584.000 Grünschnittroggen950.000
Amaranth9 Wechselgrünland (Ackerwiese, Egart)48194.000
Quinoa8 Hopfen276
Körnermais (inkl. Corn-Cob-Mix)215335.000 Energiegräser (Miscanthus, Sudangras)1011.000
Silomais und Grünmais82227.000 Flachs (Faserlein)2
Körnererbse5880.000 Kümmel606
Ackerbohne5538.000 Gewürzfenchel225
Süßlupinen637 Mariendistel1448.000
Linsen, Kichererbsen und Wicken2860.000 Sonstige Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen1469.000
Andere Hülsenfrüchte (einschließlich Erdbeere1117.000
Gemenge mit Getreide)4016.000 Gemüse im Freiland: Feld- und Gartenanbau16642.000
Sojabohne93142.000 Gemüse unter Glas bzw. Folie442
Früh- und Speisekartoffel12601.000 Bracheflächen49125.000
Stärke- und Speiseindustriekartoffel8840.000 Sonstige Kulturen auf dem Ackerland2118.000
  Ackerland insgesamt1320593.000.1320593.000
Quelle: Statistik Austria   

Säverfahren, Saatgut, Aussaat und Bestandesaufbau

Die Wahl einer geeigneten Sorte trägt zum Betriebserfolg bei. Aber erst eine sorgfältige Saattechnik und
Kulturführung lassen das Ertragspotenzial und die Qualitätsanlagen entsprechend zur Geltung kommen. Für
die nachfolgende tabellarische Aufstellung wurden eigene Versuchsergebnisse herangezogen, über 400
Publikationen gesichtet sowie Erkenntnisse aus der guten fachlichen Praxis verwertet. Sie bietet eine
Orientierung über Saattechnik und Bestandesaufbau landwirtschaftlicher Pflanzenarten mit deren
wesentlichsten Nutzungsformen und enthält auch einige Spezialkulturen oder wenig gebräuchliche Arten. Die
Zahlenangaben stellen keine für sämtliche Fälle gültige Norm dar, sind jedoch für die überwiegende Mehrheit
der Anbaubedingungen geeignet. Saatstärke, Saattermin und die Verteilung der Pflanzen auf der Fläche
beeinflussen die Ausbildung der Ertragskomponenten.

Wenn auch der alte bäuerliche Ausspruch „Wie die Saat, so die Ernte“ in dieser Absolutheit nicht zutrifft, so
ist doch mit vielfältigen quantitativen und qualitativen Einflüssen auf das Ernteergebnis zu rechnen. Die
Kenntnis der anzusteuernden Optimalbereiche und Korrekturmöglichkeiten ist ein wesentlicher Aspekt
pflanzlicher Produktion.

Die notwendige Saatstärke, die Saatmenge, der Feldaufgang, der Kornablageabstand in der Reihe und die
Bestandesdichte, können aus unterschiedlichen Parametern errechnet werden, die wichtigsten Formeln sind
nachstehend angegeben.

Säverfahren, Sätechnik: Ein Pflanzenbestand wird durch den Abstand der Körner zueinander und die
Saattiefe begründet. In Abhängigkeit von der jeweiligen Pflanzenart zielt die Sätechnik auf eine möglichst
gleichmäßige Verteilung und Tiefenablage des Saatgutes ab, um so den Samenkörnern günstige
Bedingungen für die Keimung und das Auflaufen zu schaffen. Vielfältige technische Lösungen versuchen
pflanzenbauliche und arbeitswirtschaftliche Erfordernisse in Einklang zu bringen: Drillsaat, Bandsaat mittels
Säscharen, Breitsaat mittels Säscharen oder Säschiene, Bandsaat oder Breitsaat in den abfließenden
Erdstrom von Fräsen oder Zinkenrotoren und Einzelkornsaat. Für manche Arten sind in der Praxis sowohl
Drill- als auch Einzelkornsaat gebräuchlich. Je mehr Körner auf der Flächeneinheit abzulegen sind, desto
schwieriger wird der Einzelkornanbau. Saatgut von Gründüngungspflanzen wird mitunter auch in Breitsaat
auf die Bodenoberfläche ausgebracht, für Kartoffelpflanzgut werden Legemaschinen eingesetzt.

Technische Saatgutreinheit (Gew%): Für die Saatmengenberechnung kann der Prozentsatz der
Reinheit unberücksichtigt bleiben. Die gesetzlich vorgeschriebene technische Mindestreinheit von
Originalsaatgut (Zertifiziertem Saatgut) beträgt bei den Getreidearten, Mais, Erbse, Ackerbohne, Sojabohne,
Sonnenblume und Raps 98 %, bei Rispenhirse 97 %, bei Lein 99 %, bei Gräsern zwischen 75-97 % und bei
kleinsamigen Leguminosen 95-97 %. Diese Mindestnormen werden von Originalsaatgut meist deutlich
überschritten. Weiters bestehen für bestimmte Unkrautarten und gefährliche Verunreinigungen (Mutterkorn)
Grenzen des höchstzulässigen Besatzes. Bei wirtschaftseigenem Saatgut (Eigennachbau) gibt es meist einen
stärkeren Besatz mit Unkrautsamen und anderen Verunreinigungen (AGES – Institut für Saat- und Pflanzgut,
Pflanzenschutzdienst und Bienen).


Keimfähigkeit (Zähl%): Die Keimfähigkeit wird in einem standardisierten Labortest als Prozentsatz
normal gekeimter Körner an der Gesamtzahl der untersuchten reinen Samenkörner ausgedrückt. Die
gesetzlich vorgeschriebene Mindestkeimfähigkeit von Originalsaatgut beträgt bei den Getreidearten 85 %
(ausgenommen Triticale 80 %, Nackthafer 75%), bei Mais 90 %, bei Gräsern 70-80 %, bei Sonnenblume,
Raps und Öllein 85 %, bei Hirsen, Ackerbohne, Erbse und Sojabohne 80 %, bei kleinsamigen Leguminosen
75-80 % und bei genetisch monogermen Beta-Rüben 80 %. Zumeist werden diese Werte deutlich
überschritten. Bei wirtschaftseigenem Saatgut (Eigennachbau) ist je nach Produktionsbedingungen wie z.B.
Krankheitsbefall, Lager des Pflanzenbestandes, Abreifewitterung, Erntetechnik, Aufbewahrung mit zu hohen
Feuchtigkeitswerten, überhöhte Trocknungstemperaturen häufig mit signifikant niedrigerer Keimfähigkeit zu
rechnen (AGES – Institut für Saat- und Pflanzgut, Pflanzenschutzdienst und Bienen). Bei bespelzten
Getreidearten, deren Vesen mehr als ein Korn enthält (Dinkel, Emmer), beträgt die Keimfähigkeit
(keimfähige Körner/100 Vesen) rechnerisch mehr als 100 %.

Triebkraft (Zähl%): Unter Triebkraft versteht man die Keimfähigkeit unter suboptimalen
Keimbedingungen (z.B. kühle Temperaturen), wie sie in der Praxis oftmals auftreten. Die Triebkraft gibt eine
präzisere Information über den Saatgutwert als die Keimfähigkeit. Wegen des höheren Aufwands werden
Triebkraftanalysen nicht regelmäßig vorgenommen. Meist steht der Feldaufgang mit der Triebkraft in einem
engeren Zusammenhang als mit der Keimfähigkeit. Druschverletzungen und andere mechanische
Schädigungen, manche Saatgutkrankheiten, zu hohe Trocknungstemperaturen und eine Überlagerung des
Saatgutes können die Triebkraft stärker mindern als die Keimfähigkeit. Großfallendes Getreidesaatgut,
insbesondere dann, wenn es auch überdurchschnittliche Eiweißgehalte aufweist, ist triebkräftiger als schlecht
ausgebildete Kümmerkörner.

Gesundheitszustand (Zähl%, Sporen/Korn): Darunter versteht man das Ausmaß der Kontamination
mit samenbürtigen Erregern wie beispielsweise Flugbrand, Steinbrand, Roggenstängelbrand,
Schneeschimmel, Fusarium spp., Streifenkrankheit der Gerste, Septoria-Spelzenbräune des Weizens,
Phomopsis-Komplex bei Sojabohne oder Brennfleckenkrankheit bei Erbse und Ackerbohne. Sofern der
Grenzwert nicht überschritten wird, ist eine Sanierung infizierter Saatgutproben mittels geeigneter
chemischer Behandlung (Beizung) möglich. Allerdings weisen auch die Beizmittel einen begrenzten
Wirkungsgrad auf. Die ökologisch günstigste Maßnahme ist die Verwendung von gesundem Saatgut.
Eigennachbau von Weizen und Gerste ist insbesondere mit Flug- und Steinbrand sowie Streifenkrankheit
signifikant stärker verseucht (AGES – Institut für Saat- und Pflanzgut, Pflanzenschutzdienst und Bienen).

Tausendkorngewicht (g): Das Tausendkorngewicht der landwirtschaftlichen Pflanzenarten variiert
zwischen 0,08-0,15 g bei Straußgräsern und 250-630 g bei Ackerbohne. Das Tausendkorngewicht ist als
Mittelwert eine sortentypische Größe, einen erheblichen Einfluss üben weitere Faktoren wie Wasser- und
Nährstoffversorgung, Witterung, zeitliche Dauer der Einkörnungsphase, Bestandesdichte, Lager,
Krankheitsbelastung usw. aus. Die in der Übersicht aufgezeigten Spannweiten beziehen sich auf das in
Österreich zugelassene bzw. verbreitete Sortiment – selten auftretende Extremwerte wurden ignoriert – und
berücksichtigen übliche Feuchtigkeitsgehalte des Saatgutes. Aber auch die Körner innerhalb einer
Saatgutpartie zeigen in Abhängigkeit vom mitunter inhomogenen Boden des Vermehrungsbestandes sowie
der eingenommenen Position am Fruchtstand (z.B. Ährenspitze oder Ährenmitte bei Getreide) ein variables
Einzelgewicht. Insbesondere bei Körnerleguminosen ist der Aspekt der Saatgutkosten durch
unterschiedliches Korngewicht beachtenswert. Vielfach wird das Tausendkorngewicht am Saatgutsack oder
sonstigen Behältnis vermerkt, ansonsten ist für Drillsaaten eine eigene Feststellung empfehlenswert. Bei
einigen bespelzten Getreidearten (Dinkel, Einkorn, Emmer) ist anstelle des Tausendkorngewichts zumeist mit
dem Tausendvesengewicht zu rechnen.

Saatstärke, Saatdichte, Saatnorm (Keimfähige Körner/m2): Die Saatstärke wird ausgedrückt als Zahl
keimfähiger Körner/m2, diese ist von der Saatmenge zu unterscheiden. Die Saatstärke variiert von weniger
als 2 (Ölkürbis) bis über 1.000 Körner/m2 (Gräser, kleinsamige Leguminosen, Faserlein). In den vergangenen
Jahrzehnten wurden die empfohlenen Saatstärken und Saatmengen aufgrund veränderter Anbautechnik,
verbesserter Triebkraft des Saatgutes und aus Kostengründen je nach Pflanzenart um 10 bis über 40 %
abgesenkt. Die optimale Aussaatstärke unterliegt einer mehr oder minder größeren Spannweite und hängt
beispielsweise von der Bodenart, der Vorfrucht, dem Anbautermin, der Güte des Keimbettes, dem
Säverfahren und der Gefährdung durch Vogel- und Hasenfraß ab. Auch genetische Einflüsse infolge
unterschiedlicher Bestockungsfähigkeit (Getreide), Verzweigungsfähigkeit (Ackerbohne, Lupine usw.) oder
variabler Ertragsstruktur sind nachgewiesen. Die notwendige Zielpflanzenzahl, der erwartete Feldaufgang,
die Pflanzenverluste über den Winter bzw. während der Vegetationszeit (z.B. durch Striegeln) sind die
Hauptpunkte der Überlegungen, auch die örtlichen Erfahrungen sind wertvoll. Unter sehr günstigen bzw.
ungünstigen Verhältnissen können die angegebenen Bereiche noch unter- bzw. überschritten werden. Eine
allzu starke Reduktion der Saatnorm ist wegen der Tendenz zu vermehrtem Unkrautdruck und inhomogener
Bestandesabreife nicht empfehlenswert. Überhöhte Saatstärken sind andererseits mit dem Risiko der
zunehmenden Lagerbelastung und des vermehrten Auftretens pilzlicher Schaderreger behaftet. Allgemein
gilt die Grundregel: Je günstiger die Aufgangsbedingungen, umso niedriger ist die Saatstärke zu bemessen.
Problematisch ist es, auf Bodentrockenheit mit einer zu hohen Saatdichte zu reagieren; infolge verstärkter
Konkurrenz um das Keimwasser kann gelegentlich die Aufgangsrate sinken. Für Breitsaaten auf die
Bodenoberfläche mit anschließendem Eggenstrich sind Zuschläge von 20-30 % gegenüber der Drillsaatnorm
einzuplanen. Von der Saatstärke ergeben sich Beziehungen zur Ausprägung der Ertragskomponenten. Bei
Getreide ist die Saatstärke in Kombination mit der Stickstoffdüngung ein wesentliches Instrument der
Bestandesführung. In Abhängigkeit von der genotypischen Ausprägung der Ertragsstruktur (z.B.
Bestandesdichtetyp bzw. Einzelährentyp bei Getreide), der Lagerneigung usw. werden mitunter
sortenspezifisch variable Saatstärken empfohlen. Breit abgesicherte Versuchsergebnisse liegen dazu nicht
vor. Wo es sich um unterschiedliche Sortentypen handelt wie z.B. bei Wintergerste (zweizeilige und
mehrzeilige Sorten), Mais (frühreife und spätreife Sorten) und Ackerbohne (indeterminierte und
determinierte Sorten) ist dies jedenfalls zweckmäßig. Insbesondere bei Gräsern und manchen Kleearten sind
Reinsaaten teilweise unüblich oder beschränken sich auf die Saatgutvermehrung. Der Anbau in Gemengen
erfordert naturgemäß davon abweichende Saatstärken und Saatmengen. Die Reinsaatmengen können
jedoch für die Zusammenstellung individueller Mischungen herangezogen werden. Zur Ermittlung der
optimalen Saatstärke sind verschiedene Modelle möglich.

Saatmenge (kg/ha): Die Saatmenge differiert zwischen 0,3-0,5 kg/ha bei Amaranth bis über 3.000 kg/ha
bei Kartoffel. Sie richtet sich nach der Saatzeit, der Qualität (Keimfähigkeit) und der Korngröße des
auszubringenden Saatgutes, dem Anbauverfahren, den Keimbedingungen sowie nach art- und
sortenspezifischen Einflüssen wie der zu realisierenden Bestandesdichte, der Nutzungsform usw. Berechnet
wird die Saatmenge bei den einzelnen Pflanzenarten in unterschiedlicher Weise, jedenfalls berücksichtigt
wird das Tausendkorngewicht. Den Übersichtsangaben zur Saatmenge wurden durchschnittliche
Keimfähigkeitswerte von Originalsaatgut und Feldaufgänge bei mittleren bis guten Bodenverhältnissen
zugrunde gelegt. Sehr ungünstige Aufgangsbedingungen können auch deutlich höhere Saatmengen
erforderlich machen.

Feldaufgang, Aufgangsrate (%): Der Feldaufgang wird üblicherweise in Prozent der gesäten Körner
ausgedrückt. Manchmal wird auch auf die keimfähigen Körner (Keimpflanzen in % der ausgesäten
keimfähigen Körner) bezogen, in diesem Fall wären mehrere Formeln anzupassen. Wegen der vielfältigen
Einflussgrößen ist die Abschätzung der erwarteten Aufgangsrate stärker fehlerbehaftet. Bei günstigen
Bodenverhältnissen, entsprechender Saatgutqualität und optimaler Sätechnik liegt der Feldaufgang meist
zwischen 80-90 % und nähert sich der in der Laboruntersuchung festgestellten Keimfähigkeit. Bei wenig
triebkräftigem Saatgut, ausgeprägter Trockenheit, Vernässung, Verschlämmung, niedriger Bodentemperatur
(verspäteter Herbstanbau), mangelhaftem Bodenschluss, grobscholligem Saatbett, hohem Anteil an schlecht
verteilten Ernterückständen, übermäßig tiefer oder zu seichter Ablage oder bei Breitsaat mit starker
Streuung der Ablagetiefe kann der Feldaufgang im Extremfall unter 50 % absinken. Eine gravierende
Lückigkeit im Gefolge von Aufgangsproblemen wird ertraglich von den Lückennachbarn nicht mehr gänzlich
kompensiert. Im Biolandbau wird das Saatgut im Allgemeinen nicht mit Beizmitteln versehen, hier gibt es
insbesondere bei Herbstsaat häufig einen etwas verminderten Feldaufgang. Bei Feinsämereien wie
beispielsweise Gräsern liegt der Feldaufgang auch bei günstigen Keimbedingungen meist wesentlich unter
den Keimfähigkeitswerten. Bei verschlämmtem Boden ist die Aufgangsrate dichter gesäter Bestände höher.

Keimdichte (Pflanzenzahl/m2 nach dem Aufgang): Eine ausreichende Wasser- und
Sauerstoffversorgung und eine bestimmte Mindesttemperatur des Bodens sind Voraussetzung für die
Keimung. Für die Keimung sind Wasseraufnahmen (bezogen auf die Korntrockenmasse) von 40-60 % bei
Getreide bis über 100 % bei Erbse und Ackerbohne nötig. Die Ertragskomponente Keimdichte resultiert aus
der Anzahl ausgesäter keimfähiger Körner/m2 (Saatstärke) und dem Feldaufgang. Mit ihr wird die spätere
Bestandesdichte als primäre Ertragskomponente in mehr (nicht bestockende Pflanzenarten) oder minder
(Getreidearten) hohem Ausmaß vorgeprägt. Ein hinsichtlich Pflanzenzahl, -verteilung und Vitalität optimaler
Ausgangsbestand stellt die Basis für die Ausschöpfung des standörtlichen Leistungspotenzials dar.

Überwinterungsquote (%): Bei den im Herbst angebauten Pflanzenarten ist auch die erfahrungsgemäße
Überwinterungsquote in die Kalkulation der Saatstärke oder Saatmenge einzubeziehen. Die Sortimente
zeigen wesentliche Unterschiede hinsichtlich der Frost- und Schneefestigkeit. Auch ohne augenfällige
Auswinterungsschäden verlieren die Bestände bis in das Frühjahr meist 10-20 % der Pflanzen. In
Umbruchüberlegungen fließt nicht allein die Pflanzenzahl im Frühjahr, sondern ebenso deren Vitalität, die
Gleichmäßigkeit der Pflanzenverteilung, die Nachbaumöglichkeiten (Herbizideinsatz im Herbst) sowie die
Kosten einer neuerlichen Bodenvorbereitung und Saat ein. Auch während der Vegetationsperiode sterben
durch Krankheits- und Schädlingsbefall oder als Folge von Maßnahmen der mechanischen
Unkrautbekämpfung (Striegeln, Hacken) noch Pflanzen in einem Ausmaß von 3-20 % und mehr ab.

Triebdichte, Gesamtbestockung (Zahl der Bestockungstriebe/m2 zu Schossbeginn): Unter
Bestockung versteht man die Ausbildung von Verzweigungen aus basalen Seitenknospen, diese Fähigkeit ist
typisch für Getreide und die meisten Grasarten. Zu einem Gutteil beruht die Kompensationsfähigkeit eines
Getreidebestandes darauf. Der Zusammenhang zwischen Triebdichte und Kornertrag ist allerdings nur lose,
übermäßig üppige Bestände sind ebenso zu vermeiden wie eine schwache Bestockung. Mit dem Ende der
Bestockungsphase (BBCH 29) ist die Anzahl der Triebe (Haupt- und Nebenachsen) einer Getreidepflanze
oder eines -bestandes im Wesentlichen festgelegt. Bei untypisch niedrigen Ähren- bzw. Rispenzahlen,
extremer Trockenheit, frühzeitigem Lager, Schädigung durch Spätfrost oder Hagel können Bestockungstriebe
(Nachschosser, Zwiewuchs) bis zur frühen Teigreife gebildet werden. Das Bestockungspotenzial wird von der
Keimdichte, der Vitalität der Pflanzen, der Saatzeit (Tageslänge), der Temperatur, der Bodenfeuchte und
dem Stickstoffangebot (Nmin-Gehalt, N-Startgabe) bestimmt. Standörtlich optimale Triebdichten variieren
zwischen 600-800 bei Hafer und Sommerdurum auf geringwertigeren Böden und 1.400-2.000 bei
zweizeiliger Wintergerste auf Böden bester Bonität. Auch genotypische Unterschiede sind nachweisbar:
Mehrzeilige Wintergersten bestocken weniger als zweizeilige Sorten. Bei Winterweizen zeigen beispielsweise
Activus, Angelus, Bernstein, Capo, Estevan und Pannonikus höhere Triebzahlen als Arnold, Ludwig, Messino
und Midas. Eine Mittelstellung nehmen Adesso, Antonius, Aurelius, Emilio, Energo und Lukullus ein. Bei
hohen Triebdichten sind die einzelnen Halme tendenziell dünner und länger, enthalten weniger
Festigungsgewebe und sind somit instabiler und stärker lagergefährdet. Die Triebdichte nimmt eine
bedeutende Stellung im Rahmen der Bestandesführung von Getreide ein, errechnet wird sie in gleicher
Weise wie die Pflanzenzahl. Wesentlich ist neben der Gesamtbestockung auch der Anteil an starken Halmen
zu Schossbeginn, bei mitteldichten Weizenbeständen variiert er zwischen 40-50 %. Bei Mais ist die
Ausbildung von Seitentrieben (Geiztrieben) unerwünscht.

Bestockungsfaktor, Bestockungskoeffizient (Bestockungstriebe / Getreidepflanze): Der
Bestockungsfaktor ist als Zahl der Triebe/Pflanze definiert. Als Pflanzenzahl wird im Allgemeinen die
Keimdichte oder die Zahl der überwinterten Pflanzen eingesetzt, weil die Zahl der Getreidepflanzen zu
Schossbeginn nicht mehr eruiert werden kann. Der Bestockungsfaktor variiert je nach Getreideart, -sorte und
Umweltbedingungen (z.B. Temperatur, Wasser- und Nährstoffversorgung, Tageslichtlänge) zwischen 1,2-
7,0. Eine deutliche Variation ist ebenso innerhalb eines Bestandes entsprechend der Vitalität der
Einzelpflanzen möglich. Wegen diverser Nachteile (z.B. ungleiche Abreife, höherer Proteingehalt von
Braugerste) ist eine übermäßige Nutzung des Bestockungspotenzials nicht sinnvoll. Sich stärker bestockende
Sorten bilden zumeist auch höhere Ährenzahlen aus, die Beziehung ist jedoch keineswegs straff.

Triebreduktionsrate (%): Während des Schossens bis zum Blühbeginn (BBCH 30-61) des Getreides
werden je nach Bedingungen 20-70 % der Triebe reduziert („unproduktive“ Bestockung), weil das
verfügbare Wasser-, Nährstoff- und Lichtangebot nur für eine begrenzte Zahl an Fruchtständen ausreicht.
Die Triebdichte sollte nicht so hoch sein, dass die Reduktionsrate bei normalen Witterungsbedingungen
wesentlich über 50 % ansteigt.

Beährungsfaktor, Beährungskoeffizient (Ähren bzw. Rispen / Getreidepflanze): Der
Beährungsfaktor bzw. die „produktive“ Bestockung ist definiert als Zahl fruchttragender Halme/Pflanze, sie
hängt von der Pflanzenzahl und dem Ausmaß der Triebreduktion ab. Als Pflanzenzahl wird im Allgemeinen
die Keimdichte oder bei Winterweizen auch die Zahl der überwinterten Pflanzen eingesetzt, weil die Zahl der
Getreidepflanzen nach dem Ährenschieben nicht mehr eruiert werden kann. Der Beährungsfaktor variiert je
nach Getreideart und -sorte sowie weiteren Bedingungen wie Sätechnik, Saatstärke, Dauer der
Bestockungsphase und Höhe bzw. Verteilung der Stickstoffdüngung zwischen 1,0-3,0, eine deutliche
Variation ist ebenso innerhalb eines Bestandes möglich. Der Beährungsfaktor kann auch unter 1,0 fallen,
wenn infolge von Trockenstress während der Schossphase oder Krankheitsbefall (Viröse Gelbverzwergung,
Weizenverzwergung) ein Teil der gekeimten Pflanzen keine fruchttragenden Halme ausbildet. Bei
Sommerdurum ist mit einem durchschnittlichen Beährungsfaktor von 1,1-1,5 und bei Winterweizen von 1,5-
2,1 zu rechnen. Bei zweizeiliger Wintergerste liegt er meist zwischen 2,2-3,0.

Bestandesdichte, anzustrebende Pflanzenzahl/m2 (oder Zahl ähren- bzw. rispentragender
Halme/m2) zur Ernte:
Die Keimdichte führt über die Überwinterungsquote bzw. den Pflanzenverlusten in
der Vegetationszeit zur Bestandesdichte. Letztere liegt zwischen 1,0-1,4/m2 bei Ölkürbis bis über 1.500/m2
bei Faserlein. Bei den Getreidearten ist die Bestandesdichte als Zahl fruchttragender Halme/m2 definiert, sie
wird über die Bestockungsleistung und das Ausmaß der Triebrückbildung realisiert. Ziel ist es, eine auf den
jeweiligen Standort abgestimmte, optimale Zahl an Pflanzen bzw. Ähren oder Rispen zu etablieren. Die
erstrebenswerte Bestandesdichte hängt vom örtlichen Leistungspotenzial (Bodengüte, Versorgung mit
Wasser und Nährstoffen), der Niederschlagsverteilung und den Temperaturverhältnissen, aber auch von der
Verwertungsrichtung (z.B. Körner- oder Silomais, großfallende oder kleinfallende Kartoffel) ab. Je nach
Standorteigenschaften und Kompensationsfähigkeit der Pflanzenart und Sorte wird der Optimalbereich der
Bestandesdichte mehr oder minder breit sein. Beim Überschreiten von Obergrenzen sind Ertragseinbußen
wahrscheinlich, weil die anderen Ertragskomponenten im Übermaß konkurrenziert werden. Unterhalb
bestimmter Bestandesdichte-Untergrenzen sind die Pflanzen nicht mehr in der Lage, den Ertragsausfall über
die Erhöhung ihrer Einzelleistung wettzumachen. Höhere Bestandesdichten anzustreben, ist auf mittleren
und schwächeren Böden der pannonischen Klimaregion problematisch. Bei extremer Trockenheit kann die
Zahl fertiler Ähren (Rispen) unter der Zahl ausgesäter Körner oder der Keimdichte zu liegen kommen. Bei zu
geringer Bestandesdichte ist mit verstärktem Unkrautwuchs zu rechnen. Eine optimale Bestandesdichte ist
auch in Hinblick auf die Qualität (z.B. Gewicht und Zuckergehalt des Rübenkörpers) und Gleichmäßigkeit der
Ernteprodukte wesentlich. Bei mehrjährigen Gräser- und Kleearten gelten die angeführten Bestandesdichten
nur für das erste Jahr, in der Folge reduzieren sich die Pflanzenzahlen. Ein Bestand sollte hinsichtlich seiner
Pflanzendichte überprüft werden.

Reihenweite (cm): Reihenweite und Kornablage (bzw. Knollenablage) in der Reihe bedingen die
Standraumbemessung und beeinflussen die Konkurrenz- und Kompensationsverhältnisse der Pflanzen. In
Hinblick auf die Konkurrenzbeziehungen wären oftmals geringere Reihenabstände wünschenswert. Häufig
stehen dem aber technische Hindernisse wie beispielsweise vorgegebene Traktorspurweiten, eine
zunehmende Verstopfungsgefahr bei der Saat und Erfordernisse durch die Erntetechnik entgegen. Bei Arten,
deren Bestände von hohen Pflanzenzahlen aufgebaut werden (z.B. Getreide), ermöglichen enge
Drillreihenabstände eine gleichmäßigere Verteilung und damit günstigere Lichtverhältnisse für die
Einzelpflanzen sowie eine raschere Beschattung des Bodens und eine bessere Konkurrenzwirkung gegen
Unkräuter. Bei Getreide ermöglicht die Engsaat von 8-9 cm (gegenüber 13,5-16 cm Reihenweite) geringfügig
höhere Feldaufgänge, dichtere Bestände und tendenziell etwas höhere Kornerträge. Im Biolandbau werden
beim „System Weite Reihe bei Getreide“ Abstände von 27-50 cm, welche in der Folge eine Hacke zulassen,
angewandt. Im „System Weite Reihe“ wird Getreide teilweise in Doppelreihen gesät. Auch Mais wird
gelegentlich in Doppelreihen angebaut. Bei der Bandsaat wird das Saatgut nicht in einer Reihe ausgebracht,
sondern in einem 3-8 cm breiten Band verteilt.

Kornablageabstand (bzw. Knollenablageabstand) in der Reihe (cm): Dieser ist nur bei
Einzelkornsaat in den Tabellen angeführt. Die Ablage in der Reihe differiert von weniger als 1 cm bei
Faserlein bis 30-90 cm bei Ölkürbis.

Pflanzenabstand in der Reihe (cm): Aus dem Kornablageabstand, dem Feldaufgang und den späteren
Pflanzenverlusten resultiert der endgültige Abstand. Die Forderung nach weitgehend einheitlichen
Pflanzenabständen in der Reihe ist nur von der Einzelkornsaat erfüllbar.

Standraumfläche (cm2, m2): Die Keimdichte bzw. die endgültige Pflanzenzahl bestimmt den mittleren
Standraum der Einzelpflanze, er variiert zwischen 5-7 cm2 bei Faserlein bis über 1,0 m2 bei Ölkürbis. Mit
zunehmend geringerem Standraum sinkt der Ertrag der Einzelpflanzen, entscheidend ist allerdings der aus
Bestandesdichte und Einzelpflanzenertrag resultierende Gesamtertrag.

Standraumverteilung, Standraumform (Längen-Breiten-Verhältnis): Meist umschreibt der
Standraum ein Rechteck, dessen Längsseite von der Reihenweite und dessen Querseite vom Abstand in der
Reihe gebildet wird. Aus pflanzenbaulichen Gründen wäre ein weitgehend gleicher Abstand der Einzelpflanze
zu ihren Nachbarn anzustreben (Quadratverband, Dreiecksverband). Mit steigender Reihenweite wird – bei
gleicher Keimdichte – der Standraum ein zunehmend schmäleres Rechteck. Für Getreide sind die Engdrillsaat
mit 8-9 cm Reihenweite, die Bandsaat und die Breitsaat hinsichtlich Standraumverteilung günstiger zu
bewerten als die normale Drillsaat. Bei gleicher Saatmenge vermindert sich das Längen-Breiten-Verhältnis
dieses Rechtecks bei Reduktion der Reihenweite von 13,5 cm bei normaler Drillsaat auf 8,5 cm bei Engsaat
von 6,9 : 1 auf 2,7 : 1. Engsämaschinen haben wegen ihrer Empfindlichkeit für Ernterückstände allerdings
wenig praktische Bedeutung.

Saattiefe (cm): Bei kleinsamigen Arten wie dem Mohn beträgt die Saattiefe etwa 0,5 cm, Ackerbohne wird
hingegen 6-10 cm tief gesät. Die Ablage soll das Saatgut in engen Kontakt mit der feuchtigkeitsführenden,
abgesetzten bzw. ausreichend rückverfestigten Bodenschicht bringen und hat weiters die Keimbiologie der
jeweiligen Art (z.B. Licht- oder Dunkelkeimer, epigäische oder hypogäische Keimung, niedriger oder höherer
Keimwasserbedarf) zu berücksichtigen. Die darüber liegende Deckschicht sollte möglichst locker sein. Zur
Austrocknung neigende Böden erfordern eine etwas tiefere Saat als bindige Bodenarten. Getreide muss bei
zu tiefer Saat ein unterirdisches Stängelglied (Halmheber) ausbilden, um den Bestockungsknoten richtig
(1,5-2,5 cm unter der Erdoberfläche) zu positionieren. Die Folgen einer zu tiefen Saat sind ein übermäßiger
Verbrauch der Korn-Reservestoffe, eine vermehrte Beeinträchtigung durch Schadorganismen, ein
verzögerter Aufgang, eine Vitalitätsminderung der Pflanze, eine schlechtere Bestockung, sowie bei nicht
ausreichender Triebkraft auch zunehmend Pflanzenverluste. Seicht liegende Körner werden andererseits
eher durch Austrocknung des Bodens beeinträchtigt, auch sind die Probleme durch Vogelfraß tendenziell
größer. Bei zu flacher Getreidesaat sind die Pflanzen zudem weniger gut verankert und lagern eher. Weiters
können über freiliegende Kronenwurzeln verstärkt Wirkstoffe von Herbiziden und Wachstumsreglern
aufgenommen werden und schädigen. Ein geringer Feldaufgang und ein inhomogener Pflanzenbestand
haben ihre Ursache mitunter in mangelhafter Bodenvorbereitung und ungleicher Tiefenablage des Saatgutes.
Die Fahrgeschwindigkeit bei der Saat beeinflusst die Gleichmäßigkeit der Saattiefe.

Saatzeit (Datum): Im Pannonikum beginnt die Anbauzeit mitunter bereits im Jänner (Sommerdurum,
Sommerweichweizen), sie endet Anfang Dezember (Winterweizen, Winterdinkel). Wesentlich für die
Aussaatzeit sind die zur Keimung nötigen Minimumtemperaturen. Roggen beginnt bereits bei 1-2 °C zu
keimen, Weizen, Gerste und Erbse verlangen 2-4 °C, Hafer 3-5 °C, Beta-Rüben benötigen mindestens 4-
7 °C, Mais und Sojabohne verlangen wenigstens 8-10 °C und für Ölkürbis sind 10-15 °C minimale
Bodentemperatur nötig. Die Saatzeit bestimmt die auf die Pflanzen einwirkenden Temperaturen sowie
photoperiodische Effekte (z.B. Abbau der Schoss- und Blühhemmung). Je früher der Saattermin, umso
niedriger kann bei vielen Arten die Saatstärke gewählt werden, weil sich durch die verlängerte
Vegetationsperiode leistungsfähigere Einzelpflanzen entwickeln. Bei Zuckerrübe, Mais, Ölkürbis und anderen
empfindlicheren Arten kann eine zu frühe Saat allerdings den Feldaufgang wesentlich reduzieren. Verspätete
Anbautermine sind durch eine Erhöhung der Saatstärke nur bedingt auszugleichen. Sortenunterschiede in
der Saatzeittoleranz bzw. Spätsaatverträglichkeit existieren, sind wegen des hohen Versuchsaufwands aber
nur wenig bekannt. Auch die Winterfestigkeit einzelner Arten (z.B. Winterraps, Wintergetreide) wird vom
Entwicklungszustand der Pflanzen und damit vom Anbautermin mitgeprägt. Weiters stehen der
Krankheitsbefall, die Ausnutzung der Winterfeuchte und das Unkrautauftreten in Zusammenhang mit der
Saatzeit. Sehr früh gesäter Winterweizen ist durch viröse Gelbverzwergung oder Weizenverzwergung,
Halmbasiserkrankungen (z.B. Pseudocercosporella, Rhizoctonia, Fusarien), Schwarzbeinigkeit, Mehltau,
Braun- und Gelbrost sowie DTR-Blattdürre gefährdeter. In einem bestimmten Entwicklungsstadium können
Winterweizen, Winterdinkel und Wintertriticale eher von Zwergsteinbrand infiziert werden. Mastige
Wintergetreidebestände leiden tendenziell stärker unter Schneeschimmel. Andererseits werden spät
angebaute Winterweizen mehr von der Brachfliege parasitiert als Saaten in der ersten Oktoberdekade. In
zeitig gesätem Wintergetreide, Sommergetreide und Zuckerrüben ist ein erhöhtes Auftreten von
Samenunkräutern oder Ungräsern wahrscheinlich. Spät gedrillte Sommergetreidebestände werden von der
Fritfliege bedroht, bei Sommerweizen und Sommertriticale ist zusätzlich eine Gefährdung durch die
Halmfliege gegeben. Bei gegenüber niedrigen Temperaturen empfindlichen Pflanzenarten ist die
Wahrscheinlichkeit von Spätfrösten zu kalkulieren. Die einzelnen Pflanzenarten zeigen sehr verschiedene
Saatzeitspannen. Winterweizen kann über mehr als zwei Monate hinweg angebaut werden, für Wintergerste
stehen nur drei Wochen zur Verfügung, Ölkürbis wird meist während einer Dekade gesät. Innerhalb einer
Pflanzenart wird der optimale Saattermin in Abhängigkeit von klimatischen Gegebenheiten und der aktuellen
Witterung variieren. Bei vielen im Frühjahr angebauten Arten spiegeln die weiten Saatzeitbereiche die
unterschiedliche Seehöhe wider. Extrem schneereiche Lagen im oberen Mühl- und Waldviertel oder im
Alpengebiet sind in der Tabelle ausgenommen (Frühjahrsaussaat). Grünbrachepflanzen werden vielfach in
weiten Saatzeitbereichen, die ebenso nicht vollständig Berücksichtigung fanden, angelegt.

Winterweizen – Einfluss der Saatzeit auf Kornertrag und Qualität von 2017 bis 2022 (19 Versuche, Mittel von 3 Sorten)

Variante,AnbaudatumSaatstärke,Trockengebiet,Alpenvorland,Waldviertel,HL-Gewicht,Rohprotein,Fallzahl,
Saatzeit Körner/m² Rel% Rel% Rel%kg%s
Versuche  766191919
Früh12.9.-23.9.200-2306210110679,613,6355
Mittelfrüh27.9.-5.10.2809510210280,413,3355
Normal9.10.-23.10.35010010010080,513,3355
Spät5.11.-22.11.50088908479,913,6351
Mittel, dt/ha  87,3106,799,4   
Säverfahren, Saatgut, Aussaat und Bestandesaufbau          
PflanzenartAnbau; NutzungAusgesäte Zahl keimfähiger Körner / m²Anzustrebende Pflanzenzahl bei Ernte pro m², Bestandesdichte Tausendkorngewicht (g)Saatmenge bei Reinsaat (kg/ha) Reihenweite (cm)Ablage in der Reihe (cm)
bei Einzelkornsaat bzw. Pflanzung
Saattiefe, Pflanztiefe (cm)Saatzeit (Datum)Anmerkungen
Getreide          
Wintergerste (zweizeilig)Kö, GPS250-380650-9501)38-64110-22010-15-2-420.9.-15.10. 
Winternacktgerste (zweizeilig)250-380650-8501)33-45100-17010-15-2-420.9.-15.10. 
Wintergerste (mehrz. Liniensorte)Kö, GPS200-350450-6501)31-5890-19010-15-2-420.9.-15.10. 
Wintergerste (mehrz. Hybridsorte)170-230450-6501)35-5570-1202)10-15-2-420.9.-15.10. 
Sommergerste (Herbstanbau)300-380650-8501)33-59120-21010-15-2-45.10.-25.10. 
Winterroggen (Population)200-350380-5501)22-4570-15010-15-2-320.9.-20.10. 
Winterroggen (Hybrid)200-320380-5501)21-4360-1302)10-15-2-320.9.-20.10. 
Winter-Grünroggen (diploid)Wiz; F, GPS300-420270-38023-3790-15010-15-2-315.9.-10.10.auch in Gemengen
Winter-Grünroggen (tetraploid)Wiz; F, GPS300-420270-38031-52120-20010-15-2-315.9.-10.10.auch in Gemengen
WaldstaudenroggenH; Kö200-350380-5001)17-2650-9010-15-2-320.9.-20.10. 
 Wiz; F300-420270-38017-2660-10010-15-2-315.9.-10.10. 
 Wildfutter, Gd220-350200-32017-2650-8010-15-2-315.5.-10.10.auch in Gemengen
WintertriticaleKö, GPS220-380380-5501)29-58100-20010-15-2-420.9.-5.11. 
Winterweizen (Frühsaat)Kö, GPS200-250380-6301)29-6180-15010-15-2-420.9.-5.10. 
Winterweizen (Normalsaat)Kö, GPS250-400380-6301)29-61110-21010-15-2-41.10.-25.10. 
Winterweizen (Spätsaat)400-500380-5501)29-61160-26010-15-2-425.10.-5.12. 
Winterweizen (System „Weite
Reihe“ - Biolandbau)
200-260300-4001)29-6190-16027-50-2-41.10.-25.10.teilweise Doppel- reihensaat, teilw. mit Us
GrünweizenWiz; F300-420270-38029-61120-23010-15-2-415.9.-10.10.meist in Gemengen
Winterdurum250-380450-6001)32-59110-22010-15-2-41.10.-5.11. 
Winterdinkel (bespelzt)Kö (Kerne)220-380350-5001)90-1503)140-2603)10-15-3-525.9.-5.12.TKG: 35-61 g
Winterdinkel (entspelzt)Kö (Kerne)220-380350-5001)35-6190-20010-15-2-425.9.-5.12. 
Wintereinkorn250-350400-6001)25-434)80-1504)10-15-2-425.9.-5.11.TKG: 23-34 g
Winteremmer220-300300-4001)70-1204)130-2004)10-15-2-425.9.-5.11.TKG: 38-54 g
Winterhafer250-380350-5001)24-4080-15010-15-2-415.9.-15.10. 
Sommergerste (zweizeilig)Kö, GPS280-450550-8501)33-59110-23010-15-2-420.2.-20.4.möglichst früh
PflanzenartAnbau; NutzungAusgesäte Zahl keimfähiger Körner / m²Anzustrebende Pflanzenzahl bei Ernte pro m², Bestandesdichte Tausendkorngewicht (g)Saatmenge bei Reinsaat (kg/ha) Reihenweite (cm)Ablage in der Reihe (cm)
bei Einzelkornsaat bzw. Pflanzung
Saattiefe, Pflanztiefe (cm)Saatzeit (Datum)Anmerkungen
Sommernacktgerste (zweizeilig)300-450550-7501)33-50120-21010-15-2-420.2.-20.4.möglichst früh
Sommerroggen280-420380-5001)23-4190-15010-15-2-315.1.-20.4.möglichst früh
Sommer-GrünroggenSoz; F450-600400-55023-41130-22010-15-2-31.7.-5.8. 
Sommertriticale300-450400-5001)29-55130-22010-15-2-415.1.-20.4.möglichst früh
Sommerweichweizen300-450430-6001)28-55120-20010-15-2-415.1.-20.4.möglichst früh
Sommerdurumweizen300-450350-5501)32-60130-26010-15-2-415.1.-15.4.möglichst früh
Sommerdinkel300-450350-5001)70-1203)200-2703)10-15-3-415.1.-20.4.TKG: 30-52 g
Sommereinkorn300-400400-5001)28-364)110-1504)10-15-2-415.1.-20.4.TKG: 20-27 g
Sommeremmer270-400300-4001)60-1004)130-2104)10-15-2-415.1.-20.4.TKG: 33-45 g
Khorassanweizen (Sommerung)300-400350-4801)58-75210-30010-15-2-415.1.-20.4.möglichst früh
Sommerhafer (bespelzt)300-450350-4801)27-48100-18010-15-2-420.2.-20.4.möglichst früh
Grünhafer (bespelzt)H; F350-500300-45027-48130-20010-15-2-420.2.-20.4.meist als Deckfrucht
 Soz; F400-600350-55027-48150-23010-15-2-420.6.-31.7. 
Nackthafer350-500330-4501)21-3590-16010-15-2-320.2.-20.4.möglichst früh
SandhaferH; F350-450300-40019-2470-12010-15-2-420.2.-20.4. 
 Soz; F, Gd400-600350-55019-2490-15010-15-2-420.6.-10.8. 
Kanariengras500-650450-6006-840-5010-15-1-21.3.-10.4. 
Reis450-500350-5501)24-36120-18010-30-2-315.4.-30.5. 
Mais und Hirsearten          
Körnermais (frühe Reifegruppe)Kö, CCM6,5-7,56,2-7,2160-43013-262)60-8017-264-75.4.-30.4.Trockenlagen
(mittlere Reifegruppe)Kö, CCM6,5-7,55,8-7,2160-43012-262)60-8017-284-75.4.-30.4.Trockenlagen
(späte Reifegruppe)Kö, CCM5,5-75,2-6,8160-43011-242)60-8023-314-75.4.-30.4.Trockenlagen
Körnermais (frühe Reifegruppe)Kö, CCM9-108,5-9,5160-43018-352)60-8013-184-65.4.-5.5.Feuchtlagen
(mittlere Reifegruppe)Kö, CCM8,5-9,58-9160-43017-332)60-8013-204-65.4.-5.5.Feuchtlagen
(späte Reifegruppe)Kö, CCM8-97,5-8,5160-43016-312)60-8014-214-65.4.-5.5.Feuchtlagen
PflanzenartAnbau; NutzungAusgesäte Zahl keimfähiger Körner / m²Anzustrebende Pflanzenzahl bei Ernte pro m², Bestandesdichte Tausendkorngewicht (g)Saatmenge bei Reinsaat (kg/ha) Reihenweite (cm)Ablage in der Reihe (cm)
bei Einzelkornsaat bzw. Pflanzung
Saattiefe, Pflanztiefe (cm)Saatzeit (Datum)Anmerkungen
Silomais (frühe Reifegruppe)H; F7-7,86,8-7,5160-43014-272)60-8016-244-75.4.-30.4.Trockenlagen
(mittlere Reifegruppe)H; F, GPS6,5-7,86,2-7,5160-43013-272)60-8016-264-75.4.-30.4.Trockenlagen
(späte Reifegruppe)H; F, GPS6-7,55,8-7,2160-43012-252)60-8017-284-75.4.-30.4.Trockenlagen
Silomais (frühe Reifegruppe)H, Zwe; F9,5-10,59-10160-43019-372)60-8012-174-65.4.-10.5.Feuchtlagen
(mittlere Reifegruppe)H, Zwe; F, GPS9-108,5-9,5160-43018-352)60-8013-184-65.4.-10.5.Feuchtlagen
(späte Reifegruppe)H, Zwe; F, GPS8,5-9,58-9160-43017-332)60-8013-204-65.4.-10.5.Feuchtlagen
Silo- und Biogasmais (Drillsaat)H, Zwe; F, GPS8,5-118-10,5160-43017-402)15-80-4-65.4.-10.5.teilw. Doppelreihensaat
Grünmais (Drillsaat)H; F20-3018-25160-43040-9015-50-4-625.4.-31.5. 
 Zwe, Soz; F30-4025-35160-43080-12025-40-4-615.5.-15.7. 
Sorghum (Mohrenhirse)H; Kö25-4520-4024-438-172)40-704-92-420.4.-15.5. 
 H; F, GPS25-4020-3524-437-152)25-40-2-420.4.-15.5.Einzelkornsaat möglich
Sorghum x SudangrasH, Zwe; F, GPS20-5018-4520-3510-2025-40-2-420.4.-25.5.
 H, Zwe; F, GPS20-5018-4520-358-1840-704-112-420.4.-25.5.
SudangrasH, Zwe; F, GPS120-180110-16010-2320-3510-30-2-31.5.-30.6. 
 Soz; F, Gd, GPS120-180110-16010-2320-3510-30-2-320.6.-15.7.auch in Gemengen
RispenhirseH; Kö200-300170-2505-815-2510-30-1-35.4.-20.5. 
 Soz; F, Gd250-300200-2505-815-2510-30-1-320.6.-15.7.auch in Gemengen
KolbenhirseH; Kö, Kolben60-15050-1202,3-3,82,5-6,020-60-1-215.4.-15.5.z.T. Vereinzeln
 H; Kö, Kolben40-6030-502,3-3,81,5-3,050-703-51-215.4.-15.5.z.T. Vereinzeln
 H, Zwe; F300-400200-3002,3-3,810-1610-30-1-215.4.-15.5.auch in Gemengen
 Soz; F, Gd300-400200-3002,3-3,810-1610-30-1-220.6.-15.7.auch in Gemengen
Mittel- und Großsamige Leguminosen          
Sommerackerbohne (Drillsaat)40-5035-45250-630150-3002)20-30-6-1025.2.-31.3.möglichst früh
(Einzelkornsaat)35-4535-40250-630130-2702)35-425-96-1025.2.-31.3.möglichst früh
(Drillsaat)Soz; F, Gd40-5035-45250-630150-3002)20-30-6-1020.6.-10.8.meist in Gemengen
Winterackerbohne (Drillsaat)35-4530-40360-630140-2702)20-30-6-1025.9.-10.10. 
(Einzelkornsaat)30-4030-35360-630130-2502)35-425-96-1025.9.-10.10. 
PflanzenartAnbau; NutzungAusgesäte Zahl keimfähiger Körner / m²Anzustrebende Pflanzenzahl bei Ernte pro m², Bestandesdichte Tausendkorngewicht (g)Saatmenge bei Reinsaat (kg/ha) Reihenweite (cm)Ablage in der Reihe (cm)
bei Einzelkornsaat bzw. Pflanzung
Saattiefe, Pflanztiefe (cm)Saatzeit (Datum)Anmerkungen
Sommerkörnererbse85-11080-95150-320170-2802)10-30-4-61.3.-15.4.möglichst früh
 Soz; Gd80-11070-95150-320190-3002)10-30-4-620.6.-10.8.meist in Gemengen
SommerfuttererbseH; F, Kö70-10060-85110-240110-19010-30-3-61.3.-15.4. 
 Soz; F, Gd80-11070-95110-240120-19010-30-3-620.6.-10.8.meist in Gemengen
WintererbseKö, F, Gd70-10050-70100-20090-15010-30-4-625.9.-20.10.z.T. mit Stützfrucht
Sojabohne (0, 00; Drillsaat)50-8040-60120-28070-1602)20-30-3-515.4.-5.5. 
(000; Drillsaat)70-9050-75120-28090-1802)20-30-3-515.4.-5.5. 
(Einzelkornsaat)60-8550-75120-28080-1702)30-503-53-515.4.-5.5. 
Weiße Lupine65-8555-70250-450170-25010-30-3-415.3.-15.4.Einzelkornsaat möglich
Blaue Lupine70-14060-120140-210110-23010-30-2-410.3.-15.4. 
 H; F85-14070-120140-210120-23010-30-2-410.3.-20.4. 
 Soz; F, Gd85-14070-120140-210120-23010-30-2-41.7.-5.8.meist in Gemengen
Gelbe Lupine75-9060-80100-16080-12010-30-2-410.3.-15.4. 
 Soz; F, Gd85-10070-90100-160100-14010-30-2-41.7.-5.8.meist in Gemengen
 H; F85-10070-90100-160100-14010-30-2-41.4.-30.4. 
 Zwe; F85-10070-90100-160100-14010-30-2-41.5.-31.5. 
SaatwickeH; Kö130-160110-14036-8060-12010-15-3-51.3.-15.4.z.T. mit Stützfrucht
 H; F150-200130-17036-8070-14010-15-3-51.3.-15.4.meist in Gemengen
 Soz; F, Gd150-200130-17036-8070-14010-15-3-520.6.-5.8.meist in Gemengen
 H; Kö130-160110-14036-8060-12010-15-3-51.3.-15.4.z.T. mit Stützfrucht
ZottelwickeH; Kö130-160110-14025-4240-6010-15-2-515.8.-15.9.z.T. mit Stützfrucht
 Wiz; F, Gd150-250130-20025-4260-11010-15-2-510.7.-15.9.meist in Gemengen
Pannonische WickeH; Kö130-200120-17032-5050-10010-15-2-515.8.-15.9.z.T. mit Stützfrucht
 Wiz; F, Gd150-250130-20032-5060-12010-15-2-510.7.-15.9.meist in Gemengen
LinseH; Kö110-18090-14025-7050-13010-30-2-410.3.-15.4.meist mit Stützfrucht
SaatplatterbseH; F, Kö70-10060-80130-260130-22010-30-4-51.3.-15.4.meist in Gemengen
 Soz; Gd80-11070-100130-260140-23010-30-4-520.6.-5.8.meist in Gemengen
Kichererbse (Drillsaat)40-9035-80180-400110-29010-45-5-710.-30.4. 
(Einzelkornsaat)35-6030-50180-40090-20030-504-95-710.-30.4. 
PflanzenartAnbau; NutzungAusgesäte Zahl keimfähiger Körner / m²Anzustrebende Pflanzenzahl bei Ernte pro m², Bestandesdichte Tausendkorngewicht (g)Saatmenge bei Reinsaat (kg/ha) Reihenweite (cm)Ablage in der Reihe (cm)
bei Einzelkornsaat bzw. Pflanzung
Saattiefe, Pflanztiefe (cm)Saatzeit (Datum)Anmerkungen
Öl-, Faser-, Handels- und Energiepflanzen          
Winterraps, freiabblühend60-8050-653,5-7,03-52)10-25-1,5-2,520.8.-10.9.Einzelkornsaat möglich
Winterraps, Normalstroh-Hybrid40-6035-504-93-5,52)10-25-1,5-2,520.8.-10.9.Einzelkornsaat möglich
Winterraps, Halbzwerg-Hybrid45-5540-504-73-4,52)10-25-1,5-2,520.8.-10.9.Einzelkornsaat möglich
Winterfutterraps (freiabblühend)Wiz; F, Gd120-160100-1403,4-5,56-910-25-1,5-2,515.8.-10.9.meist in Reinsaat
 Soz; F, Gdca. 200ca. 1603,4-5,58-1210-25-1,5-2,520.6.-5.9.meist in Reinsaat
 H; Fca. 200ca. 1603,4-5,58-1210-25-1,5-2,515.3.-15.4. 
Sommerraps120-16090-1302,8-6,04-610-25-1,5-2,515.3.-10.4. 
 H; Fca. 200ca. 1602,8-6,06-910-25-1,5-2,515.3.-10.4. 
 Soz; F, Gdca. 200ca. 1602,8-6,06-910-25-1,5-2,520.6.-5.9.meist in Reinsaat
Winterrübsen70-10040-603,0-5,53-4,510-25-1,5-2,520.8.-10.9. 
 Wiz; F, Gd 120-160100-1403,0-5,54,5-610-25-1,5-2,520.8.-10.9.meist in Reinsaat
 Soz; F, Gdca. 200ca. 1603,0-5,56-910-25-1,5-2,515.7.-5.9.meist in Reinsaat
Sommerrübsen120-16090-1302,0-3,53-410-25-1,5-2,510.3.-10.4. 
 H; Fca. 200ca. 1602,0-3,55-810-25-1,5-2,510.3.-10.4. 
 Soz; F, Gdca. 200ca. 1602,0-3,55-810-25-1,5-2,515.7.-5.9.meist in Reinsaat
Chinakohl-WinterrübsenbastardH; Fca. 200ca. 1603,0-5,58-1010-25-1,5-2,515.3.-15.4. 
 Soz; F, Gdca. 200ca. 1603,0-5,58-1010-25-1,5-2,515.7.-5.9.meist in Reinsaat
 Wiz; Fca. 200ca. 1603,0-5,58-1010-25-1,5-2,520.8.-10.9.meist in Reinsaat
GelbsenfH; Kö100-14080-1104-97-1010-25-1-215.3.-10.4. 
 H; F150-200120-1704-98-1310-25-1-215.3.-10.4. 
 Soz; F, Gd150-200120-1704-98-1310-25-1-215.7.-15.9.auch in Gemengen
Sareptasenf100-14080-1202-43-410-25-1-215.3.-10.4. 
 H; F150-200120-1702-44-810-25-1-215.3.-10.4. 
 Soz; F, Gd150-200120-1702-45-810-25-1-220.6.-5.9.meist in Gemengen
Schwarzer Senf120-16080-1201,5-2,52-3,510-25-1-215.3.-10.4. 
 H; Fca. 350ca. 3001,5-2,54-810-25-1-215.3.-10.4. 
 Soz; F, Gdca. 200ca. 1601,5-2,53-410-25-1-1,510.8.-5.9.meist in Gemengen
PflanzenartAnbau; NutzungAusgesäte Zahl keimfähiger Körner / m²Anzustrebende Pflanzenzahl bei Ernte pro m², Bestandesdichte Tausendkorngewicht (g)Saatmenge bei Reinsaat (kg/ha) Reihenweite (cm)Ablage in der Reihe (cm)
bei Einzelkornsaat bzw. Pflanzung
Saattiefe, Pflanztiefe (cm)Saatzeit (Datum)Anmerkungen
SommerleindotterH; Kö250-350200-3001,0-1,54-610-25-0,5-1,515.3.-10.4. 
 Soz; Gd250-350200-3001,0-1,54-610-25-0,5-1,515.7.-31.8.meist in Gemengen
Sonnenblume6-7,55-645-1004-62)45-7525-353-51.4.-30.4. 
 Soz; F, Gd35-4030-3545-10025-3520-40-3-520.6.-10.8.meist in Gemengen
Gestreiftsamige Sonnenblume5-74-6100-1507-102)45-7525-353-51.4.-30.4.für Vogelfutter
Winteröllein350-500300-4004-720-3510-15-1-21.9.-30.9. 
Sommeröllein500-700450-6004-1035-7010-15-1-210.3.-15.4. 
FaserleinFaser1800-24001500-20004-5100-1407-13-1-225.3.-20.4. 
HanfFaser210-350180-30013-2530-7010-15-2-420.4.-20.5. 
 40-7035-6013-258-1520-40-2-420.4.-20.5.Einzelkornsaat möglich
Saflor (Drillsaat)60-10050-8028-5018-4020-45-3-415.3.-10.4. 
(Einzelkornsaat)50-8040-7028-5015-3540-453-53-415.3.-10.4. 
Winterkümmel120-150ca. 502-44-810-25-1-1,51.7.-5.8.Blanksaat
 140-180ca. 502-46-910-25-1-1,55.4.-5.5.Us in Getreide, Öllein etc.
Sommerkümmel120-150ca. 502-44-810-25-1-1,520.3.-10.4. 
Sommermohn (Drillsaat)Kö, Kapsel120-15030-500,4-0,60,5-0,820-40-0,5-15.3.-15.4. 
(Einzelkornsaat)Kö, Kapsel70-10030-500,4-0,60,3-0,630-453-60,5-15.3.-15.4. 
Wintermohn (Einzelkornsaat)Kö, Kapsel50-9025-400,4-0,60,3-0,630-454-80,5-125.8.-15.9. 
Wurzelzichorie (pilliertes Saatgut)Rübe18-2214-164,5-5,51,0 -1,140-45(50)9-12125.3.-5.5.Konsumware
 Stecklinge40-7030-604,5-5,52-3,530-503-80,5-11.7.-15.8.1. Jahr
Wurzelzichorie (gepflanzt)Samen-35-55--60-7520-35-25.2.-15.4.2. Jahr
Wurzelzichorie (pilliertes Saatgut)Samen6-84-64,5-5,50,460-7517-250,5-11.7.-15.8.Jungpfl. überwintern
TopinamburKnolle, Grünm.-4,5-6-1400-180050-7530-557-1015.3.-15.4.Herbstpflanzung mögl.
KrenWurzel-2,5-3,5--60-8040-504-815.3.-15.4.Seitenwurzeln (Fechser)
SüßkartoffelWurzel-3,3-3,8--7535-40-15.5.-10.6.Stecklinge
PflanzenartAnbau; NutzungAusgesäte Zahl keimfähiger Körner / m²Anzustrebende Pflanzenzahl bei Ernte pro m², Bestandesdichte Tausendkorngewicht (g)Saatmenge bei Reinsaat (kg/ha) Reihenweite (cm)Ablage in der Reihe (cm)
bei Einzelkornsaat bzw. Pflanzung
Saattiefe, Pflanztiefe (cm)Saatzeit (Datum)Anmerkungen
ÖlkürbisKö (Kerne)1,5-1,91,2-1,5160-2903-52)70-21030-902-415.4.-10.5. 
BuchweizenZwe, Soz; Köca. 300200-25018-3850-10010-15-2-320.6.-25.7. 
 Zwe,Soz; F,Gdca. 300200-25018-3850-10010-15-2-320.6.-10.8.meist in Gemengen
 H; Kö, Fca. 300200-25018-3850-10010-15-2-325.4.-20.5. 
Tatarischer BuchweizenZwe,Soz; F,Gdca. 300200-25015-2050-6010-15-2-320.6.-10.8.meist in Gemengen
 H; Köca. 300200-25015-2050-6010-15-2-325.4.-20.5. 
RamtillkrautSoz; Gd200-300170-2702,5-3,57-1010-15-1-220.6.-5.8.meist in Gemengen
Tabak (gepflanzt)Blatt -3,3--62,5-7045-50-25.4.-10.5.60m² Beetfl. = 1 ha Tabak
(gesät)Blatt 1000-1500600-7000,08ca. 0,1--0,5-115.3.-25.3.im Anzuchtbeet
Reismelde (Quinoa) 100-20040-802-43-640-50-1-1,515.4.-5.5.Einzelkornsaat möglich
Amaranth40-6025-400,6-1,20,3-0,540-504-60,5-11.5.-20.5. 
Mariendistel30-4020-3020-358-1240-505-92-325.3.-31.4. 
Chinaschilf (Miscanthus)Biomasse-0,9-1,1--90-11090-1106-1020.4.-15.5.Setzlinge, Rhizomstücke
Durchwachsene Silphie (gesät)Biomasse10-12416-191,8-2,350-7512-181,5-21.4.-31.5.behandeltes Saatgut
(gepflanzt)Biomasse-4--5050-15.4.-30.6.Jungpflanzen
Krambe 190-250140-1806-815-2020-30-2-315.3.-15.4. 
MalveSoz; F, Gd150-200120-1405-79-1510-15-1-220.6.-5.8.meist in Gemengen
Beta-Rüben          
Zuckerrübe (pilliertes Saatgut)Rübe, Blatt9-118-925-312,5-3,52)42-5018-241,5-315.3.-20.4.Endabstand
(unbehandelt: TKG 9-14 g)Rübe, Blatt18-228-925-315,0-6,52)42-509-121,5-315.3.-20.4.halber Endabstand
(Basissaatgut)Stecklinge50-6040-507-305-12453,5-4,51,5-310.4.-20.4.1. Jahr (Mutter monogerm, Vaterlinie multigerm)
(gepflanzt, Z-Saatgutproduktion)Samen-3,5-5--60-8025-40-25.2.-15.4.2. Jahr (Mutterlinie 8, Vaterlinie 2 Reihen)
Futterrübe (Multigermes Saatgut)Rübe, Blatt40-707-820-2812-1542-50-1,5-315.3.-30.4.Vereinzeln
(Präzisionssaatgut, kalibriert)Rübe, Blatt30-457-810-175-82)42-5061,5-315.3.-30.4.Vereinzeln
(Präzisionssaatgut, pilliert)Rübe, Blatt25-357-8ca. 257-112)42-5081,5-315.3.-30.4.Vereinzeln
(Monogermes Saatgut, pilliert)Rübe, Blatt9-117-8ca. 252,5-3,52)42-509-121,5-315.3.-30.4.Endabstand
(Monogermes Saatgut, pilliert)Rübe, Blatt18-227-8ca. 255,0-6,52)42-5016-221,5-315.3.-30.4.halber Endabstand
PflanzenartAnbau; NutzungAusgesäte Zahl keimfähiger Körner / m²Anzustrebende Pflanzenzahl bei Ernte pro m², Bestandesdichte Tausendkorngewicht (g)Saatmenge bei Reinsaat (kg/ha) Reihenweite (cm)Ablage in der Reihe (cm)
bei Einzelkornsaat bzw. Pflanzung
Saattiefe, Pflanztiefe (cm)Saatzeit (Datum)Anmerkungen
Kartoffel          
Kartoffel (Konsumware)Knolle4,2-4,44,0-4,2-2000-28006)62,5-7530-404-620.3.-10.5. 
(Pflanzkartoffel)Knolle5,2-5,85,0-5,5-2800-370062,5-7525-304-615.4.-10.5. 
Kleinsamige Leguminosen          
Rotklee (diploide Sorten) Us, Bs; Samen450-750150-2001,6-2,210-1510-15-1-21.3.-15.4. (1.7.-31.7.)Us in Getr. (Blanksaat)
(diploide Sorten) H, Us(Getr.); F550-900200-3001,6-2,212-1810-15-1-21.3.-30.4. (1.7.-31.7.)meist in Gemengen
(tetraploide Sorten) H, Us(Getr.); F550-900200-3002,3-3,316-2210-15-1-21.3.-30.4. (1.7.-31.7.)meist in Gemengen
WeißkleeH, Us, Bs; F, Gd1000-1800ca. 3000,6-0,88-1210-15-1-21.3.-30.4. (1.7.-5.8.)meist in Gemengen
Persischer KleeH, Us(Getr.); F1000-1500ca. 3001,2-1,715-2510-15-1-215.3.-30.4.auch in Gemengen
 Zwe; F1000-1500ca. 3001,2-1,715-2510-15-1-21.5.-31.5.auch in Gemengen
 Soz; F, Gd1000-1500ca. 3001,2-1,715-2510-15-1-220.6.-5.8.auch in Gemengen
AlexandrinerkleeH; F750-1000ca. 3002,8-3,825-3510-15-1-215.3.-30.4.auch in Gemengen
 Zwe; F750-1000ca. 3002,8-3,825-3510-15-1-21.5.-31.5.auch in Gemengen
 Soz; F, Gd750-1000ca. 3002,8-3,825-3510-15-1-220.6.-5.8.auch in Gemengen
SchwedenkleeH, Us, Bs; F1000-1800ca. 3000,6-0,98-1210-15-1-21.3.-30.4.auch in Gemengen
InkarnatkleeWiz; F800-1000ca. 3003,0-4,525-4010-15-1-215.8.-31.8.meist in Gemengen
 Soz; F, Gd800-1000ca. 3003,0-4,525-4010-15-1-220.6.-5.8.meist in Gemengen
GelbkleeUs; Fca. 1000ca. 3001,5-2,015-2010-15-1-215.3.-30.4.meist in Gemengen
 Soz; F, Gdca. 1000ca. 3001,5-2,015-2010-15-1-220.6.-5.8.meist in Gemengen
LuzerneH, Us, Bs; F600-900ca. 3001,8-2,312-2010-15-1-21.3.-15.4.auch in Gemengen
 Zwe; F600-900ca. 3001,8-2,312-2010-15-1-21.5.-31.5.auch in Gemengen
 Us, Bs; Samen500-800200-3001,8-2,310-1810-15-1-21.3.-15.4. (1.7.-31.7.)Us in Getreide (Blanksaat)
 Soz; F, Gd600-900ca. 3001,8-2,312-2010-15-1-220.6.-5.8.auch in Gemengen
HornkleeH, Us(Getr.); F1000-1400ca. 3001,0-1,412-1710-15-1-21.3.-30.4.meist in Gemengen
Weißer und Gelber SteinkleeH; Fca. 1000ca. 2001,8-2,320-2510-15-1-21.3.-30.4.meist in Gemengen
 Soz; Gdca. 1000ca. 2001,8-2,320-2510-15-1-220.6.-5.8.meist in Gemengen
PflanzenartAnbau; NutzungAusgesäte Zahl keimfähiger Körner / m²Anzustrebende Pflanzenzahl bei Ernte pro m², Bestandesdichte Tausendkorngewicht (g)Saatmenge bei Reinsaat (kg/ha) Reihenweite (cm)Ablage in der Reihe (cm)
bei Einzelkornsaat bzw. Pflanzung
Saattiefe, Pflanztiefe (cm)Saatzeit (Datum)Anmerkungen
WundkleeH, Us(Getr.); F600-800ca. 3002,3-2,715-2010-15-1-21.3.-30.4.meist in Gemengen
 Soz; Gd600-800ca. 3002,3-2,715-2010-15-1-220.6.-5.8.meist in Gemengen
 Us; Samen300-500ca. 2002,3-2,710-1210-15-1-21.3.-10.4.Us in Sommergetreide
Erdklee (Bodenfrüchtiger Klee)H, Us; F500-700ca. 3003,0-3,525-3010-15-1-21.4.-30.4.meist in Gemengen
 Soz; F, Gd500-700ca. 3003,0-3,525-3010-15-1-220.6.-5.8.meist in Gemengen
Serradella (Bruchfr. TKG: 4-7 g)H, Us; F400-500200-3004-725-4010-15-2-315.3.-15.5.meist in Gemengen
(Nacktkörner TKG: 3-4,5 g)Zwe; F400-500200-3004-725-4010-15-2-31.5.-15.5.meist in Gemengen
 Soz; Gd400-500200-3004-725-4010-15-2-320.6.-5.8.meist in Gemengen
Esparsette (in Hülse)H, Us; F400-500ca. 30019-22110-14010-15-2-31.3.-15.4.meist in Gemengen
(in Hülse)Soz; Gd400-500ca. 30019-22110-14010-15-2-320.6.-5.8.meist in Gemengen
(enthülst)H, Us; F400-500ca. 30012-1560-9010-15-2-31.3.-15.4.meist in Gemengen
Gräser          
WiesenfuchsschwanzF1500-2000250-3500,8-1,212-1810-20-0,5-1,51.3.-20.4.meist in Gemengen
 Us; Samen600-800200-3000,8-1,25-1010-20-0,5-1,51.3.-20.4.Us in Sommergetreide
GlatthaferF, Gd800-1000200-4002,8-3,525-4010-20-0,5-1,51.3.-20.4.meist in Gemengen
 Us; Samen300-400150-2002,8-3,57-1010-20-0,5-1,51.3.-20.4.Us in Sommergetreide
Goldhafer F3000-4000300-4000,3-0,412-1510-20-0,5-1,51.3.-20.4.auch als Untersaat
 Us; Samen2000-3000200-3000,3-0,49-1210-20-0,5-1,51.3.-20.4.Us in Sommergetreide
Knaulgras F1000-2000200-4000,8-1,215-2010-20-0,5-1,51.3.-15.4.meist in Gemengen
 Us; Samen600-900150-2500,8-1,27-1010-20-0,5-1,51.3.-15.4.Us in Getreide
 Bs; Samen600-900150-2500,8-1,27-1010-20-0,5-1,51.7.-15.8. 
Rohrschwingel F1000-1500200-3501,8-2,525-3510-20-0,5-1,51.3.-15.4.meist in Gemengen
Wiesenschwingel F1000-1500300-4001,7-2,525-3010-20-0,5-1,51.3.-15.4.meist in Gemengen
 Us; Samen400-600150-2501,7-2,58-1210-20-0,5-1,51.3.-15.4.Us in Sommergetreide
Rotschwingel F1200-2000300-4001,0-1,515-2510-20-0,5-1,51.3.-20.4.meist in Gemengen
PflanzenartAnbau; NutzungAusgesäte Zahl keimfähiger Körner / m²Anzustrebende Pflanzenzahl bei Ernte pro m², Bestandesdichte Tausendkorngewicht (g)Saatmenge bei Reinsaat (kg/ha) Reihenweite (cm)Ablage in der Reihe (cm)
bei Einzelkornsaat bzw. Pflanzung
Saattiefe, Pflanztiefe (cm)Saatzeit (Datum)Anmerkungen
Italienisches Raygras F800-1300250-4002,0-5,05)25-404)10-20-0,5-1,51.3.-20.4.meist in Gemengen
 Zwe; F800-1300250-4002,0-5,05)25-404)10-20-0,5-1,51.5.-10.6.meist in Gemengen
Italienisches RaygrasH, Wiz; F800-1300250-4002,0-5,05)25-404)10-20-0,5-1,515.8.-15.9.meist in Gemengen
Westerwoldisches RaygrasH; F800-1300200-4002,3-6,05)25-404)10-20-0,5-1,51.3.-20.4.meist in Gemengen
 Soz; F, Gd800-1300200-4002,3-6,05)25-404)10-20-0,5-1,515.7.-10.8.meist in Gemengen
 Zwe; F800-1300200-4002,3-6,05)25-404)10-20-0,5-1,51.5.-10.6.meist in Gemengen
 Bs; Samen500-900200-3002,3-6,05)20-304)10-20-0,5-1,51.3.-15.4. 
Englisches RaygrasF800-1300200-4001,4-4,55)15-354)10-20-0,5-1,515.7.-15.8.meist in Gemengen
 Us; Gd800-1000200-4001,4-4,55)15-254)Breitsaat-0,5-1,51.6.-15.6.Us in Mais u.Ölkürbis
 Us; Samen500-900200-3001,4-4,55)8-144)10-20-0,5-1,51.3.-20.4.Us in Sommergetreide
BastardraygrasF800-1300200-4002,0-5,05)25-354)10-20-0,5-1,51.3.-20.4.meist in Gemengen
 Soz; F, Gd800-1300200-4002,0-5,05)25-354)10-20-0,5-1,51.7.-15.8.meist in Gemengen
 Bs, Us; Samen500-900200-3002,0-5,05)15-254)10-20-0,5-1,51.8.-20.9. (1.3.-20.4.)Bs (Us in Sommergetr.)
TimotheF2000-3000300-4000,3-0,510-1510-20-0,5-1,51.3.-20.4.meist in Gemengen
Weißes und Rotes StraußgrasF3000-6000300-4000,08-0,153-610-20-0,5-1,51.3.-20.4.meist in Gemengen
Rotes StraußgrasUs, Bs; Samen2000-3000250-3000,08-0,102,0-2,610-20-0,5-1,51.3.-15.4.Us in Sommergetreide
WiesenrispeF3000-5000300-4000,2-0,412-1510-20-0,5-1,51.3.-20.4.meist in Gemengen
KammgrasUs, Bs; Samen1100-1300200-4000,5-0,66-810-20-0,5-1,51.3.-15.4.Us in Sommergetreide
Sonstige Futterpflanzen          
Kohlrübe (direkt gesät)H, Zwe; F20-257-82,5-3,52-340-609-101-21.4.-30.5.Vereinzeln nötig
(gepflanzt)Zwe, Soz; F-5-72,5-3,50,8-1,040-6025-35-1.6.-15.7.Aussaat 4-6 Wo. früher
Futterkohl, MarkstammkohlH; F35-6025-503,5-4,52,5-3,030-50-1-215.3.-15.4. 
 Zwe; F35-6025-503,5-4,52,5-3,030-50-1-21.5.-15.6.meist in Reinsaat
 Soz; F, Gd35-6025-503,5-4,52,5-3,030-50-1-220.6.-5.9.meist in Reinsaat
Markstammkohl (gepflanzt)Zwe, Soz; F-7-10-1,040-5030-1.6.-5.8.Aussaat 4-6 Wo. früher
PhazelieH; Kö300-500200-3501,6-3,08-1210-15-1-1,525.3.-20.4. 
 Soz; F, Gd300-500200-3501,6-3,08-1210-15-1-1,520.6.-31.8.meist in Gemengen
ÖlrettichH; Köca. 80ca. 609-157-1110-30-2-315.3.-15.4. 
 H; F150-200100-1509-1515-3010-30-2-315.3.-15.4. 
 Soz; F, Gd150-200100-1509-1515-3010-30-2-320.6.-5.9.auch in Gemengen
FuttermöhreH; F100-13080-1001,8-2,52-325-424-71-215.3.-5.4. 
(abgerieben: TKG 0,9-1,4 g)Zwe; F100-13080-1001,8-2,52-325-424-71-21.5.-31.5.auch Us (Getr., Raps)
StoppelrübeSoz; F40-5025-402,0-3,01-1,525-4225-401-220.6.-15.8.auch Drillsaat möglich

Anbau; Nutzung:

H = Hauptfrucht, Zwe = Zweitfrucht,  Wiz = Winterzwischenfrucht,  Soz = Sommerzwischenfrucht (Stoppelsaat), Bs = Blanksaat,  Us = Untersaat (Einsaat) 
Kö = Körnernutzung, F = Futternutzung, CCM = Corn-Cob-Mix (Maiskorn-Spindel-Gemisch), GPS = Ganzpflanzensilage zur Verfütterung oder für Biogasanlagen,
Samen = Samenbau (Saatgutvermehrung), Gd = Gründüngung, Grünbrache

1) Ähren bzw. Rispen/m²
2) Abgabe in Packungen mit definierter Zahl an (keimfähigen) Körnern
3) Vesensaatgut, bedingt durch einen unterschiedlichen Anteil an zwei(mehr-)keimigen Vesen ergibt sich bei einer Keimfähigkeit von 90-95% pro 100 Vesen
     rechnerisch eine Gesamtkeimfähigkeit von 130-190%/100 Vesen
4) Vesensaatgut
5) Diploide Sorten (niedrigeres TKG) und tetraploide Sorten (höheres TKG), höhere Saatmenge für tetraploide Sorten
6) Speise-, Veredelungs- und Stärkekartoffel

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