Ausprägungsstufen der Sorteneigenschaften

Ausprägungsstufen: Änderung der Skalenrichtung

Achtung!

Mehr als ein halbes Jahrhundert wurden in Österreich landwirtschaftliche Pflanzensorten nach dem Schema „1 = im Allgemeinen günstig, 9 = im Allgemeinen ungünstig“ beschrieben. Anfang November 2018 erfolgte eine Umstellung. Nun bedeuten niedrige Noten eine geringe Ausprägung und hohe Noten eine starke Ausprägung der Eigenschaft, unabhängig davon ob dies bei dem betreffenden Merkmal günstig ist oder nicht (siehe auch Bauernzeitung 1/2019, Seite 7). Insbesondere bei den Ertragseigenschaften, der Stickstoffeffizienz und vielen Qualitätsmerkmalen erforderte dies eine Änderung bei der Skalenrichtung. Etwa die Hälfte der Merkmale von Backweizen, Durumweizen und Braugerste ist nun
umgekehrt skaliert. Bei Mais sind die Eigenschaften Jugendentwicklung, Korn- und Trockenmasseertrag sowie Kolbenanteil betroffen. Bei der Sonnenblume sind Jugendentwicklung, Kornertrag, Tausendkorngewicht und Ölgehalt bzw. bei Sojabohne auch der Proteingehalt nun anders skaliert.

1 = gering ausgeprägt, 9 = stark ausgeprägt

Note

Jugendentwicklung, Frühjahrsentwicklung

Schossen, Ährenschieben, Rispenschieben, Blühbeginn, Reifezeit

Wuchshöhe

1

sehr gering (sehr langsam)

sehr früh

sehr kurz

2

gering bis sehr gering

sehr früh bis früh

sehr kurz bis kurz

3

gering (langsam)

früh

kurz 

4

gering bis mittel

früh bis mittel

kurz bis mittel 

5

mittel

mittel

mittel

6

mittel bis stark

mittel bis spät

mittel bis lang

7

stark (rasch)

spät 

lang 

8

stark bis sehr stark

spät bis sehr spät

lang bis sehr lang

9

sehr stark (sehr rasch)

sehr spät

sehr lang

Ausprägungsstufen - Fortsetzung

1 = gering ausgeprägt, 9 = stark ausgeprägt

APS

Neigung zu: Auswinterung, Lagerung, Auswuchs, Halmknicken, Stängelbruch, Kornausfall usw.
Anfälligkeit für: Krankheiten, Schädlinge

Kornertrag, Trockensubstanzertrag, Rohproteinertrag, Ölertrag, Knollenertrag, Stärkeertrag, Rübenertrag, Zuckerertrag, Blattertrag

Qualitätsmerkmale, Gehalte

1

Fehlend bis sehr gering

sehr niedrig

sehr niedrig

2

sehr gering bis gering

sehr niedrig bis niedrig

sehr niedrig bis niedrig

3

gering 

niedrig

niedrig

4

gering bis mittel 

niedrig bis mittel

niedrig bis mittel

5

mittel 

mittel

mittel

6

mittel bis stark 

mittel bis hoch

mittel bis hoch

7

stark 

hoch

hoch

8

stark bis sehr stark 

hoch bis sehr hoch

hoch bis sehr hoch

9

sehr stark 

sehr hoch

sehr hoch

Erklärung im Detail

  • Das in den Tabellen genannte "Züchterland" bezieht sich auf den Ursprungszüchter.
  • Die Eigenschaften werden meist mit Ausprägungsstufen (Noten von 1-9) beschrieben. Niedrige Noten bedeuten im "gering ausgeprägt" und hohe Noten "stark aufgeprägt", eine mittlere Ausprägung wird mit der Note 5 bewertet, für einige Merkmale werden Zwischennoten vergeben.
  • Eine hohe Ausprägungsstufe bei Krankheiten (z.B. Note 7, 8 oder 9) bedeutet nicht, dass zwangsläufig mit einem starken Befall zu rechnen ist. Denn in einigen Gebieten sind bestimmte Krankheiten generell unbedeutend (z.B. Rhynchosporium der Gerste und Septoria tritici des Weizens in Ostösterreich, Gerstenmehltau in Kärnten, Roggenmehltau im Mühl- und Waldviertel).
  • Ist die Datenbasis nicht ausreichend, wird die Sorte im betreffenden Merkmal vorläufig beurteilt (Note in Klammer gesetzt) bzw. nicht eingestuft. Einzelne Krankheiten (z.B. Pseudocercosporella-Halmbruch und Schwarzbeinigkeit des Getreides, Zwergsteinbrand) sind aufgrund einer geringen Zahl geeigneter Ergebnisse nicht beschrieben.
  • Die Einstufungen beziehen sich im strengen Sinne nur auf die jeweilige Pflanzenart. Bei einigen Merkmalen (z.B. die Mehrzahl der Qualitätseigenschaften von Weichweizen, Durumweizen, Gerste, Triticale und Hafer) wurden die Skalen so gelegt, dass näherungsweise auch ein Vergleich zwischen der Winter- und Sommerform dieser Getreidearten möglich ist. Bei Mais und Kartoffel ist eine exakte Vergleichbarkeit nur innerhalb der Reifegruppen gegeben.
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